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Du hast es von deiner Mutter: Deine Augen, deine Nase und dein Mikrobiom

An diesem besonderen Tag, der dazu bestimmt ist alle Mütter zu feiern, gibt es unzählige Dinge, für die du deiner Mutter dankbar sein kannst – auf biologischer Ebene vielleicht sogar mehr als du denkst. Während du das wertvollste Geschenk von ihr bekommen hast, dein Leben – hat sie dir neben Genen auch verschiedene Bakterien weitergegeben, die maßgeblich zu deiner Gesundheit beitragen. 

Wann entsteht ein Mikrobiom?

Bald nach der Empfängnis beginnt ein menschlicher Embryo, ein bemerkenswertes Organ zu bilden, das für sein Überleben entscheidend ist. Die Plazenta ist sowohl eine Lebensader als auch ein Wächter: Sie transportiert Sauerstoff, Nährstoffe und Immunmoleküle aus dem Blutkreislauf der Mutter zu ihrem sich entwickelnden Fötus, aber sie dient auch als Barriere gegen Infektionen. Seit mehr als einem Jahrhundert gehen Ärzte davon aus, dass diese ephemere Struktur – wie der Fötus und die Gebärmutter selbst – steril ist, es sei denn, es geht etwas schief. Inzwischen wird diese Annahme allerdings zunehmend in Frage gestellt: Könnte es sein, dass sich das Mikrobiom doch schon im Mutterleib beginnt zu entwickeln?

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Offenbar werden die ersten Bakterien nicht erst bei der Geburt übertragen

Das Dogma von der sterilen Gebärmutter geht auf den französischen Kinderarzt Henry Tissier zurück, welcher im 19. Jahrhundert untersuchte, wie ein Baby erstmals mit Bakterien in Kontakt kommt. Aus diesem Grund nahm man auch an, dass per Kaiserschnitt geborene Babys möglicherweise einen Nachteil haben. Schließlich kommen sie nicht mit den wertvollen vaginalen Bakterien in Berührung, die sonst die ersten Mitglieder der künftigen Mikrobengemeinschaft im Körper bilden. Vor mehr als 30 Jahren fanden Wissenschaftler dann Hinweise, die gegen das Dogma des sterilen Mutterleibs sprachen. Wissenschaftler haben Beweise für Bakterien in der Plazenta, im Fruchtwasser und im Mekonium – dem teerartigen ersten Stuhl, der sich bei einem Fötus in utero bildet – gefunden. Dies hat einige Forscher zu der Annahme veranlasst, dass sich das Mikrobiom bereits vor der Geburt beginnt zu entwickeln.

Wenn dies zutrifft und Bakterien ein normaler – vielleicht sogar entscheidender – Teil der Schwangerschaft sind, könnten sie eine wichtige Rolle bei der Gestaltung des sich entwickelnden Immunsystems spielen. Wissenschaftler könnten Wege finden, um die mikrobielle Zusammensetzung im Mutterleib zu verändern und möglicherweise Allergien, Asthma und andere Krankheiten abzuwehren. Sie könnten auch in der Lage sein, mikrobielle Profile aufzudecken, die mit Frühgeburten oder anderen Komplikationen während der Schwangerschaft in Verbindung gebracht werden, was helfen könnte zu klären, warum sie auftreten.

Die Forschung fängt gerade erst an, die wichtige Rolle hervorzuheben, die das Säuglings-Mikrobiom für verschiedene Aspekte der Gesundheit eines Säuglings spielt, insbesondere für die Immun- und Stoffwechselfunktion des Neugeborenen.

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Um sicherzugehen, dass das menschliche Mikrobiom bereits in der Gebärmutter entsteht, sind in Zukunft allerdings noch weitere Studien nötig.

Eines ist sicher: Bakterien aus dem mütterlichen Mikrobiom legen die Grundlage für die Ansiedlung von Bakterien in einem Baby, das schliesslich beginnt, dem Mikrobiom eines Erwachsenen um das dritte Lebensjahr zu ähneln.

Achte also an diesem Muttertag (und jeden Tag!) darauf, deiner Mutter für alles zu danken, was sie dir geschenkt hat, einschliesslich deiner Bakterien, die eine wichtige Rolle für deine Gesundheit spielen! Happy Mother’s Day!

References:

https://www.nature.com/articles/d41586-018-00664-8

https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fmicb.2019.01124/full