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Eingeschränkte Medikamentenwirkungen …

29. Juli 2019  

… und was unser Darm-Mikrobiom damit zu tun haben könnte.

Wieso wirken manche Medikamente bei einigen gut und haben wenige Nebenwirkungen, bei anderen jedoch nicht?

Eine kürzlich veröffentlichte Studie an Mäusen hat untersucht, ob unsere Darmbakterien ein Schlüssel zur Lösung dieses Problems sein könnten und beeinflussen, wie gut ein Medikament wirkt.

Es wurde versucht, herauszufinden, welche Rolle unser Darm-Mikrobiom hierbei spielt. Dies ist überaus interessant, da viele Medikamente durch Schlucken eingenommen werden und so in unserem Verdauungstrakt landen.

Weil jeder von uns ein individuelles Mikrobiom besitzt, unterscheidet sich auch die Art und Weise, wie Medikamente verstoffwechselt werden von Person zu Person.

Es ist bereits bekannt, dass Medikamente bei manchen Menschen gut wirken, bei anderen nicht, es bei manchen länger dauert bis eine Wirkung eintritt, sowie, dass sie bei anderen heftige Nebenwirkungen hervorrufen oder bei manchen gar nicht mehr funktionieren.

Weitere Faktoren, die den Arzneimittelstoffwechsel beeinflussen. (3)

Es gibt viele Gründe, warum Menschen unterschiedlich auf dasselbe Medikament reagieren, einschließlich Alter, Geschlecht, Genetik und Ernährung. Könnten die Bakterien in unserem Darm also auch eine Rolle spielen?

Unser Mikrobiom enthält 150-mal mehr Gene als unser eigenes, menschliches Genom und kann somit eine Vielzahl von Enzymen produzieren. Diese Enzyme sind “Werkzeuge” der Darmbakterien, mit deren Hilfe sie Medikamente verändern können, indem sie sie entweder aktivieren oder unwirksam machen.

Frühere Studien zeigten bereits, wie Bakterien die Wirkungsweise bestimmter Medikamente beeinflussen können. So ist zum Beispiel Sulfasalazin, ein Medikament zur Behandlung von Colitis ulcerosa (eine Chronisch Entzündliche Darmerkrankung), auf Darmbakterien angewiesen, um überhaupt wirken zu können.

Umgekehrt kann Eggerthella lenta, ein im Dickdarm vorkommendes Bakterium, das Herzmedikament Digoxin unwirksam machen.

Obwohl Wissenschafter die Auswirkungen des Mikrobioms auf bestimmte Medikamente beschrieben haben, bleiben die molekularen Mechanismen jedoch bisher weitgehend unbekannt.

Stellen und Arten des Arzneimittelstoffwechsels nach oraler oder intravenöser Verabreichung. IV, intravenös. (4)

In der neuesten Studie untersuchten die Autoren die Wechselwirkungen zwischen Darmbakterien und Medikamenten, indem sie bakterielle Enzyme identifizierten, die Medikamente verstoffwechseln können. Sie fanden mithilfe genanalytischer Daten heraus, dass bestimmte Bakterien die Wirkung von Medikamenten verändern können.

Die Wissenschaftler hoffen, dass dieses Verständnis Ärzten künftig dabei hilft, vorherzusagen, wie Personen auf bestimmte Medikamente reagieren werden.

In Zukunft könnte es möglich sein, die Darmbakterien einer Person so anzupassen, dass ein Medikament effektiv wirkt und das Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen verringert wird. Es muss jedoch noch mehr Forschung betrieben werden, um ein klareres Bild davon zu erhalten, wie diese Wechselwirkungen genau funktionieren.

Es bleibt also weiterhin unglaublich spannend, was sich in den nächsten Jahren noch in der Wissenschaft in Bezug auf das Mikrobiom tun wird.

Hoffentlich bist du zur Zeit rundum gesund und bleibst davon verschont, Medikamente einnehmen zu müssen, um den Sommer in allen seinen Facetten ausgiebig genießen zu können. Auch dein Mikrobiom hängt eng mit einem starken Immunsystem zusammen – hast du es denn schon testen lassen?

Hier die Publikationen:
(1) https://www.medicalnewstoday.com/articles/325366.php

(2) Zimmermann, M., et al. (2019). “Mapping human microbiome drug metabolism by gut bacteria and their genes.” Nature 570(7762): 462-467.

(3) https://zimcl.tirol-kliniken.at/page.cfm?vpath=pharmakogenetik_analysenindikationen

(4) Ian D. Wilson, Jeremy K. Nicholson, Gut microbiome interactions with drug metabolism, efficacy, and toxicity, Translational Research, Volume 179, 2017, Pages 204-222, ISSN 1931-5244, https://doi.org/10.1016/j.trsl.2016.08.002. (http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1931524416301591)

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