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Die wahren Könige der Welt

10. November 2018  

Die Erde ist 4,54 Milliarden Jahre alt – eine unvorstellbar lange Zeit. Um diese Zeit einschätzen zu können, schauen wir uns die Weltgeschichte als Metapher eines Kalenderjahrs an.(1) Gerade jetzt als du das liest, ist es der 31. Dezember kurz vor Mitternacht. (Zum Glück wurden Feuerwerke vor neun Sekunden erfunden.) Uns Menschen gibt es sowieso erst seit 30 Minuten und bis zum 26. Dezember wurde die Erde von Dinosauriern beherrscht, bis ein Asteroid alle, bis auf die Vögel, auslöschte. Anfang Dezember entstanden Blumen und Säugetiere. Die ersten Pflanzen an Land und größere Tiere im Meer tauchten im November auf. Die ersten Lebewesen, die aus mehr als einer Zelle bestehen, entwickelten sich ca. Anfang Oktober.(2)

Bakterien sind die am längsten existierenden Lebewesen auf der Erde. Uns Menschen gibt es im Vergleich dazu erst seit einem klitzekleinen Bruchteil der Weltgeschichte.

Bis dahin, also ganze drei Viertel des Kalenderjahrs, gab es keine sichtbaren Lebewesen, wie wir sie heute kennen! Nur einzellige Organismen– also Bakterien, Archaeen, Pilze und Viren – regierten seit März die Welt. Die„klassische“ Form von Leben, wenn wir an Natur denken, ist im Sinne der Weltgeschichte eine Neuerfindung. Mikroorganismen hingegen sind die Ureinwohner und haben den ganzen Planeten so geformt, dass wir erst entstehen konnten. Bakterien sind die ersten Lebensformen, die begannen ihre eignen Nährstoffe herzustellen und Energie zu gewinnen. Photosynthese, ein Vorgang bei dem heutzutage auch Pflanzen, Energie aus Sonnenlicht gewinnen und dabei Sauerstoff als „Müll“ anfällt, wurde auch von Bakterien erfunden. Ohne das Nebenprodukt Sauerstoff, das die Bakterien in die Atmosphäre pumpten, gäbe es keine Möglichkeit für Leben in der Form, wie wir es heute kennen.(3), (4)

Diese Mikroorganismen sind überall und mit diesem kleinen Einblick in die Weltgeschichte, lässt sich auch viel besser begreifen, wie eng unsere Leben mit ihnen verbunden ist. Es wird offensichtlich, dass wir an Bakterien, Viren und Pilze gewöhnt sein und mit ihnen zusammenarbeiten müssen, um auf dieser Erde bestehen zu können. Für uns ist es unmöglich komplett „allein“ zu sein. Sobald wir einmal diese Partnerschaft eingehen (nämlich bereits bei der Geburt), werden wir unsere Begleiter nie mehr los. Und das ist auch gut so!

Doch wie sieht es heute aus? Auf meinem Körper? Was machen diese ganzen Mikroorganismen überhaupt auf und in meinem Körper, wenn sie schon so eng mit mir verbunden sind?

Das erfährst du im nächsten Blog…


(1) Sir David Attenborough, Life onEarth; Ed Yong, I contain Multitudes

(2) Yong, Ed: I contain multitudes. TheBodley Head, London 2016. S. 7-10.

(3) Blankenship, R. E. (2010). Earlyevolution of photosynthesis. Plant Physiology. 154: 434-438.

(4) Soo, R, et al. (2017). On theorigins of oxygenic photosynthesis and aerobic respiration in Cyanobacteria. Science.355: 1436-1440.

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