Monthly Archives: Juli 2019

Eingeschränkte Medikamentenwirkungen …

… und was unser Darm-Mikrobiom damit zu tun haben könnte.

Wieso wirken manche Medikamente bei einigen gut und haben wenige Nebenwirkungen, bei anderen jedoch nicht?

Eine kürzlich veröffentlichte Studie an Mäusen hat untersucht, ob unsere Darmbakterien ein Schlüssel zur Lösung dieses Problems sein könnten und beeinflussen, wie gut ein Medikament wirkt.

Es wurde versucht, herauszufinden, welche Rolle unser Darm-Mikrobiom hierbei spielt. Dies ist überaus interessant, da viele Medikamente durch Schlucken eingenommen werden und so in unserem Verdauungstrakt landen.

Weil jeder von uns ein individuelles Mikrobiom besitzt, unterscheidet sich auch die Art und Weise, wie Medikamente verstoffwechselt werden von Person zu Person.

Es ist bereits bekannt, dass Medikamente bei manchen Menschen gut wirken, bei anderen nicht, es bei manchen länger dauert bis eine Wirkung eintritt, sowie, dass sie bei anderen heftige Nebenwirkungen hervorrufen oder bei manchen gar nicht mehr funktionieren.

Weitere Faktoren, die den Arzneimittelstoffwechsel beeinflussen. (3)

Es gibt viele Gründe, warum Menschen unterschiedlich auf dasselbe Medikament reagieren, einschließlich Alter, Geschlecht, Genetik und Ernährung. Könnten die Bakterien in unserem Darm also auch eine Rolle spielen?

Unser Mikrobiom enthält 150-mal mehr Gene als unser eigenes, menschliches Genom und kann somit eine Vielzahl von Enzymen produzieren. Diese Enzyme sind “Werkzeuge” der Darmbakterien, mit deren Hilfe sie Medikamente verändern können, indem sie sie entweder aktivieren oder unwirksam machen.

Frühere Studien zeigten bereits, wie Bakterien die Wirkungsweise bestimmter Medikamente beeinflussen können. So ist zum Beispiel Sulfasalazin, ein Medikament zur Behandlung von Colitis ulcerosa (eine Chronisch Entzündliche Darmerkrankung), auf Darmbakterien angewiesen, um überhaupt wirken zu können.

Umgekehrt kann Eggerthella lenta, ein im Dickdarm vorkommendes Bakterium, das Herzmedikament Digoxin unwirksam machen.

Obwohl Wissenschafter die Auswirkungen des Mikrobioms auf bestimmte Medikamente beschrieben haben, bleiben die molekularen Mechanismen jedoch bisher weitgehend unbekannt.

Stellen und Arten des Arzneimittelstoffwechsels nach oraler oder intravenöser Verabreichung. IV, intravenös. (4)

In der neuesten Studie untersuchten die Autoren die Wechselwirkungen zwischen Darmbakterien und Medikamenten, indem sie bakterielle Enzyme identifizierten, die Medikamente verstoffwechseln können. Sie fanden mithilfe genanalytischer Daten heraus, dass bestimmte Bakterien die Wirkung von Medikamenten verändern können.

Die Wissenschaftler hoffen, dass dieses Verständnis Ärzten künftig dabei hilft, vorherzusagen, wie Personen auf bestimmte Medikamente reagieren werden.

In Zukunft könnte es möglich sein, die Darmbakterien einer Person so anzupassen, dass ein Medikament effektiv wirkt und das Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen verringert wird. Es muss jedoch noch mehr Forschung betrieben werden, um ein klareres Bild davon zu erhalten, wie diese Wechselwirkungen genau funktionieren.

Es bleibt also weiterhin unglaublich spannend, was sich in den nächsten Jahren noch in der Wissenschaft in Bezug auf das Mikrobiom tun wird.

Hoffentlich bist du zur Zeit rundum gesund und bleibst davon verschont, Medikamente einnehmen zu müssen, um den Sommer in allen seinen Facetten ausgiebig genießen zu können. Auch dein Mikrobiom hängt eng mit einem starken Immunsystem zusammen – hast du es denn schon testen lassen?

Hier die Publikationen:
(1) https://www.medicalnewstoday.com/articles/325366.php

(2) Zimmermann, M., et al. (2019). “Mapping human microbiome drug metabolism by gut bacteria and their genes.” Nature 570(7762): 462-467.

(3) https://zimcl.tirol-kliniken.at/page.cfm?vpath=pharmakogenetik_analysenindikationen

(4) Ian D. Wilson, Jeremy K. Nicholson, Gut microbiome interactions with drug metabolism, efficacy, and toxicity, Translational Research, Volume 179, 2017, Pages 204-222, ISSN 1931-5244, https://doi.org/10.1016/j.trsl.2016.08.002. (http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1931524416301591)

Himmlisches Power-Nuss-Granola zum Frühstück

Damit du richtig kraftvoll und motiviert in den Tag starten kannst, braucht es ein ausgewogenes und gesundes Frühstück! Dafür haben wir uns ein ganz besonderes Power-Nuss-Granola ausgedacht. Die vielen Samen, Nüsse und Vollkörner sorgen nicht nur für Superkräfte für deinen Kopf, sondern auch für deine Darmbakterien. Wir zeigen dir das simple Rezept und warum dein Mikorbiom unser himmlisches Granola lieben wird.

Power-Start für das Mikrobiom

Das Mikrobiom umfasst alle Bakterien und andere kleinste Mikroorganismen, die in deinem Darm leben. Zusammen sind sie unglaublich wichtig für deine Gesundheit und pflegen zum Beispiel deine Darmschleimhaut. Kommt das Mikrobiom aus dem Gleichgewicht, kann sich das auf den ganzen Körper auswirken und zur Entstehung vieler Krankheiten beitragen. Besonders stark mit dem Mikrobiom stehen Reizdarmsyndrom, Verstopfung und Durchfall in Verbindung. (1)

Granola Power Müsli Nuss Mikrobiom gesund Himbeeren
Süße Himbeeren und knusprige Kürbiskerne verfeinern unser Power-Granola.

Damit deine Darmbakterien fit und gesund bleiben, brauchen sie eine gesunde und nährstoffreiche Abwechslung in ihrer Nahrung – genau wie du. Besonders wichtig sind dafür Ballaststoffe, denn diese können wir selbst nicht verdauen und es bleibt mehr für unsere kleinen Mitbewohner. Genau durch diesen hohen Anteil an Ballaststoffen ist unser Granola ein echter Traum für deine Darmbakterien. Aber nicht nur deine Bakterien profitieren von Ballaststoffen, sondern du bleibst auch länger satt und hohe Blutzuckerspiegel werden vermieden. (2)

Auch die vielen Nüsse sind unglaublich wertvoll: Walnüsse sind reich an Omega-3-Fettsäuren, die wir dringend brauchen. Eine regelmäßige Zufuhr dieser gesunden Fette reduziert beispielsweise das Risiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes zu leiden. (3)

Zu guter Letzt sind Leinsamen ein wahrer Gewinn für Menschen mit Verdauungsbeschwerden: Leinsamen nehmen im Darm Wasser auf und quellen dabei auf. Auf diese Weise können sie den Darm anregen und Verstopfung lösen. Gleichzeitig können sie bei Durchfall überschüssige Flüssigkeit binden und die Problematik lindern.

Zutaten

Granola Power Müsli Nuss Mikrobiom
Die Zutaten brauchst du für unser himmlisches Granola.

Für ca. 20 Portionen
vegan, vegetarisch, laktosefrei, glutenfrei
Zubereitungszeit ca. 15 Minuten, Backzeit 30 Minuten

Für das Granola:

  • 50 g Amarantpops
  • 200 g Buchweizen
  • 100 g Walnüsse
  • 100 g Mandeln
  • 50 g geschrotete Leinsamen
  • 50 g Sesam
  • 50 g Kürbiskerne
  • 2 EL ungesüßtes Kakaopulver
  • 2 EL Honig
  • 3 EL Kokosöl
  • 1/2 TL Zimt
  • Samen von 5 Kardamon Kapseln

Pro Portion:

  • 3 EL Granola
  • 200 g Joghurt deiner Wahl (Mandel, Kokos, Soja, Milch…)
  • 1 Handvoll frisches Obst der Saison (Himbeeren, Heidelbeeren, Birnen, Äpfel…)
  • eventuell ein Schuss Milch deiner Wahl
Sieht das nicht köstlich aus?! 🙂

Zubereitung

Zuerst den Buchweizen in einer Schüssel mit warmen Wasser für 30 Minuten quellen lassen und das Backrohr auf 180 ° C vorheizen. In einer ofenfesten Tasse das Kokosöl im Ofen platzieren und für wenige Minuten im Rohr schmelzen lassen. Vorsicht, dass es nicht zu lange drinnen ist und du dich beim Herausnehmen nicht verbrennst.

In der Zwischenzeit die Walnüsse und Mandeln grob hacken.

Nachdem der Buchweizen quellen durfte, wird er durch ein Sieb abgegossen. Jetzt darf er in eine große ofenfeste Backform. Die gehackten Nüsse, Sesam, Leinsamen, Kürbiskerne und die Amarantpops hinzufügen und mit Kakao, Zimt und Kardamon bestreuen.

Das Kokosöl wird jetzt in der Tasse mit dem Honig verrührt – so bilden sie gemeinsam eine dünnflüssige und köstliche Masse. Diese wird jetzt über die Nuss-Getreide Mischung geleert und alles gut durchgerührt. Dabei werden alle Nüsse und Buchweizen in einer leckeren Schicht Kakao und Honig überzogen. Das duftet jetzt schon! 🙂

Granola Power Müsli Nuss Mikrobiom
Buchweizen ist überaus gesund, da er reich an Eiweiß und verschiedenen Aminosäuren ist. Weil er glutenfrei ist, ist er auch bestens für Menschen mit Zöliakie geeignet.

Die Form mit dem Granola in das vorgewärmte Backrohr schieben und für 30 Minuten rösten. Dabei erhalten die Nüsse ein wunderbares Aroma und Kakao und Zimt beginnen erst richtig zu duften. Mhmm… lecker!

Nach dem Auskühlen lassen, kannst du das selbstgemachte Granola in einer großen Box (am besten im Kühlschrank) aufheben oder gleich verkosten.

Am besten schmeckt unser Granola mit Joghurt deiner Wahl, viel frischem Obst und etwas Milch – einfach himmlisch! Aber das köstliche Müsli schmeckt auch als Porridge wunderbar (dafür mit etwas Milch in einem kleinen Topf aufkochen und für 2 – 3 Mintuen rühren) und passt zu allen möglichen Obstkombinationen – einfach ausprobieren.

Zeig uns wie du dein Granola am liebsten magst! Wir wünschen viel Spaß beim Nachmachen und vor allem beim Genießen! 😀

Granola Power Müsli Nuss Mikrobiom
Guten Appetit! 😀

(1) Clemente JC, Ursell LK, Parfrey LW, Knight R. The impact of the gut microbiota on human health: an integrative view. Cell. 2012;148(6):1258-70.

(2) Makki K, Deehan EC, Walter J, Bäckhed F. The Impact of Dietary Fiber on Gut Microbiota in Host Health and Disease. Cell Host Microbe. 2018;23(6):705-715.

(3) Hooper L, Thompson RL, Harrison RA, et al. Risks and benefits of omega 3 fats for mortality, cardiovascular disease, and cancer: systematic review. BMJ. 2006;332(7544):752-60.

Depression: Liegt die Ursache im Darm?

1. Der Darm – voller Nerven?!

Wusstest du, dass deine Darmbakterien deine Psyche beeinflussen? Ob du nur so sprühst vor Tatendrang oder ob du dich zu nichts aufraffen kannst, wird von deinem Mikrobiom mit beeinflusst. Könnte es sogar sein, dass der Grund einer Depression nicht im Gehirn, sondern im Darm liegt? Diesen faszinierenden Gedanken gehen wir heute auf den Grund und zeigen dir die 10 wichtigsten Fakten über die Darm-Hirn-Achse!

Damit wir klären können, ob die Darmbakterien unseren seelischen Zustand überhaupt beeinflussen können, sehen wir uns zuerst an, wie Darm und Hirn zueinander stehen. Erstaunlicherweise besitzt der Darm nach dem Gehirn das zweitgrößte Nervennetzwerk des Körpers 100 Millionen Nervenzellen liegen im Darm! Das ist ganz schön beeindruckend, gehen wir doch meistens davon aus, dass fast alle unsere schlauen Nervenzellen im Gehirn sitzen. Tatsächlich ist der Darm aber besonders gut vernetzt – seine Nerven sorgen einerseits dafür, dass die komplexen Verdauungsbewegungen und das Weiterschieben der Nahrung (weiter unten des Stuhls) geregelt ablaufen. Andererseits sind die Nervenzellen auch mit der Aufgabe betraut, Informationen aus dem Darm zu sammeln und diese weiterzugeben… auch an das Gehirn. (1)

2. Kontrolliert das Gehirn den Darm?

Besonders interessant ist auch, dass der Darm sich zum Teil selbst steuert. Anders als zum Beispiel die Beinmuskulatur, braucht der Darm nicht unbedingt ein Gehirn, dass ihm sagt, dass er sich bewegen soll. Der Darm ist ein selbstständiges Organ! (1)

Trotzdem kann das Gehirn mitreden – zum Beispiel in Stresssituationen, wie wir es alle kennen. Vor einer großen Prüfungen, wenn die Nervosität ihren Höhepunkt erreicht, meldet sich der Darm und gibt ein besonders dringendes Geschäft an. In diesen Momenten übernimmt der sogenannte Sympathikus den Körper. Das sind Nerven aus dem Gehirn, die den Körper in Stresssituationen auf Flucht oder Kampf vorbereiten. Unnötiger Ballast hat da keinen Platz mehr. So kann das Gehirn die Darmbewegung, aber auch den Einsatz von Flüssigkeiten und Botenstoffen im Darm beeinflussen. Da kann sich auch nicht der Darm widersetzen… (1, 2)

Stress Darm Hirn Achse Mikrobiom Depression Angststörung
Stress hat wesentliche Auswirkungen – nicht nur auf unseren seelischen Zustand, sondern auch auf unseren Darm.

3. Wenn der Darm das Gehirn steuert

Viel spannender wird es jetzt: Nicht nur das Gehirn beeinflusst den Darm, sondern auch umgekehrt kann der Darm das Gehirn beeinflussen. Dafür gibt es verschiedene Wege. Einerseits stellen die Darmzellen Botenstoffe (Hormone) her, die über das Blut ins Gehirn gelangen. Andererseits kann der Darm auch über seine Nerven Botschaften an das Gehirn schicken. Dabei verwendet der Darm übrigens dieselben Hormone wie das Gehirn. Aber nicht nur Darmzellen stellen Hormone her, sondern auch Zellen des Immunsystems (von denen es im Darm nur so wimmelt). Alle das kann dem Gehirn mitteilen, wie es dem Darm gerade geht und bestimmt, wie das Gehirn damit umgeht. (1, 2)

4. Manipulieren uns unsere Darmbakterien?

Wer hätte das gedacht – unsere Darmbakterien helfen nicht nur bei der Verdauung, sie sind auch überaus aktiv und stellen ihre eigenen Produkte her. Einige dieser Produkte agieren als Botenstoffe, andere pflegen unsere Darmschleimhaut, wieder andere können ihr auch schaden. Auf jeden Fall bestimmen diese Produkte der Darmbakterien mit, wie es unseren Darmzellen ergeht und beeinflussen, was der Darm über sein Wohlbefinden mitteilt. Manche von ihnen könnten sogar direkt am Gehirn und so möglicherweise an unsere Stimmung mitwirken. Der Schlüssel, wie die Darmbakterien unser Gemüt beeinflussen, liegt aber in einem ganz besonderen Hormon… (1, 2)

Stress Darm Hirn Achse Mikrobiom Depression Angststörung
Könnte der Darm der Ursprung unserer psychischen Gesundheit sein?

5. Schlüsselstelle Serotonin

Serotonin wird oftmals als “Glückshormon” bezeichnet und ist einer der wichtigsten Botenstoffe des Gehirns. Dabei verwenden es viele Nervenzellen um miteinander zu kommunizieren. Besonders wichtig ist Serotonin im Zusammenhang mit der Entwicklung des Gehirns in frühen Jahren und unseren Gefühlen. Gerade deswegen nimmt es auch eine Schlüsselstelle bei psychischen Krankheiten, wie Depressionen und Angststörungen, ein. Die genauen Ursachen für diese Erkrankungen sind nicht vollständig geklärt, viele Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass ein Mangel an Serotonin vorliegt oder dieses zumindest nicht am richtigen Ort ausreichend verfügbar ist. Das würde auch erklären, warum Medikamente, die den Abbau oder Abtransport von Serotonin hemmen, so gut wirken. (1, 2)

6. Der Darm: die Serotonin-Schatzgrube

Aber was hat Serotonin nun mit den Darmbakterien zu tun? Dazu kommen wir jetzt. Der Großteil unseres Serotonins befindet sich nämlich nicht im Gehirn. Stattdessen liegen 95 % unseren gesamten Serotonins im Darm! Dort ist es nämlich einer der bedeutendsten Botenstoffe des Darm-Nervennetzwerks und bestimmt zum Beispiel die Darmbewegungen. Genau weil der Darm unsere Serotonin-Schatzgrube ist, ist es denkbar, dass der eigentliche Serotonin-Mangel im Darm und nicht im Gehirn beginnt. (1, 2)

7. Die Darmbakterien regulieren Serotonin

Depressionen und Angststörungen könnten ihren Anfang also im Darm nehmen. Wie wir schon gehört haben, beeinflusst unser Mikrobiom den Darm in vielerlei Hinsicht. Genauso ist es auch bei der Serotonin Herstellung – auch hier greifen die Darmbakterien ein. So produzieren die Bakterien zum Beispiel kurzkettige Fettsäuren, die einerseits die Darmschleimhaut pflegen, andererseits aber auch den Darmzellen signalisieren, ob und wie viel Serotonin sie herstellen sollen. (1, 2)

Stress Darm Hirn Achse Mikrobiom Depression Angststörung
Serotonin-Mangel könnte die Ursache für Depressionen sein. Dieser Mangel beginnt möglicherweise im Darm.

8. Serotonin aus der Nahrung

Außerdem brauchen unsere Darmzellen einen bestimmten Grundbaustein, das sogenannte Tryptophan, um Serotonin erst herstellen zu können. Dabei handelt es sich um eine Aminosäure, die in Eiweißen enthalten ist. Unser Körper kann Tryptophan nicht selbst herstellen, deswegen müssen wir es regelmäßig mit der Nahrung aufnehmen. Man findet Tryptophan zum Beispiel in Eiern, Joghurt, Datteln, Cottage Cheese, Hafer, Mandeln, Schokolade und vielem mehr. Aber auch hier, bei der Aufnahme von Tryptophan, mischen sich die Darmbakterien ein. Sie beeinflussen nämlich wie viel Tryptophan aus unserer Nahrung unsere Darmzellen überhaupt erreicht und wie viel wir in Folge aufnehmen können. (2, 3)

9. Macht das Mikrobiom psychisch krank?

Das ist noch schwer zu sagen. Welche Bakterienarten, wo und wie genau eingreifen ist noch nicht abschließend geklärt. Allerdings konnten mehrere Studien bereits zeigen, dass bestimmte Bakterien mit psychischen Erkrankungen in Verbindung stehen. So sind bei Menschen mit Depressionen zum Beispiel einige Bakterien, wie Anaerostipes, Klebsiella, und Streptokokkus erhöht. Andere Bakterienarten fehlen bei diesen Menschen hingegen, wie Faecalibakterium und das Milchsäurebakterium Bifidobakterium. (4)

10. Was kann man dagegen tun?

Du siehst, die Darm-Hirn-Mikrobiom Achse ist ein komplexes System, an der noch viel entdeckt werden kann. Klar ist jedoch, dass Depressionen und Angststörungen eng mit Serotonin zusammenhängen und dieses sich zum Großteil im Darm befindet, wo es von den Darmbakterien beeinflusst wird. Allerdings gibt es für psychische Erkrankungen unglaublich viele Faktoren, die an der Entstehung mitwirken und Darm & Mikrobiom sind nur ein Teil der Antwort. Viel wichtiger als eine gesunde Ernährung ist es aber sich Hilfe zu suchen und ehrlich darüber zu reden, wenn es uns psychisch nicht gut geht. Ein Besuch beim Arzt oder Therapeuten ist unglaublich wichtig und stellt keine Schande dar.

Stress Darm Hirn Achse Mikrobiom Depression Angststörung
Wir sollten alle mehr auf unsere psychische Gesundheit achten und mehr darüber sprechen!

(1) Khlevner J, Park Y, Margolis KG. Brain-Gut Axis: Clinical Implications. Gastroenterol Clin North Am. 2018;47(4):727-739.

(2) Martin CR, Osadchiy V, Kalani A, Mayer EA. The Brain-Gut-Microbiome Axis. Cell Mol Gastroenterol Hepatol. 2018;6(2):133-148.

(3) Holden, Joanne. USDA National Nutrient Database for Standard Reference, Release 22. Nutrient Data Laboratory, Agricultural Research Service, United States Department of Agriculture.

(4) Cheung SG, Goldenthal AR, Uhlemann AC, Mann JJ, Miller JM, Sublette ME. Systematic Review of Gut Microbiota and Major Depression. Front Psychiatry. 2019;10:34.

Geht unser Darm zur Schule?

… über die Lern- und Gedächtnisfähigkeit unseres „zweiten Gehirns“.

In unserer Körpermitte schlummert ein wichtiges Pendant zur Steuerzentrale in unserem Kopf: unser Bauchhirn. Wir nennen es auch unser „zweites Gehirn“, ein autonomer Teil des Nervensystems: das enterische Nervensystem.

Unser Bauchhirn besteht aus Nervenzellgeflechten, die sich durch die Wand des Magen-Darm-Trakts ziehen. Zu seinen Hauptaufgaben zählen die motorisch-sensorische Steuerung des Darms, Regulation der lokalen Durchblutung, der Gewebsvermehrung (Zellproliferation), des Schleimtransports und der Steuerung von Abwehr- und Hormonsystemen.

Unser Gehirn und unser Darm stehen ständig in engem Kontakt miteinander und kommunizieren über die sogenannte Darm-Hirn-Achse. Auch unser Mikrobiom ist maßgeblich daran beteiligt. (1)

Sowohl unser Kopfhirn, als auch unser Bauchhirn beherbergt komplizierte neuronale Netzwerke. Hierzu gibt es auch Beispiele aus der Entwicklungsgeschichte, wie im Falle der Süßwasserpolypen. Diese besitzen kein zentrales Nervensystem, sondern weisen nur ein Bauchhirn auf. Daher nehmen Wissenschafter an, dass unser Bauchhirn sich noch vor unserem Kopfhirn entwickelt hat, und somit für geraume Zeit an erster Stelle stand.

Bild eines Süßwasserpolypen (Hydra spp.), der nur ein Bauchhirn, aber kein Kopfhirn, besitzt. (2)

Beide Systeme befinden sich in regem Austausch miteinander. Unser Magen-Darm-Trakt kann durch Außenreize stimuliert werden, dadurch bestimmte Reaktionsweisen erlernen und sich sogar daran erinnern. Bei anderen einfacheren biologischen Systemen, wie Pflanzen und Schleimpilzen, hat man ähnliche Eigenschaften beobachten können.

Um dies zu überprüfen, suchen Forscher nach Beweisen, die diese Fähigkeiten des Darms, “Verhalten zu erlernen”, belegen können. Sie kamen zu dem Schluss, dass wiederkehrende, gezielte Reize die Empfindlichkeit, sowie die Struktur der Nervenzellen im Bauchhirn verändern und sich so eine Art Langzeitgedächtnis bildet, das sich wie ein “zweites Gehirn” verhält. Wiederholte, stetige Entzündungen des Darms oder auch von außen einwirkende Stressfaktoren können auf diese Weise bestimmte, “neu eingelernte” Reaktionen auslösen. Auch Untersuchungen an bestimmten Seeschneckenarten (Aplysia), die zur Erforschung neuronaler Mechanismen besonders geeignet sind, weisen in diese Richtung.

Hypothetisches Modell bezüglich Lernen und Gedächtnis im Darm. Die Pyramide zeigt die Arten des Lernens und die damit verbundenen allgemeinen Prozesse. Es gilt jedoch zu beachten, dass es bisher nocht keine Hinweise auf explizites Lernen im Darm gibt. (3)

Die beschriebenen Ergebnisse zeigen, dass die Veränderungen im Darm über längere Zeit beibehalten werden, auch wenn der ursprüngliche Stimulus weggefallen ist.

Bis jetzt konnte eine Art „einfaches Lernen“ im Darm nachgewiesen werden, jedoch existieren bisher noch keine konkreten Beweise auf explizites Erlernen. Da die formulierte Hypothese dennoch sehr plausibel erscheint, besteht durch die Möglichkeit einer Gedächtnisbildung im Darm, krankhaft verändertes Darmverhalten in dieser Hinsicht genauer zu untersuchen und somit das Auftreten bestimmter Darmstörungen (postinfektiöses Reizdarmsyndrom, funktionelle Oberbauchbeschwerden) zu erklären.

Deshalb sind weitere Studien erforderlich. Das Verständnis, auf welche Art und Weise unser Bauchhirn Informationen verarbeitet, könnte neue Möglichkeiten eröffnen, dieses neu zu programmieren, um Erkrankungen, die bisher als nicht behandelbar gelten, zu heilen.

Dass wir zwei Hirnhälften mit unterschiedlichen Aufgaben besitzen, weiß jeder. Aber dass wir auch zwei Gehirne in uns tragen, ist den wenigsten Menschen bewusst. Die Autoren des Buches fasziniert das Bauchhirn seit mehr als drei Jahrzehnten, und sie sind die führenden Experten in der Neurogastroenterologie. Ihr Ziel ist, die Medizin wachzurütteln und den Blick stärker auf das zweite Gehirn in unserem Körper zu lenken, seine Fehlfunktionen, aber auch sein Potenzial. (4)

Unsere Darm-Hirn-Achse, an der auch unser Mikrobiom maßgeblich beteiligt ist, bleibt somit weiterhin ein unglaublich spannendes Thema. Solltest du ebenso fasziniert davon sein wie wir es sind, findest du unter dem folgenden Link eine tolle Buchempfehlung: https://www.amazon.de/Darm-Hirn-geheime-Nervensysteme-Einfluss/dp/3451600153/ref=sr_1_1?keywords=darm+an+hirn&qid=1563117254&s=gateway&sr=8-1

Wir hoffen, du genießt die schönen Sommertage und findest ausreichend Zeit, sie in der Natur zu verbringen, um dein Mikrobiom durch etwas Bewegung – wie im letzten Artikel erwähnt – zu stärken! Hast du es denn schon auf seine Widerstandsfähigkeit testen lassen?

Publikationen:
(1) https://www.gutmicrobiotaforhealth.com/en/is-there-evidence-that-supports-learning-and-memory-in-the-gut/

(2) https://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BC%C3%9Fwasserpolypen

(3) Schemann, M, Frieling, T, Enck, P. To learn, to remember, to forget—How smart is the gut? Acta Physiol. 2019;e13296. https://doi.org/10.1111/apha.13296

(4) https://www.amazon.de/Darm-Hirn-geheime-Nervensysteme-Einfluss/dp/3451600153#reader_3451600153

Sportliche Betätigung und unser Darm-Mikrobiom

Wie wichtig Sport für unsere Gesundheit ist, ist jedem von uns bewusst – doch dass sich Bewegung auch positiv auf unser Mikrobiom auswirkt und vor allem wie, steht nun schon seit einiger Zeit im Fokus der Wissenschaft.

Wie neue Berichte zeigen, beeinflussen auch Sport und Bewegung unsere Darmflora. Forscher konnten in einigen Studien beweisen, dass Sport die Anzahl Butyrat-produzierender Bakterien und somit das bakterielle Stoffwechselprodukt Butyrat steigert, was im weiteren Verlauf in Zusammenhang mit erhöhter kardiorespiratorischer Fitness gebracht werden konnte. Butyrat ist eine kurzkettige Fettsäure, die aus bakterieller Fermentation von Nahrungsballaststoffen gewonnen wird. Sie erhöht die Vermehrung von Darmschleimhautzellen und dadurch die Barrierefunktion der Darmwand. Des Weiteren hilft sie bei der Regulierung des Immunsystems, sowie der Genexpression (Umsetzung der genetischen Information in zelluläre Strukturen und Funktionen).

Obwohl mehrere Studien inzwischen gezeigt haben, dass Bewegung die Zusammensetzung, die Funktionsfähigkeit und die Metaboliten der Darm-Mikrobiota verändert, sind die Auswirkungen unterschiedlicher Trainingsfrequenzen, -modi und -intensitäten unbekannt. Die Beurteilung der Auswirkungen von Bewegung auf die Darmmikrobiota in verschiedenen Populationen und deren Synergie mit verschiedenen Diäten stellt ebenfalls einen Schwerpunkt der zukünftigen Forschung dar.

Doch was sind nun die genaueren Mechanismen, die eine Veränderung unseres Darmmikrobioms mit sich ziehen?

Auch im Darm gibt es lymphatisches Gewebe, das circa 70% aller Immunzellen im Körper beherbergt. Mehrere Studien konnten beweisen, dass Bewegung die Genexpression (Umsetzung der genetischen Information in zelluläre Strukturen und Funktionen) intraepithelialer Lymphoczyten (Immunzellen in der Darmschleimhaut), sowie auch die Herabregulierung entzündlicher Zytokine (Regulationsproteine für das Wachstum und die Differenzierung von Körperzellen), die vermehrte Produktion nicht entzündlicher Zytokine und antioxidativer Enzyme verändert.

Sport reduziert den Blutfluss im Darm um mehr als die Hälfte, was zu einer signifikanten Darmischämie (Minderdurchblutung) führt, die bei hoher Bewegungsintensität innerhalb von 10 Minuten auftritt. Diese wird aber, sobald man sich wieder in Ruhephase befindet, sofort aufgehoben. Bewegung stellt daher einen Stressfaktor für den Darm dar, der positive Anpassungen stimuliert und die langfristige Belastbarkeit der Darmbarriere verbessert.

Auch eine veränderte Darmmotilität oder -aktivität des Darmnervensystems ist ein weiterer Mechanismus, durch den körperliche Betätigung das Darmmikrobiom beeinflussen kann. Bewegung verkürzt die Transitzeit im Dickdarm und beschleunigt nachweislich die Gasbewegung durch den Magen-Darm-Trakt. Veränderungen des gastrointestinalen Transits haben somit tiefgreifende Auswirkungen auf den pH-Wert des Darms, die Schleimsekretion, die Biofilmbildung und die Verfügbarkeit von Nährstoffen für das Mikrobiom.

Ein weiterer Mechanismus ist, dass Bewegungstraining den Kreislauf von Gallensäuren verändert. Gallensäuren sind starke Regulatoren des Darmmikrobioms und ein Fehlen dieser Moleküle ist mit signifikanten Veränderungen in der Zusammensetzung der Flora verbunden, was zu einem Ungleichgewicht der Bakterien im Darm führen kann (Darmdysbiose).

Schließlich verändert Sport den Stoffwechselfluss (die Geschwindigkeit des Umsatzes von Molekülen über Stoffwechselwege) erheblich und erfordert eine Kontraktion der Skelettmuskulatur, wodurch die Freisetzung von Myokinen (hormonähnliche Botenstoffe, die von der Muskulatur der Säugetiere bei Bewegung und Kontraktion ausgeschüttet werden), Metaboliten und neuroendokrinen Hormonen stimuliert wird, die über eine gemeinsame Schnittstelle mit dem Immunsystem direkt oder indirekt mit dem Darm interagieren können.

Belastungsbedingte Veränderungen des Mikrobioms haben nicht nur Auswirkungen auf den Darm, sondern auch auf den ganzen Körper (zBsp. Schutz vor Darmkrebs, entzündlichen Darmerkrankungen, Fettleibigkeit, Stoffwechselerkrankungen und gesteigerte geistige und kognitive Gesundheit). Körperliche Aktivität schützt vor vielen chronischen Erkrankungen und ist eine attraktive und kostengünstige Möglichkeit, um die Lebensqualität zu verbessern.

Vorgeschlagenes Modell für die Art und Weise, wie Bewegung die Darmmikrobiota und das Darmepithel verändert, mit möglichen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit. Bewegung bringt ebenso Vorteile für die Physiologie des gesamten Körpers mit sich und schützt vor Darmkrebs, entzündlichen Darmerkrankungen (IBD), Depressionen und Angstzuständen.

Insgesamt deuten zunehmende Daten darauf hin, dass sich regelmäßiges Training positiv auf das Darmmikrobiom auswirkt. Dieser Forschungsbereich wird sich in den kommenden Jahren zweifellos aufregend weiterentwickeln und es gibt viele Fragen, die noch zu beantworten sind.

Also, wie wäre es, bei dem schönen Sommerwetter auf Radtour oder ein wenig spazieren zu gehen, um dein Mikrobiom positiv zu unterstützen? ? Hast du es denn eigentlich schon testen lassen?

Vergiss des Weiteren natürlich nicht, bei den heißen Temperaturen ausreichend zu trinken und dich gut mit Sonnenschutz einzucremen.

Alles Liebe und einen schönen Tag,
Ina ?


Die Publikation: Exercise and the Gut Microbiome: A Review of the Evidence, Potential Mechanisms, and Implications of Human Health. Mailing LJ, et al. Exercise and Sport Science Reviews 47(2)75-85, April 2019. (https://journals.lww.com/acsm-essr/fulltext/2019/04000/Exercise_and_the_Gut_Microbiome__A_Review_of_the.4.aspx?fbclid=IwAR0Q3CTLWukI-pRgi2Owjax9SOWH3dXbeyXrj7aRcu1_XxCRVVP2oNGUGBE#pdf-link)

Erfrischender Sommersalat mit Wassermelone

Der Sommer ist da und das Angebot an frischem Gemüse und Obst ist so schön, wie nie zuvor! Da wird es Zeit für einen erfrischenden Salat mit viel knackigem Grünzeug, Schafskäse und einem herrlichen Limettendressing. Diese Köstlichkeit ist perfekt für heiße Tage, denn sie liegt nicht im Magen und schmeckt einfach wunderbar. Und nicht zuletzt, auch deinem Darm-Mikrobiom wird der Salat Freude bereiten. Holt euch das einfache Rezept und genießt unseren leckeren Salat mit einem Vollkorn-Baguette zu Mittag oder als Beilage zum Grillen – er schmeckt immer super, versprochen. 😉

Wie der Sommersalat deinen Körper in Schwung bringt

Gerade im Sommer wünschen wir uns zu Mittag etwas Leichtes, damit wir unseren Körper bei dieser Hitze nicht auch noch mit einer zu anstrengenden Verdauung belasten. Unser leckerer Sommersalat ist dafür genau richtig!

Sommersalat gesund, Mikrobiom, Wassermelone, Limette, Rucola
Sehen diese Farben nicht einfach zum Anbeißen lecker aus?!

Bei diesem Salat kommen wir auf ganze sechs unterschiedlichen Obst- und Gemüsesorten – Jungzwiebel, Endiviensalat, Rucola, Radieschen, Gurke und Wassermelone! Das ist ideal – denn das Obst und Gemüse ist nicht nur reich an Vitaminen und wunderbarem Geschmack, sondern auch an wertvollen Ballaststoffen. Genau die braucht dein Darm-Mikrobiom! Deine Darmbakterien ernähren sich nämlich vorwiegend von Ballaststoffen und fühlen sich erst richtig wohl, wenn du ihnen eine große Vielfalt anbietest. Je mehr Ballaststoffe, desto mehr unterschiedliche Bakterien siedeln sich an und desto gesünder und stabiler wird dein Mikrobiom! Ergo, versuche mehr verschiedene Gemüsesorten in deinen Alltag einzubauen und so dein Mikorbiom gesund zu essen. Hier findest du mehr Infos rund um das Thema. (1)

Außerdem helfen Ballaststoffe in Kombination mit viel Trinken bei hartnäckiger Verstopfung. Warum das so ist, erfährst du hier.

Zutaten

Für 2 Personen
vegetarisch, glutenfrei
Zubereitungszeit ca. 15 Minuten

Sommersalat gesund, Mikrobiom, Wassermelone, Limette, Rucola, Zutaten
Diese Zutaten brauchst du für unseren erfrischenden Sommersalat.
  • Grüner Salat: Endivien, Häuptelsalat…
  • Rucula
  • 1/2 Bund Radieschen
  • 1/2 Gurke
  • 3 Jungzwiebel
  • 1/4 Wassermelone
  • 100 g Schafskäse
  • 1-2 Limetten
  • Olivenöl
  • 1 Handvoll Pistazien
  • 1/2 Vollkorn-Baguette
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung

Als erstes wird das Gemüse gewaschen – also Salat, Rucola, Gurke, Radieschen und Jungzwiebel. Anschließend den Salat in bissgroße Stücke schneiden und gemeinsam mit dem Rucola in eine große Schüssel geben.

Danach die halbe Gurke und die Radieschen in feine Scheiben schneiden und zu dem Salat hinzufügen. Die Jungzwiebel von ihren Wurzeln befreien, in schmale Ringe schneiden und ebenfalls hinzugeben.

Sommersalat gesund, Mikrobiom, Wassermelone, Limette, Rucola
Knackig, grün, gesund und voller Geschmacksstoffe!

Jetzt geht es an den Superstar unseres Sommersalats: die Wassermelone! Das Viertel der Melone von der Schale befreien, in Scheiben schneiden und diese weiter in kleinere Würfel teilen. Auch diese Melonenwürfel dürfen jetzt in den Salat.

Dann bereiten wir auch schon das erfrischende Dressing vor: Dafür ein bis zwei Limetten auspressen und mit etwas Salz, Pfeffer und Olivenöl abschmecken.

Nun wird das Dressing auf dem Salat verteilt und alles gut durchmischt. Zum Schluss noch den Schafskäse über den Salat krümeln und die Pistazienkerne darüner streuen. Das war’s auch schon!

Wir wünschen euch einen guten Appetit und viel Freude mit unserem köstlichen Sommersalat! 🙂

Sommersalat gesund, Mikrobiom, Wassermelone, Limette, Rucola
Wir wünschen einen guten Appetit!

(1) Makki K, Deehan EC, Walter J, Bäckhed F. The Impact of Dietary Fiber on Gut Microbiota in Host Health and Disease. Cell Host Microbe. 2018;23(6):705-715.

Chronische Entzündungen beseitigen die Motivation

Das allseits bekannte Dopamin rein als „Glückshormon“ zu bezeichnen, lässt viele seiner wichtigen Funktionen untergehen. Viel mehr kann man es als „Lernhormon“ bezeichnen, da seine Ausschüttung im sogenannten dopaminergen System im Gehirn uns beispielsweise dazu motiviert, bestimmte Verhaltensweisen (wie etwa Essen, Bewegungssteuerung, Arbeitsgedächtnis …) auszuführen, sowie „Muster“, die sich „gut“ anfühlen, zu wiederholen.

Fühlen wir uns nun, etwa wenn wir krank sind, lustlos, hat dies auch damit zu tun, dass Entzündungen dieses dopaminerge System stören. Ebenso im Falle von chronischen Entzündungen, die in engem Zusammenhang mit unserem Mikrobiom stehen.

Durch die verminderte Freisetzung von Dopamin bemüht sich unser Körper, seinen Energieverbrauch während solcher entzündlichen Episoden zu optimieren, da er zur Heilung von Wunden und Infektionen, welche beide mit Entzündungen verbunden sind, mehr Energie benötigt, um damit das Immunsystem zu unterstützen.

Um sicherzustellen, dass genügend Energie verfügbar ist, reduziert unser Gehirn den Antrieb, andere Aufgaben zu erledigen, da diese zu viel Energie, die zur Heilung benötigt wird, in Anspruch nehmen würden.

Dies ist im Wesentlichen eine Art „Neukalibrierung“ der spezialisierten Belohnungsneuronen im Motivationszentrum des Gehirns, sodass sich normale Aufgaben nicht mehr so anfühlen, als ob sie sich lohnen würden.

Laut einer neuen Studie zu Folge wird der Mechanismus dieser Rekalibrierung durch eine immunvermittelte Störung des Dopaminwegs ausgelöst, wodurch die Dopaminfreisetzung verringert wird.

Immunzellen setzen sogenannte Zytokine frei (zelluläre Signalmoleküle), die die Funktion der Dopamin-freisetzenden Neuronen beeinflussen, wodurch unsere Bereitschaft, hart zu arbeiten, gemindert wird.

Um im Alltag funktionsfähig, motiviert und gesund zu bleiben, ist es deshalb umso wichtiger, unser Mikrobiom und unsere Darmschleimhaut mit der richtigen Ernährung, Bewegung und ausreichend Schlaf in Schuss zu halten, da diese auch eng mit Entzündungsprozessen (Leaky Gut) verknüpft sind!

☀️ Also, wie wäre es bei dem schönen Sommerwetter mit einem Spaziergang an der frischen Luft oder einem kühlenden Joghurtbecher mit Beeren? Deine Darmflora und dein Immunsystem werden es dir danken! ☺️

Quelle: https://www.news-medical.net/news/20190605/Chronic-inflammation-removes-motivation-by-reducing-dopamine-in-the-brain.aspx

Durchfall: Wenn das Mikrobiom verrückt spielt

Jeder kennt ihn, aber was wenn er zum langfristigen Begleiter wird: Durchfall ist extrem unangenehm und manchmal auch schmerzhaft. Für viele von uns gehört er zum gelegentlichen Kranksein dazu, aber für manch andere wird er chronisch und beeinträchtigt den gesamten Alltag. Aber wieso leiden so viele Menschen an chronischem Durchfall oder Reizdarm Syndrom? Was für eine Rolle spielen dabei die Darmbakterien? All das und was du gegen hartnäckigen Durchfall tun kannst, erfährst du hier in 10 Schritten.

1. Was passiert bei Durchfall?

Hast du dich schon einmal gefragt, wie Durchfall überhaupt im Darm entsteht? Normalerweise wird deine Nahrung während der Verdauung mit reichlich Flüssigkeit angereichert – bis zu neun Liter pro Tag gibt dein Dünndarm zur Nahrung hinzu! So gut wie alles – 8,9 Liter – nimmt der Darm weiter unten wieder auf, ansonsten hätten wir große Schwierigkeiten ausreichend hydriert zu bleiben. Bei Durchfall hat der Darm entweder zu wenig Zeit das ganze Wasser wieder aufzunehmen oder bestimmte Stoffe oder Erreger in der Nahrung führen dazu, dass der Darm daran gehindert wird das Wasser aufzunehmen. (1)

Es gibt unglaublich viele Ursachen für Durchfall! In der Meidzin spricht man von Durchfall sobald man dreimal pro Tag oder öfter flüssigen Stuhl hat. Entscheidend ist vor allem ob er akut oder chronisch ist. Von chronischen Durchfall spricht man, wenn er länger als sechs Monate besteht und dabei mindestens einmal pro Woche auftritt. Alles darunter gilt als akut. (1, 2)

Durchfall Reizdarm Ernährung ist wichtig
Auch deine Ernährung spielt bei Durchfall eine wichtige Rolle.

2. Der “normale” Durchfall

Bei akutem Durchfall handelt es sich oft um die wohlbekannten Magen-Darm-Grippen und Lebensmittelvergiftungen. Dabei schnappt der Körper Krankheitserreger, wie Viren oder bestimmte Bakterien, auf. Die Erreger reizen Darm und Immunsystem und diese schlagen Alarm: Mit dieser Nahrung stimmt was nicht! Der Darm erhöht sofort das Tempo, denn die schlecht verdauliche Nahrung soll schnellstens wieder aus dem Körper – egal ob nach oben oder unten. Dieser Schutzmechanismus ist richtig clever, denn Krankheitserreger und Unbekömmliches werden wir so möglichst schnell wieder los und wir bleiben meist nur für zwei bis drei Tage krank. Das ist also der völlig normale Durchfall 😉 (1)

3. Wenn Durchfall nicht weggeht…

Aber was passiert, wenn Durchfall länger besteht? Dafür gibt es andere Ursachen, wie zum Beispiel bei Unverträglichkeiten und Allergien gegen Nahrungsmittel, Reizdarm Syndrom oder Chronisch Entzündlichen Darmerkrankungen.

Bei Unverträglichkeiten kann ein bestimmtes Nahrungsmittel nicht gut verdaut werden – das ist zum Beispiel der Fall bei Laktoseintoleranz, hier liegt das Problem beim Milchzucker. Es können aber auch Allergien gegen bestimmte Nahrungsmittel, wie zum Beispiel Nüsse oder Äpfel entstehen. Auch Zöliakie ist eine Sonderform der Unverträglichkeiten, nämlich auf Gluten (ein Weizenbestandteil). (1)

Selten aber doch kann Durchfall auch durch Chronisch Entzündliche Darmerkrankungen ausgelöst werden. Dabei liegt wahrscheinlich eine komplexe Störung des Immunsystems, des Darms und des Mikrobioms vor, die bewirkt, dass die Darmschleimhaut dauerhaft entzündet ist. (1)

4. Mysterium Reizdarm Syndrom

Eine der häufigsten Ursachen für chronischen Durchfall ist das Reizdarm Syndrom. Die genauen Ursachen dafür sind noch nicht vollständig geklärt, allerdings gibt es bereits vielversprechende Thesen. Wahrscheinlich entsteht die Erkrankung durch ein gestörtes Zusammenspiel des Immunsystems, der Darmbakterien und äußeren Einflüssen, wie zum Beispiel Ernährung, Medikamente, Psyche und Bewegung. Ein Reizdarm äußert sich bei jedem Menschen anders: So kann es beim Einen zu schwersten Durchfall, beim Anderen zu hartnäckiger Verstopfung oder zu einer Mischung aus beidem führen. Der Schlüssel zur Erklärung dafür könnte im Mikrobiom liegen! (3)

Trinken Reizdarm Durchfall Mikrobiom Tee Wasser
Bei Durchfall verlieren wir unglaublich viel Wasser – das heißt wir müssen umso mehr trinken.

5. Wie das Mikrobiom zu Reizdarm führt

Alle Bakterien des Darms bilden gemeinsam ein kleines Universum, das deinen Körper in vielerlei Hinsicht beeinflusst und für deine Gesundheit unerlässlich ist. Bei vielen Erkrankungen weiß man, dass dieses Mikrobiom aus der Balance gerät – unter anderem auch beim Reizdarm Syndrom. Wenn man also das Mikrobiom von Menschen mit Reizdarm, mit dem Gesunder vergleicht, entdeckt man deutliche Unterschiede. Zum Beispiel ist bei Reizdarm das Verhältnis von den Bakterien Firmucutes zu Bacteroidetes erhöht und es gibt weniger Laktobazilllen und Collinsella. (4)

6. Die Darmbakterien bestimmen zwischen Durchfall und Verstopfung

Interessanterweise gibt es auch je nach Reizdarm-Typ Unterschiede in der Störung des Mikrobioms. So haben zum Beispiel Menschen mit “Durchfalls-Reizdarm” im Vergleich zu Menschen mit “Verstopfungs-Reizdarm” mehr Streptokokken und weniger Bifidobakterien. Zur Zeit fehlen noch genauere Studiendaten zu den Reizdarm-Subtypen, aber in Zukunft könnte es möglich sein, allein von der Untersuchung des Mikrobioms festzustellen, ob und an welchem Subtyp des Reizdarm Syndroms jemand leidet. Wir setzen jetzt die Schritte für diese genaue Analyse! Hier erfährst du mehr über unseren Mikrobiom-Test. (5)

7. Genug Trinken

Du leidest an Reizdarm Syndrom und weißt nicht was du dagegen tun kannst? Als ersten Schritt solltest du darauf achten genug zu trinken. Das klingt vielleicht nicht besonders spannend, ist aber unglaublich wichtig! Wie schon erwähnt (siehe Punkt 1), kann dein Körper unglaublich viel Wasser über den Darm verlieren, was zu einem echten Problem werden kann. Deswegen viel Wasser oder Tee trinken! Bei einem gereizten Darm empfehlen sich übrigens Pfefferminz-Tee oder -Öl, Lavendel, Melisse, Kamille und Koriander.

Stress Reizdarm Durchfall Balance Yoga Meditation
Das Reizdarm Syndrom wird auch von Stress und dem seelischen Zustand bestimmt – Entspannungsübungen können helfen.

8. Auf die Ernährung schauen

Vielleicht ist dir schon aufgefallen, dass dein Darm auf bestimmte Nahrungsmittel besonders sensibel reagiert. Genau um diese Lebensmittel zu erkennen und um dem Darm eine Erholungsphase zu ermöglichen, gibt es ein Konzept: FODMAP. Dabei verzichtet man für ca. ein Monat auf blähende und schwer verdauliche Nahrungsmittel und führt diese Schritt für Schritt wieder ein. Auf diese Weise merkt man durch welche Nahrungsmittel sich die Beschwerden verstärken oder ausgelöst werden. Aber Achtung, FODMAP ist keine langfristige Lösung, da die Ernährung einseitig ist und gesunde Ballaststoffe fehlen. Vielmehr dient es um den Darm zu beruhigen und um nachhaltige Lösungen zu suchen. (6)

9. Auf die Balance achten

Wie bei vielen Krankheiten, spielt beim Reizdarm Syndrom auch dein seelischer Zustand eine große Rolle. Oft sind die Darmbeschwerden von Stress, innerer Unruhe, Angstzuständen und Depressionen begleitet. Meistens ergibt sich daraus ein Teufelskreis: Stress löst den Reizdarm aus, die Darmprobleme frustrieren und erhöhen den Stress, dem Darm geht es noch schlechter und so weiter und so fort. Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, ist es wichtig in sein Inneres zu hören, Stress abzubauen und ausgewogen zu leben. Regelmäßige Bewegung, Meditation und Zeit für sich, können dabei helfen. Überlege dir, wo du Schwierigkeiten hast und welche Freizeitaktivitäten dir gut tun könnten. Diese Schritte brauchen zwar etwas Zeit bis sie wirken, sind aber umso wichtiger. (3)

10. Auf zum Arzt!

Bitte vergiss nicht zum Arzt zu gehen, wenn deine Beschwerden stark sind oder lang bestehen. Chronischer Durchfall ist ernst zu nehmen und kann medizinische Schritte erfordern. Deswegen solltest du keine Scheu haben beim Arzt vorbei zuschauen und ehrlich von deinen Beschwerden zu erzählen.

Vergiss nie: Du bist nicht allein – unglaublich viele andere Menschen machen dieselben Beschwerden durch. Wir hoffen, dass dir der Artikel geholfen hat und einige interessante Tipps dabei waren!

Mikrobiom Durchfall Reizdarm Stress Arzt
Bei chronischem Durchfall solltest du einen Arzt aufsuchen.

(1) Herold et al. Innere Medizin. Eigenverlag 2012, ISBN 978-3-981-46602-7.

(2) Lacy B, Mearin F, Chang L, et al. Bowel Disorders. Gastroenterology. 20116; 150:1393–1407.

(3) Ohman L, Simrén M. Pathogenesis of IBS: role of inflammation, immunity and neuroimmune interactions. Nat Rev Gastroenterol Hepatol. 2010;7(3):163-73.

(4) Kassinen A, Krogius-kurikka L, Mäkivuokko H, et al. The fecal microbiota of irritable bowel syndrome patients differs significantly from that of healthy subjects. Gastroenterology. 2007;133(1):24-33.

(5) Jeffery IB, O’toole PW, Öhman L, et al. An irritable bowel syndrome subtype defined by species-specific alterations in faecal microbiota. Gut. 2012;61(7):997-1006.

(6) Altobelli E, Del negro V, Angeletti PM, Latella G. Low-FODMAP Diet Improves Irritable Bowel Syndrome Symptoms: A Meta-Analysis. Nutrients. 2017;9(9)