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Das Mikrobiom stellt sich vor…

6. November 2018  

Darmflora, Mikrobiom, Bakterien im Bauch, Mikrobiota… was bedeuten diese Worte? Flora klingt nach Pflanzen, die im Bauch wachsen, Mikrobiom klingt vor allem wissenschaftlich. Aber was soll man sich darunter vorstellen? Wachsen in meinem Darm kleine Bäume und Büsche, die gepflegt werden müssen? Diese Vorstellung ist vielleicht gar nicht so verkehrt. Tatsächlich sind es Bakterien, sowie einige Viren, Archaeen (Urbakterien) und Pilze. Zusammen nennt man sie Mikroorganismen. Und die werden sehr wohl gerne gepflegt!

Die meisten von uns haben von den kleinen Bewohnern in unserem Darm bis jetzt nur in Zusammenhang mit Antibiotika – Behandlungen gehört. „Für die Blasenentzündung bekommen Sie ein Antibiotikum von mir. Und dann schreibe ich Ihnen gleich noch etwas für Ihre Darmflora auf, damit sie nicht geschädigt wird.“ – Diesen Rat haben viele schon einmal vom Arzt bekommen. Aber was die Darmflora eigentlich ist, erklärt dann doch niemand.

Jeder von uns hat bis zu 39 Billionen Bakterienzellen auf und in seinem Körper. Das sind 1,3 Mal so viele Bakterien wie menschliche Zellen.

Bis jetzt haben wir Mikroorganismen gerne als Feind betrachtet und den meisten Menschen fällt beim Begriff „Bakterien“ Krankheit, Schmutz und Gefahr ein. Außer sie auszulöschen zu versuchen, haben wir ihnen bis jetzt wenig Beachtung geschenkt.

Dabei sind wir mehr Mikrorganismen als Mensch! Wir bestehen aus ungefähr 1,3 Mal so vielen Bakterien wie menschliche Zellen. Eine unvorstellbare Anzahl von 39 Billionen Bakterien lebt mit und in uns. Im Gegensatz dazu besitzen wir ca. 30 Billionen eigene Zellen – wobei man sagen muss, dass bis jetzt niemand diese Zellen tatsächlich gezählt hat. Dieses Verhältnis kann von Person zu Person schwanken und auch tagesabhängig sein. Es wäre sogar möglich, dass man nach einem Stuhlgang (wo Bakterien ausgeschieden werden) vorübergehend mehr menschliche Zellen besitzt (1). Obwohl man die Bakterien nicht sehen kann, sind sie überall: Jeder Quadratmillimeter deiner Haut ist mit ihnen übersäht. Wenn wir uns bewegen, lassen wir regelrecht eine Bakterienwolke als Spur zurück. Auch innerhalb des Körpers wimmelt es nur so von ihnen: Mund, Nase, Atemwege, Scheide und ganz besonders im Darm.

Dieses Zusammenleben, von dem beide (Mikroorganismen und Mensch) profitieren, nennt man eine Symbiose. Ohne diese tagtägliche Symbiose mit unseren Mitbewohnern könnten wir gar nicht so leben, wie wir es gewohnt sind. Wir wären alle krank und überhaupt vielleicht gar nicht erst so entstanden, wie wir heute sind. Um diese lange Beziehung überhaupt zu verstehen, müssen wir in der Zeit zurückgehen. Also auf geht’s zu einem Zeitraffer der Welt der Bakterien.


(1) Sender, R., Fuchs, S. &Milo, R. Preprint on bioRxiv http://dx.doi.org/10.1101/036103 (2015).

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