Monthly Archives: Oktober 2019

Mikrobiom und chronische Schilddrüsenentzündung

…, was die Bakterien in unserem Darm mit Hashimoto zu tun haben.

Wie in unserem letzten Artikel erwähnt, wollen wir heute erklären, wie SIBO (bakterielle Dünndarmfehlbesiedlung) und Leaky Gut (Syndrom eines durchlässigen Darms) mit der Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis (chronische Schilddrüsenentzündung) zusammenhängen.

Untersuchungen haben gezeigt, dass für die Hälfte aller Menschen, die an Hashimoto und Schilddrüsenunterfunktion leiden, SIBO (Small Intestinal Bacterial Overgrowth) eine zugrundeliegende Ursache sein kann.

Vorab gilt es zu verstehen, dass es sich bei Hashimoto um eine Autoimmunerkrankung handelt, was in erster Linie bedeutet, dass dies kein Problem der Schilddrüse an sich ist, sondern des Immunsystems.

Hashimoto-Thyreoiditis: Wenn das Immunsystem die Schilddrüse angreift. (3)

Autoimmunerkrankungen treten nämlich auf, wenn sich das Immunsystem gegen körpereigene Gewebe wendet und diese angreift.

Im Falle von Hashimoto greifen die vom Immunsystem produzierten Antikörper (vom Immunsystem gebildete Eiweißmoleküle zur Bekämpfung von Krankheitserregern und anderen Fremdstoffen) die Schilddrüse an.

Dies hat zur Folge, dass nicht mehr ausreichend Hormone produziert werden, was Stoffwechselprozesse verlangsamt und zu Symptomen wie Müdigkeit, Verstopfung, Haarausfall und sogenanntem „Gehirnnebel“ führt.

Auch Haarausfall kann ein Symptom von Hashimoto sein. (4)

Also ist die Schilddrüse, im wahrsten Sinne, eigentlich nur eine Art unschuldiger „Zuschauer“, der im Fadenkreuz des Immunsystems gefangen ist. Der wirkliche „Täter“ ist in diesem Falle das Immunsystem.

Doch was bewirkt, dass dieses die Schilddrüse angreift?

Dr. Alessio Fasano, ein weltbekannter Gastroenterologe und Forscher, hat herausgefunden, dass alle Autoimmunerkrankungen drei Faktoren gemeinsam haben:

  1. eine genetische Anfälligkeit
  2. Antigenexposition (Substanzen, an die sich Antikörper binden)
  3. erhöhte Darmdurchlässigkeit

Erhöhte Darmdurchlässigkeit (Leaky Gut oder auch „undichter“ Darm) bedeutet, dass sich die engen Verbindungen der Darmbarriere öffnen. Dadurch gelangen Bakterien, Toxine, Viren und Nahrungspartikel aus dem Verdauungstrakt in den Blutkreislauf.

Leaky Gut entsteht, wenn sich die sogenannten Tight Junctions im Darm auflösen. (5)

Weil solche Partikel im Blutkreislauf eigentlich nichts verloren haben, werden sie vom Immunsystem als Eindringling identifiziert, was dieses veranlasst, in den Angriffsmodus überzugehen.

Es entsteht ein großer Entzündungsschub, da das Immunsystem sozusagen „Überstunden“ macht, um all diese Bedrohungen außer Gefecht zu setzen.

Doch CAVE! Denn irgendwann kommt es zu einer Überforderung der Körperabwehr. Diese wirft vor Erschöpfung “die Hände in die Luft”, da sie mit den aufgebürdeten Lasten nicht mehr fertig wird und greift nun einfach alles an.

So gerät die Schilddrüse unter Beschuss und löst beispielsweise Hashimoto aus.

Was hat SIBO nun mit alledem am Hut?

SIBO: Dickdarmbakterien am falschen Platz im Dünndarm. (6)

SIBO entsteht, wenn sich eine erhöhte Anzahl von „falschen“ (Dickdarm-)Bakterien im Dünndarm befindet oder Veränderungen der Bakterienarten in diesem stattfinden.

Mit „falschen“ Bakterien ist gemeint, dass die Überwucherung meist nicht auf schlechte Bakterien zurückzuführen ist, sondern auf eigentlich gute Bakterien, welche sich nur am falschen Ort befinden.

Mehr über SIBO erfährst du hier!

Wenn nun die ansonsten guten Bakterien aus dem Dickdarm den Dünndarm besiedeln, in den sie nicht gehören, kann es zu einer ganzen Reihe von Symptomen und Folgeerkrankungen, wie Blähungen und Bauchschmerzen bis hin zu Nährstoffmängeln und Nahrungsmittelempfindlichkeiten, kommen.

Doch schlimmer noch:  Diese enorme Störung des Ökosystems im Dünndarm schädigt die Darmschleimhaut, führt zu Leaky Gut und löst somit den Kreislauf chronischer Entzündungen aus. Das Immunsystem reagiert darauf nun, wie zuvor erklärt, und Hashimoto beginnt sich zu manifestieren.

Schilddrüsenhormone spielen eine wichtige Rolle für viele körperliche Prozesse. (7)

Schilddrüsenhormone spielen eine große Rolle bei der Darmmotilität (Bewegung des Darms), indem sie das enterische Nervensystem (unser „Bauchhirn“) und den migrierenden Motorkomplex (MMC; durchströmt den Darm zwischen den Mahlzeiten, um die Nahrung im Verdauungstrakt weiterzubewegen) regulieren.

Im Allgemeinen bedeutet dies also, dass Schilddrüsenhormone die Geschwindigkeit beeinflussen, mit der die Nahrung verdaut wird und sich durch den Darm bewegt.

Wenn nun aber Hashimoto vorliegt und der Schilddrüsenhormonspiegel niedrig ist, verlangsamt sich dieser ganze Prozess, weshalb Verstopfung eines der typischen Symptome von Hashimoto ist.

Ebenso sind Verstopfungen typisch für Hashimoto. (8)

Alles, was dadurch im Dünndarm stecken bleibt, wird zu einem Festmahl für die Bakterien, was das negative Bakterienwachstum verschlimmert.

Wie bei jeder komplexen, chronischen Erkrankung besteht der Schlüssel zur Linderung also darin, die Hauptursachen, die die Fehlfunktion ausgelöst haben, zu identifizieren und zu beheben.

Hashimoto gilt derzeit als nicht heilbar, aber die Verbesserung der klinischen Symptome kann zum Absetzen chronischer Medikamente und zur Verbesserung der Lebensqualität führen.

Beispielsweise zeigen immer mehr Untersuchungen, dass die Aufnahme von Gluten und das Auftreten von Hashimoto miteinander in Verbindung stehen. Und zwar nicht nur bei Zöliakiepatienten, sondern auch bei Personen mit Glutensensitivität.

Aber mehr davon erzählen wir dir in unserem kommenden Artikel nächste Woche! Stay tuned 🙂

Dein Mikrobiom freut sich über Bewegung und gesunde Ernährung. (9)

Wieder einmal zeigt sich, wie wichtig es ist, gut auf unser Mikrobiom und Verdauungssystem zu schauen und es durch gesunde Ernährung und Bewegung in Schuss zu halten!

Weißt du denn schon, wie es um die Mitbewohner in deinem eigenen Darm steht? Nein? Dann teste es hier und wir unterstützen dich dabei, dies herauszufinden.

Sources/Publikationen:

(1) https://grassrootsfunctionalmedicine.com/blog/sibo-hashimotos/

(2) Fasano, A. (2012). “Leaky gut and autoimmune diseases.” Clin Rev Allergy Immunol 42(1): 71-78.

(3) https://www.netdoktor.at/krankheit/hashimoto-thyreoiditis-7954

(4) https://i.onmeda.de/haarausfall_frau_buerste-635×355.jpg

(5) https://www.glutenfreesociety.org/dr-fasano-on-leaky-gut-syndrome-and-gluten-sensitivity/

(6) https://feelycenter.com/2019/05/05/sibo/

(7) https://www.peak.ag/de/classic/peak-blog/schilddrusenhormon-das-stoffwechselhormon

(8) https://www.onmeda.de/krankheiten/verstopfung.html

(9) https://www.ausmed.com/cpd/articles/human-gut-microbiome-explained

Therapieresistente Bauchschmerzen und SIBO

…, wenn sich dein (Dickdarm-) Mikrobiom am falschen Platz befindet.

Da unser Wissensstand rund um das Mikrobiom in den letzten Jahren maßgeblich gestiegen ist, ist nun auch der Blick der Forschung immer mehr auf SIBO (engl. small intestinal bacterial overgrowth) gerichtet.

Immer öfter äußert sich die Fehlbesiedlung und Überwucherung von Bakterien im Dünndarm als Krankheitsbild.

Doch was passiert hierbei nun genau? Ist dies eine Antwort auf therapieresistente, unerklärbare Bauchschmerzen? Komm mit und ergründe dieses Thema gemeinsam mit uns!

Eingangs ist zu erwähnen, dass SIBO sich meist ebenso durch unspezifische Beschwerden äußert. Dies kann es schwierig machen, es vom Reizdarmsyndrom zu unterscheiden.

Pathophysiologie (Lehre von den Krankheitsvorgängen und Funktionsstörungen) bei SIBO. (1)

Genauer gesagt handelt es sich dabei um ein “Zuviel” an ungünstigen Bakterien im Dünndarm, was zu Symptomen wie Blähungen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit und Veränderungen beim Stuhlgang führt.

Es kann sogar so weit reichen, dass Fette, Proteine und Mikronährstoffe nicht mehr richtig vom Körper aufgenommen werden (Malabsorption). Zudem begünstigen Operationen, die die Bewegungen des Dünndarms beeinflussen, ein potenzielles Auftreten von SIBO.

Eigentlich enthalten der Magen, sowie der Anfangsteil des Dünndarms nur sehr wenige Bakterien. Die Menge dieser wird zum Großteil von der Magensäure, der Gallenflüssigkeit, von Enzymen (ermöglichen chemische Reaktionen im Körper) und Immunglobulinen (Eiweißmoleküle zur Bekämpfung von Krankheitserregern), sowie von Darmbewegungen (Peristaltik) in Schach gehalten.

Wie im Bild dargestellt, erkennt man deutlich die Steigerung von Bakterien je mehr man sich dem Dickdarm nähert. (2)

Je näher man sich über die „Weiterleitung“ des Dünndarms über die Ileozökalklappe (trennt die beiden Strukturen) dem Dickdarm nähert, desto mehr Bakterien können gefunden werden, die eigentlich im Dickdarm zu Hause sind.

Normale, weiterleitende Darmbewegungen, sowie eine funktionierende Ileozökalklappe sind Voraussetzung, um ein „Rückwärtswandern“ der Bakterien vom Dickdarm in den Dünndarm zu verhindern.

Entstehen kann SIBO also nun entweder durch anatomische, immunologische, sowie enzymatische Probleme, oder, wenn die beiden wichtigsten regulatorischen Mechanismen, Darmbewegungen und Magensäureproduktion, zur Kontrolle der Bakterienzahl im Dünndarm verändert sind.

Diagnosepunkte für SIBO. (1)

Darmkontraktion bezwecken den Weitertransport des Nahrungsbreis, sowie auch von Mikroorganismen. Ist diese Bewegung eingeschränkt, beispielsweise durch bestimmte Medikamente oder Diabetes mellitus, kann das die Fähigkeit des Dünndarms zur Selbstreinigung beeinträchtigen.

Die genaue Definition von SIBO lautet daher: Bakterielle Überwucherung definiert durch eine abnormal hohe Bakterienmenge und gleichzeitig auch das Vorliegen von “falschen” (Dickdarm-) Bakterien im Dünndarm, welche Kohlenhydrate zu Gas fermentieren können.

Des Weiteren kann es dadurch zu einer Schädigung der Schleimhaut des Dünndarms kommen, was dazu führen kann, dass essentielle Bausteine (Kohlenhydrate, Proteine, Fette, Eisen, Vitamin B12) aus der Nahrung nicht mehr aufgenommen werden können.

Diagnose und möglicher Therapiealgorithmus bei Verdacht auf SIBO. (1)

Diese Bausteine dienen nun wiederum den Mikroorganismen als Futter, was in weiterer Folge (durch Fermentierungsprozesse) zu einem Aufgeblähtsein/Blähungen, sauren Stühlen, oder Defiziten in der Nährstoffversorgung führt.

Eine Therapie von SIBO gestaltet sich daher wie folgt:

1. Korrektur zugrundeliegender Erkrankungen oder anatomischer Besonderheiten – sofern dies möglich ist

2. Antibiotikatherapie oder Verwendung von pflanzlichen Substraten

3. Anpassung der Ernährung

Die Reduktion von fermentierbaren Kohlenhydraten ist eine wirksame Adaption der Ernährung, um Symptome zu kontrollieren.

Regelmäßige Bewegung ist unglaublich wichtig für dein Mikrobiom, dein Gehirn und deinen gesamten Körper. (3)

Zusammenfassend ist erneut zu betonen, wie wichtig es für uns ist, gut auf unser Mikrobiom zu schauen, genügend zu trinken, sich ausreichend zu bewegen und sich gesund zu ernähren.

All dies unterstützt Verdauungsprozesse und -bewegungen, damit diese regelrecht vonstattengehen können und sich deine Bakterien nicht vom Dickdarm in den Dünndarm verirren.

Auch gesunde Ernährung trägt maßgeblich zu einem widerstandsfähigen Mikrobiom bei. So bleibst du leistungsfähig und fit im Alltag! (4)

Nächste Woche nehmen wir dich mit auf die Reise, genauer herauszufinden, was denn SIBO mit Hashimoto-Thyreoiditis (chronische Entzündung der Schilddrüse) zu tun hat. Also, stay tuned! 🙂

Weißt du denn schon, wie es um die Beschaffenheit deines Mikrobioms steht? Nein?

Dann teste es gleich hier und wir unterstützen dich dabei, das herauszufinden.

Publikationen/Sources:

(1) Dr. med. Martin Wilhelmia; Diana Studerus, E. B. S. D. m. M. D. P. D. m. S. V. (28.02.2018). ” Die Antwort auf therapierefraktäre Bauchbeschwerden?; SIBO: «small intestinal bacterial overgrowth» “. from https://medicalforum.ch/article/doi/smf.2018.03208.

(2) https://reizdarm.one/erkrankungen/duenndarmfehlbesiedlung-sibo/

(3) https://www.pexels.com/photo/exercise-female-fitness-foot-601177/

(4) https://www.pexels.com/photo/flat-lay-photography-of-vegetable-salad-on-plate-1640777/

Verdauungssystem und Mikrobiom …

… Arbeitet diese “Fabrik” in uns denn richtig?

„Gut gekaut ist halb verdaut.“ – Komm und ergründe in unserem neuen Blogartikel gemeinsam mit uns, was es mit diesem Sprichwort auf sich hat.

Zugegebenermaßen, jeder von uns kennt es: Das hastige Essen am Schreibtisch oder während dem Autofahren oder das unachtsame Greifen in die Chipstüte neben der Lieblingsfernsehsendung. Oft nehmen wir Nahrung in stressigen Situationen zu uns oder denken eigentlich gar nicht viel darüber nach, achtsam zu essen und uns für unsere Mahlzeiten Zeit zu nehmen, um diese mit allen Sinnen zu genießen.

Stress beeinflusst unseren Körper und auch unser Mikrobiom auf vielen Ebenen. (2)

Dass dies aber viele von uns an Blähungen, Sodbrennen oder Verstopfung leiden lässt, dem schenken wir, oft aus Bequemlichkeit, leider nicht so viele Gedanken. Hast du dich denn eigentlich schon einmal gefragt, warum das so ist?

Diese häufig auftretenden Verdauungsbeschwerden können tatsächlich mit gestresstem Essen zusammenhängen. Um das besser zu verstehen, schauen wir uns einmal die normale Funktionsweise der Verdauung genauer an.

Verdauung kann als eine Art Aufteilung von Nahrung definiert werden, um so die Aufspaltung von Nährstoffen zu ermöglichen. Denn im Grunde genommen sind wir eigentlich nicht das, was wir essen, sondern das, was wir resorbieren. Was nützt es uns also nun, auf gesundes Essen zu achten, wenn wir dabei unsere Verdauung komplett außer Acht lassen.

Doch wo beginnt denn diese nun eigentlich? Im Mund? Oder doch im Magen?

Verdauung beginnt nämlich im Gehirn: Schließt man für einen Moment die Augen und stellt sich eine leuchtend gelbe Zitrone vor, deren Saft man auspresst, wird man, sobald man die Augen wieder aufmacht, bemerken, dass sich bereits vermehrte Speichelbildung im Mund eingestellt hat. Dies gilt auch für die Magensäureproduktion.

Nehmen wir nun weiter an, dass wir uns die Zeit genommen haben, einen köstlichen Salat mit Lachs zu kreieren.

Wenn nun der erste Bissen im Mund angelangt ist, sind die Enzyme (Stoffe, die biochemische Spaltprozesse anregen) im Speichel schon bereit, die Kohlenhydrate im Salat und das Fett im Lachs abzubauen. Gründliches Kauen jedes Bissens trägt dazu bei, die Nährstoffe später noch besser aufzunehmen.

Nach dem Schlucken des Nahrungsbreis ist die nächste Station der Magen, welcher Magensäure absondert. Neben dem Schutz vor potenziellen bakteriellen oder viralen Eindringlingen, die sich in unseren Speisen verbergen können, ist es wichtig, dass Eiweiß abgebaut und Mineralien in unserer Nahrung freigesetzt werden.

Stellen der Vitamin B 12 -Resorption und Ursachen für einen Mangel. (3)

Übrigens ist Lachs reich an Vitamin B12, dessen Resorption von der Magensäure abhängig ist. Im Magen sorgen das Enzym Pepsin und die Magensäure dafür, dass Proteine aufgespalten und das Vitamin B12 so freigesetzt wird.

B12 bindet sich im Magen nun an körpereigene Transport-Proteine, die das Vitamin so in den Dünndarm transportieren.

Vitamin B12 ist ein kritischer Nährstoff. Es unterstützt neurologische Funktionen, schützt sowohl das Gedächtnis und hält uns bei guter Laune.

Als nächstes wandert die teilweise verdaute Nahrung vom Magen in den Dünndarm, wo über 95% der Nährstoffaufnahme stattfindet. Um dies zu ermöglichen, müssen die Bauchspeicheldrüse und die Gallenblase ihre „Verdauungsmagie“ walten lassen.

Die Bauchspeicheldrüse sondert erneut Enzyme ab, um Eiweiß, Kohlenhydrate und Fett weiter abzubauen, die Gallenblase scheidet Galle aus.

Galle hilft dabei, das Fett aus unserer Nahrung zu ziehen, um dieses dann für den Körper verwertbar zu machen. Gesunde Fette sind überaus wichtig für unseren Körper, denn beispielsweise bestehen über 60% unseres Gehirns aus Fett.

Im Dickdarm dient unser ballaststoffreicher Salat als zusätzliche Mahlzeit für gutartige Darmbakterien. Diese unterstützen uns dabei, den Stoffwechsel anzukurbeln, ein Hormongleichgewicht aufrechtzuerhalten, Vitamine zu synthetisieren (zum Beispiel Vitamin K für unsere Knochen und Biotin für gesunde Haare und Nägel). Ebenso verhindern Ballaststoffe Verstopfung. Deshalb ist es wichtig, dass wir unser Mikrobiom mit sehr viel Ballaststoffen füttern.

Lachs enthält beispielsweise gesunde Fette, die sehr wichtig für uns und unser Mikrobiom sind. (4)

Vorausgesetzt, wir trinken nun ausreichend und essen ballaststoffreich, führen rhythmische Verdauungskontraktionen zur Ausscheidung der Nahrungsreste.

Doch ein sehr wichtiges Bindeglied unserer “Fabrik” haben wir noch vergessen: unser Nervensystem, das unsere gesamte Verdauung reguliert. Stress während Mahlzeiten wirkt sich besonders stark auf dieses aus, was die normale Verdauungsphysiologie stören kann.

Der Körper befindet sich im sogenannten “Kampf oder Flucht”- Modus. In diesem wird das gesamte Verdauungssystem gehemmt, was zu häufigen Beschwerden führen kann. Wenn wir eine Mahlzeit zu uns nehmen, während wir uns gestresst fühlen, verschwenden wir keine Gedanken an das Essen, geschweige denn an das Kauen. Schlecht gekaute Lebensmittel werden in einen nicht optimal mit Säure vorbereiteten Magen transportiert. Das führt zu einem unangenehmen Gefühl im Oberbauch.

Am Eingang unseres Magens haben wir eine Art „Schutztor“, welches verhindert, dass Säure zurück in die Speiseröhre gelangt. Leider können einige unserer beliebtesten Lebensmittel und Getränke, wie Kaffee, Schokolade und Alkohol, zu einer Funktionsstörung dieses Tors beitragen. Übergewicht kann zusätzlich belasten und ein gesteigerter “Kampf oder Flucht” -Modus kann die Symptome von Sodbrennen verstärken.

Während es ernsthafte Krankheiten gibt, die die Einnahme von säureblockierenden Medikamenten erfordern, kann deren wahllose Zufuhr über einen langen Zeitraum riskant sein und die Wahrscheinlichkeit eines Calcium- oder Vitamin B12-Mangels erhöhen.

Im Dünndarm hemmt Stress die Verdauungsfunktion der Bauchspeicheldrüse und der Gallenblase. Schlechte Bakterien können dann die Nahrung zersetzen, wobei Gas als Nebenprodukt entsteht, was zu einem Aufgeblähtsein führt.

Stress unterdrückt die normalen Kontraktionen im Dickdarm. Kombiniert mit einer Aufnahme von viel zu wenig Ballaststoffen und Flüssigkeit führt dies zu Verstopfungen.

Anatomie des autonomen Nervensystems und seiner sympathischen (Kampf oder Flucht) und parasympathischen (Ruhe und Verdauung) Zweige. Viele Organe erhalten Signale von diesen. (5)

Fühlen wir uns aber während der Nahrungsaufnahme entspannt (“Ruhe und Verdauungs”-Modus), kann diese regelrecht vonstattengehen. Rhythmische Kontraktionen im Darm bewegen die Nahrung sanft weiter.

Wir essen, wir verdauen, wir nehmen auf, wir scheiden aus. Durch das Zeitnehmen beim Essen haben wir so die Nährstoffaufnahme positiv beeinflusst.

Zusammenfassend tut es uns also richtig gut, sich für das Essen Zeit zu nehmen, tief durchzuatmen, richtig zu kauen und zu entspannen.

Unsere Einstellung gegenüber Mahlzeiten beeinflusst die Verdauung und letztendlich die Nährstoffe, die wir aufnehmen. Also im Grunde genommen, was wir sind und werden.

Für eine optimale Gesundheit muss nicht nur darauf geachtet werden, was wir essen, sondern auch, wie wir essen.

Auch unser Darm-Mikrobiom freut sich sehr darüber! Hast du deines denn schon testen lassen?

Verwendete Quellen:

(1) Healthy Digestion – Not What, But How? | Courtney Jackson | TEDxMontrealWomen, https://www.youtube.com/watch?v=P6_36Axaebs

(2) https://www.pexels.com/photo/design-desk-display-eyewear-313690/

(3) Wong, Cw. (2015). Vitamin B12 deficiency in the elderly: Is it worth screening?. Hong Kong medical journal = Xianggang yi xue za zhi / Hong Kong Academy of Medicine. 21. 10.12809/hkmj144383. / https://www.researchgate.net/figure/Sites-of-vitamin-B-12-absorption-and-causes-of-deficiency-Abbreviations-B-vitamin-B-12_fig1_309856556

(4) https://www.pexels.com/photo/brown-fish-fillet-on-white-ceramic-plate-46239/

(5) Eckstein, Maria & Guerra-Carrillo, Belén & Miller Singley, Alison & Bunge, Silvia. (2016). In press version of ms.