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Krebs – liegt die Ursache und Lösung im Mikrobiom?

Krebs ist eine der führenden Mortalitätsursachen, weltweit ist fast jeder sechste Todesfall auf Krebs zurückzuführen (1). Unter mehreren Behandlungsoptionen werden Chemotherapie und Immuntherapie zur Behandlung von Krebs eingesetzt, indem diese die Teilung der Krebszellen verhindern oder das Immunsystem stärken, um die Krebszellen zu eliminieren (2). Trotz Fortschritte sind die Behandlungsergebnisse bei den meisten Krebsarten noch immer unbefriedigend.

Das Darm-Mikrobiom, also die Gesamtheit der Mikroorganismen, welche im Darm leben, tritt bei der Krebsforschung vermehrt in den Vordergrund. Es gilt als ein wichtiger Faktor, der sowohl mit der Tumorentstehung als auch mit der Wirksamkeit von Krebstherapien in Verbindung gebracht wird (3). Das Verständnis, wie sich Mikroorganismen auf Krebserkrankungen auswirken, könnte neue Möglichkeiten der Krebsprävention, -behandlung und -bewältigung eröffnen (8,9).

Das Darm-Mikrobiom hat einen Einfluss auf unsere Gesundheit

Der menschliche Körper ist ein komplexes Ökosystem, das von einer Fülle von Mikroorganismen bewohnt und beeinflusst wird, darunter Bakterien, Hefe, Pilze und Viren, welche zusammen das Mikrobiom bilden. Im Durchschnitt besteht ein gesunder menschlicher Körper aus etwa 30 Billionen Zellen und wird von etwa 39 Billionen Bakterienzellen bewohnt (4). Das Mikrobiom beeinflusst eine Vielzahl von Stoffwechselprozessen, darunter die Bildung von Hormonen, lebenswichtigen Vitaminen und anderen bioaktiven Verbindungen, die vom Menschen nicht auf andere Weise erworben werden können (5). Auch auf das Immun- und Nervensystem hat das Mikrobiom einen direkten Einfluss (6).

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Mikrobiom und der Zusammenhang von Krebs

Veränderungen im Mikrobiom können zur Entwicklung unterschiedlicher Krankheiten beitragen. Im Zusammenhang mit Krebs wurde nachgewiesen, dass einige spezifische Bakterien am Prozess der Tumorentwicklung beteiligt sind. Dabei aktivieren einige dieser Bakterien Entzündungsreaktionen und stören die Schleimschichten, die den Körper vor Eindringlingen von außen schützen. Dies bewirkt eine Umgebung, die das Tumorwachstum fördert. In anderen Fällen fördern Bakterien auch das Überleben von Krebs, indem sie Zellen gegen Krebsmedikamente resistent machen (7).

Darmbakterien können aber auch bei der Bekämpfung von Tumoren helfen (12). Im Jahr 2013 zeigte eine Studie am National Cancer Institute in Bethesda, Maryland, dass einige Krebsbehandlungen darauf beruhen, dass das Darm-Mikrobiom das Immunsystem aktiviert. Es wurde herausgefunden, dass das Chemotherapeutikum Cyclophosphamid die Schleimschicht schädigt, die den Darm auskleidet, sodass einige Darmbakterien in die Lymphknoten und die Milz wandern können, wo sie spezifische Immunzellen aktivieren. Bei Mäusen, die ohne Mikroben im Darm aufgezogen oder mit Antibiotika behandelt wurden, verlor das Medikament seine krebsbekämpfende Wirkung weitgehend (13, 14).

Das Darm-Mikrobiom hat das Potenzial, die Wirksamkeit der Krebstherapie zu beeinflussen

In einer weiteren Studie wurden Stuhlproben mehrerer Krebspatienten, die mit Chemo- oder einer Kombination aus Chemo- und Immuntherapie behandelt wurden analysiert. Dabei wurde festgestellt, dass das Darm-Mikrobiom derjenigen Krebspatienten, die gut auf die Therapie ansprachen, eine höhere mikrobielle Diversität aufwiesen (10). Die Diversität beschreibt dabei die Verschiedenheit des Mikrobioms und zeigt zusätzlich auf, ob die unterschiedlichen Bakterienarten gleichmäßig im Darm vorkommen oder einige Bakterienarten dominieren. Je mehr unterschiedliche Bakterienarten im Darm gleichmäßig vorkommen, desto höher ist die Diversität und desto widerstandsfähiger ist grundsätzlich das Mikrobiom (11).

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Die Beziehung zwischen den im Darm lebenden Mikroorganismen und Mensch ist komplex. Jedes Individuum hat seit Geburt einen spezifischen Mikrobiom-Fußabdruck geerbt. Mit dem Altern, Ernährung und Lebensstil entwickelt und verändert sich das Mikrobiom laufend. Wenn wir uns bereits präventiv mit unserer Mikrobiom-Gesundheit auseinandersetzen und mit der richtigen Ernährung und Lebensstil das Mikrobiom positiv beeinflussen, setzen wir einen wichtigen Schritt in ein gesundes Leben.

Refereneces

(1) World Health Organization. 2018. https://www.who.int/health-topics/cancer. Accessed 2019.

(2) Emens LA, Middleton G. The interplay of immunotherapy and chemotherapy: harnessing potential synergies. Cancer Immunol Res. 2015;3:436–43.

(3) Zitvogel L, Ma Y, Raoult D, Kroemer G, Gajewski TF. The microbiome in cancer immunotherapy: diagnostic tools and therapeutic strategies. Science. 2018;359:1366–70.

(4) Sender R, Fuchs S, Milo R. Revised estimates for the number of human and Bacteria cells in the body. PLoS Biol. 2016;14(8):e1002533.

(5) Lepage P, Leclerc MC, Joossens M, Mondot S, Blottière HM, Raes J, et al. A metagenomic insight into our gut’s microbiome. Gut. 2013;62(1):146–58.

(6) Vernocchi P, Del Chierico F, Putignani L. Gut microbiota profiling: metabolomics based approach to unravel compounds affecting human health. Front Microbiol. 2016;7:1144.

(7) Zhang H, Sun L. When human cells meet bacteria: precision medicine for cancers using the microbiota. Am J Cancer Res. 2018;8(7):1157–75.

(8) Sivan A, Corrales L, Hubert N, Williams JB, Aquino-Michaels K, Earley ZM, et al. Commensal Bifidobacterium promotes antitumor immunity and facilitates anti-PD-L1 efficacy. Science. 2015 Nov 27;350(6264):1084–9.

(9) Vétizou M, Pitt JM, Daillère R, Lepage P, Waldschmitt N, Flament C, et al. Anticancer immunotherapy by CTLA-4 blockade relies on the gut microbiota. Science. 2015 Nov 27;350(6264):1079–84.

(10) Heshiki Y, Vazquez-Uribe R, Li J, Ni Y, Quainoo S, Imamovic L, Li J, Sørensen M, Chow BKC, Weiss GJ, Xu A, Sommer MOA, Panagiotou G (2020) Predictable modulation of cancer treatment outcomes by the gut microbiota. Microbiome 8(1):28. doi: 10.1186/s40168-020-00811-2.

(11) Lozupone CA, et al. Diversity, stability and resilience of the human gut microbiota. Nature 489, 220 (2012).

(12) https://www.nature.com/news/gut-microbes-can-shape-responses-to-cancer-immunotherapy-1.22938

(13) https://science.sciencemag.org/content/342/6161/971

(14) https://science.sciencemag.org/content/342/6161/967

Ingwer und das Mikrobiom

… wie die Moleküle des Wurzelgewächses die Zusammensetzung der Bakterien im Darm beeinflussen.

Ingwer ist nicht nur in der Küche beliebt, wo sein würziges Aroma verschiedenste Gerichte verfeinert. Auch in der Medizin findet die scharfe Knolle zunehmend Beachtung. Vor allem bei Erkältungen wird oft auf Ingwer – aufgrund dessen stimulierender Wirkung auf das Immunsystem – zurückgegriffen.

Ingwer ist reich an ätherischen Ölen und Scharfstoffen und liefert ebenso Vitamine und Mineralstoffe wie Vitamin C, Magnesium, Kalium, Kalzium und Eisen.

Mikrobiologen der Universität von Louisville in Kentucky untersuchten nun jedoch die genaueren Mechanismen, die erklären sollten, wie sich Ingwer auf die Gesundheit und das Mikrobiom auswirke.

In früheren Studien hatten die Forscher bereits herausgefunden, dass Exosomen-ähnliche Nanopartikel, die aus Pflanzen wie Brokkoli und Ingwer stammen, dazu beitragen können, alkoholbedingte Leberschäden und künstlich hervorgerufene Kolitis (= Darmentzündung) in Mausmodellen zu verhindern.

Eine Skizze des beschriebenen Mechanismus, wie micro-RNAs unsere Darmbakterien beeinflussen. (1)

Exozytose („exo“ = außen) bezeichnet den Vorgang der Abgabe von Stoffen aus dem Intrazellularraum (= innerhalb der Zelle) in den Extrazellularraum (= außerhalb der Zelle). Zu diesem Zweck werden mit Abfallstoffen gefüllte Bläschen abgeschnürt, die sogenannten Exosomen. Das Exosom verhindert ein direktes Aufeinandertreffen zwischen Abfallstoff und Cytoplasma, da auch nicht mehr benötigte Nebenprodukte durchaus noch mit Zellorganellen schädlich interagieren können. Sobald das Exosom auf die Zellmembran trifft, verschmilzt es mit dieser und entleert den Inhalt in den Interzellularraum.

Als die Wissenschaftler nun kürzlich von Ingwer abgeleitete Exosomen-ähnliche Nanopartikel sequenzierten (= Aufklärung der Reihenfolge bestimmter Bausteine), stellten sie fest, dass diese viele microRNAs enthielten. microRNAs sind eine bestimmte Form der einsträngigen RNA in der Zelle, die an der Bildung eines von einem Gen kodierten Genprodukts, vor allem von Proteinen, beteiligt sind.

Dieser Fund veranlasste die Forscher dazu, sich zu fragen, ob die essbare Pflanzen-RNA von Darmbakterien aufgenommen werden und Expression in deren Genen anregen könnte. Expression ist die Art und Weise, wie genetische Information zum Ausdruck kommt und in Erscheinung tritt. Es konnte bereits bewiesen werden, dass menschliche fäkale micro-RNAs dies bei Mäusen tun.

Um alledem auf den Grund zu gehen, wurden die Mäuse mit gereinigten Exosomen-ähnlichen Nanopartikeln aus Ingwer gefüttert. Im Anschluss wurde die Zusammensetzung des Darmmikrobioms analysiert. Vor allem eine erhebliche Zunahme von Lactobacillaceae – einer Familie nützlicher Bakterien, die häufig als Probiotika verwendet werden – in behandelten Mäusen im Vergleich zu Mäusen, denen ein neutrales Medium verabreicht wurde, erwies sich als besonders interessant. Kulturen im Reagenzglas zeigten auch, dass die Nanopartikel das Wachstum von Lactobacillus rhamnosus und mehreren anderen Lactobacillus-Arten förderten.

1: Anhand einer im Mausmodell induzierten Kolitis untersuchten die Forscher die Auswirkungen von aus Ingwer stammenden, exosomenähnlichen Nanopartikeln auf die Darmflora. Das Team stellte fest, dass diese bevorzugt von Lactobacillus-Darmbakterien aufgenommen werden und deren Häufigkeit steigern.
2: Die Partikel enthalten microRNAs, die eine Reihe von Bakteriengenen stimulieren.
3: Insbesondere aktivieren sie einen Signalweg, der zur Expression von Interleukin-22 im Dickdarmschleim führt. Interleukine sind körpereigene Botenstoffe der Zellen des Immunsystems.
4: Es wird angenommen, dass dies die Gewebereparatur und die antimikrobielle Immunität fördert und letztendlich Kolitis-Symptome bei Mäusen verbessert.

(1)

Um im Weiteren herauszufinden, ob dieser Mechanismus eine positive Auswirkung auf die Gesundheit haben könnte, wurde bei Mäusen mit bestimmten Chemikalien eine Kolitis, die zu Geschwüren und Läsionen in der Darmschleimhaut führt, hervorgerufen. Nach dem Verzehr der Ingwer-Nanopartikel zeigten die Mäuse, im Vergleich zu der Kontrollgruppe, welcher durcheinandergemischte Partikel verabreicht wurde, eine Verbesserung ihrer Kolitis-Symptome.

Weitere Experimente deuteten darauf hin, dass die Ingwer-Nanopartikel eine Reihe von Bakteriengenen aktivieren, deren Signalwege die Gewebereparatur an der Darmschleimhaut fördern. Dies könnte der ausschlaggebende Grund für die Linderung der Symptome sein.

Laut den Forschern sind die Ergebnisse Beweis dafür, dass pflanzliche Nanopartikel die Zusammensetzung und Gesundheit unseres Mikrobioms beeinflussen können, was wiederum „einen neuen Ansatz für künftige Studien“ beherbergt.

In der Fachwelt veranschaulichten die Ergebnisse „einen bemerkenswerten Mechanismus dieser Wechselwirkungen zwischen der Ernährung, den Mikroben und dem Wirt“. Viele Studien legen Korrelationen zwischen ernährungsbedingten Eingriffen und Veränderungen im Mikrobiom fest, während aber nur sehr wenige die beteiligten molekularen Mechanismen untersuchen. Deshalb sollte es, auf Anraten der Experten, im Allgemeinen viel mehr Studien wie diese geben.

Selbstgekocht schmeckt’s doch am besten! ?

Besonders in der kalten Jahreszeit ist es wichtig, gut auf dich, deinen Körper und dein Mikrobiom zu schauen, um Erkältungen abzuwehren und dein Immunsystem, sowie deine Bewohner im Darm widerstandsfähig zu halten. Wie wäre es also mit einer leckeren Karotten-Ingwer-Suppe, die zusätzlich viele Ballaststoffe enthält?

Für 4 Portionen benötigst du:

  • 1 EL Kokosöl, oder ein anderes Öl
  • 1 Zwiebel, gehackt
  • 2 Knoblauchzehen, gehackt
  • 30 g Ingwer, gehackt
  • 5 (500g) große Karotten, grob geschnitten
  • 500 ml Gemüsesuppe
  • 1 EL Limettensaft
  • 1 TL Salz
  • Pfeffer zum Würzen

Erhitze Öl in einem großen Topf. Dünste die Zwiebel, Knoblauchzehen und Ingwer für 5 Minuten darin an. Gib die Karotten dazu und röste alles für 3 Minuten an. Dann leere die Gemüsesuppe dazu und lass es mit geschlossenem Deckel für 15 Minuten leicht köcheln. Püriere alles mit einem Mixer oder Pürierstab zu einer Suppe. Würze die Suppe mit Limettensaft, Salz und Pfeffer. Je nach Belieben kannst du die Suppe noch mit etwas (Cashew-)Sahne/Kokosmilch verfeinern. Willst du es etwas weniger würzig, ist die Menge an Ingwer selbstverständlich variabel.

Unsere leckere Karotten-Ingwer-Suppe: Je nach Belieben könnt ihr auch gemeinsam mit den Karotten etwas Kürbis anrösten.

Also, viel Spaß beim Nachkochen und eine schöne Adventszeit! ?
Dein Mikrobiom würde sich sicherlich sehr über eine wohltuende Suppe freuen! Hast du deines denn schon testen lassen?

Publikationen / Sources:

(1) Y. Teng et al., “Plant-derived exosomal microRNAs shape the gut microbiota,” Cell Host Microbe, 24:637–52, 2018.

(2) https://www.the-scientist.com/the-literature/molecules-found-in-ginger-remodel-the-microbiome-65369

Mikrobiom und Gluten – Zusammenhang mit Hashimoto

Wie in unseren vorigen Artikeln über SIBO angekündigt, beschäftigen wir uns diese Woche damit, welche Auswirkungen Gluten auf einen durchlässigen Darm („Leaky Gut“), das Mikrobiom und Autoimmunerkrankungen, wie Hashimoto-Thyreoiditis (chronische Schilddrüsenentzündung) hat.

Wie durch Leaky Gut SIBO (small intestinal bacterial overgrowth; bakterielle Dünndarmfehlbesiedlung) und in weiterer Folge Hashimoto entstehen kann, findest du hier.

Die Molekülstruktur von Gluten. Gliadin und Glutenin sind zwei Fraktionen von Gluten. Gluten formt sich bei der Vermischung mit Wasser. (7)

Bestimmt ist dir der Name Gluten in den letzten Jahren schon einmal untergekommen. Doch um was handelt es sich hierbei eigentlich genau?

Gluten ist eine Proteinfamilie, die in Getreide wie Weizen, Roggen, Dinkel und Gerste vorkommt.

Die beiden Hauptproteine in Gluten sind Glutenin und Gliadin. Gliadin ist für die meisten negativen Auswirkungen auf die Gesundheit verantwortlich.

Wenn Mehl mit Wasser gemischt wird, bilden die Glutenproteine ein klebriges Netzwerk, das eine kleberartige Konsistenz aufweist.

Gluten findet man hauptsächlich im Mehlkörper (Endosperm) von Getreide. (8)

Diese kleberartige Eigenschaft macht den Teig elastisch und lässt das Brot beim Backen aufgehen. Ebenso liefert dies auch eine weiche, fluffige Textur.

Interessanterweise leitet sich der Name Glu-ten (engl. glue = Kleber) von dieser kleberartigen Eigenschaft des feuchten Teigs ab.

Gluten kann nicht nur Entzündungen verursachen, sondern auch ein verändertes Mikrobiom und einen undichten Darm, sowie durch molekulare Nachahmung (mehr dazu später) direkt eine Autoimmunität im Körper auslösen.

Um kurz zu rekapitulieren: Bei Hashimoto-Thyreoiditis handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, was bedeutet, dass das Immunsystem körpereigenes Gewebe – in diesem Fall die Schilddrüse – angreift und dadurch zu wenig Schilddrüsenhormone produziert werden. Dieser Schlüsselpunkt ist wichtig, um zu verstehen, warum Gluten schädlich für die Schilddrüse sein kann.

Beim Leaky Gut – dem durchlässigen Darm – gelangen, bedingt durch die Auflösung der Verbindungen in der Darmschleimhaut, Partikel und Bakterien in die Blutbahn, die dort nichts verloren haben. Dies führt zu Entzündungen. (9)

Dank der Pionierarbeit von Dr. Alessio Fasano wissen wir, dass Leaky Gut einer der Hauptauslöser für Autoimmunerkrankungen ist, einschließlich Hashimoto.

Kurz und knapp: Beim Leaky Gut wird der Darm, insbesondere der Dünndarm, durchlässig. Dadurch können Partikel aus dem Verdauungstrakt in den Blutkreislauf gelangen und sich ungehindert bewegen. SIBO (bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms), Darminfektionen, Antibiotika, Steroide, Antibabypillen und Stress fördern die Entstehung von Leaky Gut.

Ebenso zeigen neue Forschungsergebnisse, dass das Aufsprühen von Glyphosat (Mittel zur Unkrautbekämpfung) auf Pflanzen auch einen wesentlichen Beitrag dazu leistet.

Somit haben nun auch Glutenpartikel einen Freifahrtschein in die Blutbahn, was das Immunsystem in höchste Alarmbereitschaft versetzt, um all dies zu neutralisieren.

Wie es dadurch zu chronischen Entzündungen, einer Überlastung des Immunsystems, sowie der Entstehung von Autoimmunerkrankungen kommt, liest du hier.

Antikörper (Reaktionsprodukt von Körperzellen auf bestimmte Stoffe = Antigene) binden an die spezifischen Proteinsequenzen von Antigenen (artfremde Eiweißstoffe, die im Körper die Bildung von Antikörpern gegen sich selbst bewirken). Obwohl Gluten, Kasein (Protein in Milchprodukten) und dein eigenes Gewebe unterschiedlich sind, teilen sie einige der gleichen Proteinsequenzen. Eine Kreuzreaktion tritt auf, wenn dein Immunsystem diese Moleküle nicht unterscheiden kann. (1)

Jedes Mal, wenn dein Körper Bakterien, Viren oder anderen Krankheitserregern ausgesetzt ist, merkt sich dein Immunsystem deren Struktur, insbesondere die Proteinsequenz, damit es diese in Zukunft erkennen und dich so gegen Eindringlinge verteidigen kann.

Jedoch ist das Erkennungssystem des Immunsystems nicht narrensicher. Im Falle von Gluten, dessen Moleküle und Proteinsequenzen denen des Schilddrüsengewebes sehr ähnlich sind, kann es zu einer Verwechslung (molekulare Mimikry = Nachahmung) kommen und es wird, zusätzlich zu den eigentlichen Glutenpartikeln, versehentlich körpereigenes Gewebe angegriffen, was die Entstehung einer Autoimmunkrankheit mit sich zieht.

Darüber hinaus erleben 50% der Menschen mit Glutenempfindlichkeit eine molekulare Mimikry mit Kasein (einem Protein, das in Milchprodukten vorkommt). Dies wird als Kreuzreaktivität bezeichnet, bei der man nicht nur auf den ursprünglichen Auslöser, sondern auch auf einen anderen Auslöser reagiert, der ersterem ähnelt.

Der Konsum von Gluten kann sich bei Menschen mit Glutensensitivität auch auf die Schilddrüse auswirken. (10)

Dank des undichten Darms können die Proteine jedes Mal, wenn Gluten und Milchprodukte konsumiert werden, in den Blutkreislauf gelangen und dort einen Angriff des Immunsystems auslösen. Wie bereits erwähnt, landet dann, aufgrund des Phänomens der molekularen Mimikry, auch das Schilddrüsengewebe im Fadenkreuz.

Das Weglassen von Gluten und Milchprodukten bei Hashimoto und Autoimmunerkrankungen im Allgemeinen kann daher förderlich für die Erholung der Darmschleimhaut und des Immunsystems sein. Der Darm kann sich reparieren, die Entzündungen lassen nach und somit auch die Angriffe auf die Schilddrüse.

Analysiere dein Mikrobiom und erfahre, was du tun kannst, um es gesund zu halten! (11)

Auch hier zeigt sich wieder, wie wichtig es ist, gut auf dein Mikrobiom zu schauen, um Erkrankungen wie Leaky Gut vorzubeugen. Die Bewohner in deinem Darm freuen sich über viele Ballaststoffe aus deiner Ernährung, ausreichend Wasser und Bewegung.

Weißt du denn, wie es um dein Mikrobiom steht? Nein? Dann teste es hier und wir helfen dir dabei, dies herauszufinden. 🙂

Publikationen/Sources:

(1) https://www.amymyersmd.com/2017/12/gluten-blame-hashimotos/

(2) https://www.medicalnewstoday.com/articles/318606.php#2

(3) Fasano, A. (2012). “Leaky gut and autoimmune diseases.” Clin Rev Allergy Immunol 42(1): 71-78.

(4) Vojdani, A. (2015). “Molecular mimicry as a mechanism for food immune reactivities and autoimmunity.” Altern Ther Health Med 21 Suppl 1: 34-45.

(5) Cusick MF, Libbey JE, Fujinami RS. Molecular mimicry as a mechanism of autoimmune disease. Clin Rev Allergy Immunol. 2012;42(1):102–111. doi:10.1007/s12016-011-8294-7

(6) https://www.huffpost.com/entry/4-reasons-gluten-and-autoimmune-disease-dont-mix_b_599c7abfe4b0521e90cfb5a3

(7) Belton, P.S., On the elasticity of wheat gluten. J. Cereal Sci., 29: https://slideplayer.com/slide/10369118/

(8) https://medium.com/@junereynolds/gluten-the-mystery-substance-976c0e70d91d

(9) https://thenaturalthyroiddoctor.com/gluten-and-the-thyroid/

(10) https://justinhealth.com/hashimotos-gluten-connection/

(11) https://mycipc.com/microbiome-health/

Therapieresistente Bauchschmerzen und SIBO

…, wenn sich dein (Dickdarm-) Mikrobiom am falschen Platz befindet.

Da unser Wissensstand rund um das Mikrobiom in den letzten Jahren maßgeblich gestiegen ist, ist nun auch der Blick der Forschung immer mehr auf SIBO (engl. small intestinal bacterial overgrowth) gerichtet.

Immer öfter äußert sich die Fehlbesiedlung und Überwucherung von Bakterien im Dünndarm als Krankheitsbild.

Doch was passiert hierbei nun genau? Ist dies eine Antwort auf therapieresistente, unerklärbare Bauchschmerzen? Komm mit und ergründe dieses Thema gemeinsam mit uns!

Eingangs ist zu erwähnen, dass SIBO sich meist ebenso durch unspezifische Beschwerden äußert. Dies kann es schwierig machen, es vom Reizdarmsyndrom zu unterscheiden.

Pathophysiologie (Lehre von den Krankheitsvorgängen und Funktionsstörungen) bei SIBO. (1)

Genauer gesagt handelt es sich dabei um ein “Zuviel” an ungünstigen Bakterien im Dünndarm, was zu Symptomen wie Blähungen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit und Veränderungen beim Stuhlgang führt.

Es kann sogar so weit reichen, dass Fette, Proteine und Mikronährstoffe nicht mehr richtig vom Körper aufgenommen werden (Malabsorption). Zudem begünstigen Operationen, die die Bewegungen des Dünndarms beeinflussen, ein potenzielles Auftreten von SIBO.

Eigentlich enthalten der Magen, sowie der Anfangsteil des Dünndarms nur sehr wenige Bakterien. Die Menge dieser wird zum Großteil von der Magensäure, der Gallenflüssigkeit, von Enzymen (ermöglichen chemische Reaktionen im Körper) und Immunglobulinen (Eiweißmoleküle zur Bekämpfung von Krankheitserregern), sowie von Darmbewegungen (Peristaltik) in Schach gehalten.

Wie im Bild dargestellt, erkennt man deutlich die Steigerung von Bakterien je mehr man sich dem Dickdarm nähert. (2)

Je näher man sich über die „Weiterleitung“ des Dünndarms über die Ileozökalklappe (trennt die beiden Strukturen) dem Dickdarm nähert, desto mehr Bakterien können gefunden werden, die eigentlich im Dickdarm zu Hause sind.

Normale, weiterleitende Darmbewegungen, sowie eine funktionierende Ileozökalklappe sind Voraussetzung, um ein „Rückwärtswandern“ der Bakterien vom Dickdarm in den Dünndarm zu verhindern.

Entstehen kann SIBO also nun entweder durch anatomische, immunologische, sowie enzymatische Probleme, oder, wenn die beiden wichtigsten regulatorischen Mechanismen, Darmbewegungen und Magensäureproduktion, zur Kontrolle der Bakterienzahl im Dünndarm verändert sind.

Diagnosepunkte für SIBO. (1)

Darmkontraktion bezwecken den Weitertransport des Nahrungsbreis, sowie auch von Mikroorganismen. Ist diese Bewegung eingeschränkt, beispielsweise durch bestimmte Medikamente oder Diabetes mellitus, kann das die Fähigkeit des Dünndarms zur Selbstreinigung beeinträchtigen.

Die genaue Definition von SIBO lautet daher: Bakterielle Überwucherung definiert durch eine abnormal hohe Bakterienmenge und gleichzeitig auch das Vorliegen von “falschen” (Dickdarm-) Bakterien im Dünndarm, welche Kohlenhydrate zu Gas fermentieren können.

Des Weiteren kann es dadurch zu einer Schädigung der Schleimhaut des Dünndarms kommen, was dazu führen kann, dass essentielle Bausteine (Kohlenhydrate, Proteine, Fette, Eisen, Vitamin B12) aus der Nahrung nicht mehr aufgenommen werden können.

Diagnose und möglicher Therapiealgorithmus bei Verdacht auf SIBO. (1)

Diese Bausteine dienen nun wiederum den Mikroorganismen als Futter, was in weiterer Folge (durch Fermentierungsprozesse) zu einem Aufgeblähtsein/Blähungen, sauren Stühlen, oder Defiziten in der Nährstoffversorgung führt.

Eine Therapie von SIBO gestaltet sich daher wie folgt:

1. Korrektur zugrundeliegender Erkrankungen oder anatomischer Besonderheiten – sofern dies möglich ist

2. Antibiotikatherapie oder Verwendung von pflanzlichen Substraten

3. Anpassung der Ernährung

Die Reduktion von fermentierbaren Kohlenhydraten ist eine wirksame Adaption der Ernährung, um Symptome zu kontrollieren.

Regelmäßige Bewegung ist unglaublich wichtig für dein Mikrobiom, dein Gehirn und deinen gesamten Körper. (3)

Zusammenfassend ist erneut zu betonen, wie wichtig es für uns ist, gut auf unser Mikrobiom zu schauen, genügend zu trinken, sich ausreichend zu bewegen und sich gesund zu ernähren.

All dies unterstützt Verdauungsprozesse und -bewegungen, damit diese regelrecht vonstattengehen können und sich deine Bakterien nicht vom Dickdarm in den Dünndarm verirren.

Auch gesunde Ernährung trägt maßgeblich zu einem widerstandsfähigen Mikrobiom bei. So bleibst du leistungsfähig und fit im Alltag! (4)

Nächste Woche nehmen wir dich mit auf die Reise, genauer herauszufinden, was denn SIBO mit Hashimoto-Thyreoiditis (chronische Entzündung der Schilddrüse) zu tun hat. Also, stay tuned! 🙂

Weißt du denn schon, wie es um die Beschaffenheit deines Mikrobioms steht? Nein?

Dann teste es gleich hier und wir unterstützen dich dabei, das herauszufinden.

Publikationen/Sources:

(1) Dr. med. Martin Wilhelmia; Diana Studerus, E. B. S. D. m. M. D. P. D. m. S. V. (28.02.2018). ” Die Antwort auf therapierefraktäre Bauchbeschwerden?; SIBO: «small intestinal bacterial overgrowth» “. from https://medicalforum.ch/article/doi/smf.2018.03208.

(2) https://reizdarm.one/erkrankungen/duenndarmfehlbesiedlung-sibo/

(3) https://www.pexels.com/photo/exercise-female-fitness-foot-601177/

(4) https://www.pexels.com/photo/flat-lay-photography-of-vegetable-salad-on-plate-1640777/

Gibt es den “perfekten” Stuhlgang?

… auf der Suche nach Gut’s Next Top Poop.

Für viele ein Tabuthema, ist es dennoch von außerordentlicher Wichtigkeit darüber zu sprechen, was sich in unserer Toilette befindet. Dies gibt aufschlussreiche Einblicke, wie es um unsere Gesundheit steht und unterstützt dabei, etwaige Verdauungsprobleme nicht unbeantwortet zu lassen.

Verdauungsprobleme können vielfältigen Symptomen zu Grunde liegen, wie Gewichtszunahme, Akne, Depression und hormonellen Problemen, um damit nur einige aufzuzählen.

Deshalb gilt es umso mehr, zu verstehen, was man denn eigentlich mit gesunder Verdauung meint. Darüber berichten wir euch mehr in einem der kommenden Posts.

Den Verdauungsprozess kann man sich wie ein Fließband in einer Fabrik vorstellen, welches als Produkt Stuhl hervorbringt und an dessen Erzeugung viele Mitarbeiter (Enzyme, Organe, …) ihre Finger im Spiel haben.

Am Endprodukt lässt sich schlussendlich feststellen, ob alles glatt gelaufen ist oder ob während der Herstellung Fehler gemacht wurden. Vergleicht man unseren Stuhl beispielsweise mit einem Motorrad und dieses Motorrad würde mit nur einem Rad, fünf Rückspiegeln und ohne Licht ausgeliefert werden, wüssten wir sofort, dass in der Fabrik etwas schiefgelaufen sein muss, da einem ja bewusst ist, wie das Endergebnis eigentlich aussehen sollte. So eben auch mit unserem Stuhlgang. Nur, dass wir uns mit hoher Wahrscheinlichkeit noch nicht damit befasst haben, wie denn dieser beschaffen sein sollte. Die heute gängigen Tiefspültoiletten machen uns die Inspizierung nicht wirklich leichter.

Die Zusammensetzung deines Mikrobioms (ob vorherrschend gute oder schlechte Bakterien vertreten sind) hat Einfluss auf die Entstehung von Blähungen. (3)

Oft ziehen wir einzig und allein die Frequenz unseres Stuhlgangs als Kriterium für eine „gesunde“ Verdauung heran, jedoch produzieren auch kranke Därme miserable Endergebnisse in regelmäßigen Abständen.

Um nun auf unsere Eingangsfrage zurückzukommen: Gibt es nun also so etwas wie den „perfekten“ Stuhlgang?

Um dies näher zu erläutern, ist dennoch zu erwähnen, dass wir alle Individuen mit unterschiedlichen Körpern sind, weshalb jeder seine eigene Variation und Bandbreite von „gesund“ besitzt und daher Abweichungen von einer Grunddefinition natürlich durchaus möglich sind.

Nichtsdestotrotz lassen sich aber einige Grundkategorien aufzeigen, die uns alle betreffen, um zumindest etwas Ordnung zu schaffen: Farbe, Form, Konsistenz, schwimmt der Stuhl oben im Wasser auf oder nicht, Frequenz, Geruch und die Passagezeit.

Einen idealen Stuhl kann man daher als mittelbraun (jedoch nahrungsabhängig, da dieser beispielsweise beim Verzehr von roter Beete dunkel oder von Spinat grün sein kann), kaum riechend und wohlgeformt beschreiben. Er ist von einer Schleimschicht umhüllt, die verhindert, dass der Anus verschmutzt. Deshalb sollten wir eigentlich, wie auch bei Hunden oder Katzen, kein Klopapier benötigen. Ergo, je mehr Toilettenpapier wir verwenden müssen, in desto unzufriedenerem Zustand unser Darm.

Wie bereits erwähnt, heißt täglicher Stuhlgang noch lange nicht, dass alles in bester Ordnung ist.

Denn auch der Geruch ist ein aussagekräftiges Indiz, ob denn bei der Produktion alles geklappt hat. Dies betrifft auch Blähungen und die Winde, die uns entwischen. Beim Verdauungsprozess selber werden nämlich keine Gase und Gerüche produziert, denn dies entsteht immer erst durch bakterielle Vorgänge im Dickdarm (unser Mikrobiom). Unangenehme Gerüche sind eher als nicht so gut einzustufen, denn riechen sie faulig, sind Fäulnisbakterien (böse Bakterien) aktiv, riechen sie nicht, sind Gärungsprozesse für die Gasentstehung verantwortlich, was wiederum für eine zu lange Passagezeit spricht.

Um noch einmal auf die Farbe zurückzukommen, ist diese von hell bis dunkelbraun im Normalbereich anzusehen. Unbedingt sollte man einen Arzt aufsuchen, wenn der Stuhl sich sehr hell (Gallenprobleme) oder schwarz mit blutigen Beimischungen (Blutungen im Dickdarm) zeigt. Auch Hämorrhoiden können für letzteres verantwortlich sein.

Ebenso sagt die Form des Stuhls viel über unsere Verdauung aus: Bleistiftdünner Stuhl bedeutet beispielsweise, dass der Körper gestresst ist, denn in diesem Zustand verengt sich der Dickdarm so, dass eben bleistiftdünner Stuhl dabei herauskommt.

Eine andere wichtige Form, die erwähnenswert ist, ist die Form von Murmeln wie bei Hasen. Dies ist hauptsächlich auf zwei Gründe zurückzuführen: Flüssigkeitsmangel und ein Mangel an Fett, aber dem guten Fett, das wir benötigen um Hormone herzustellen, sowie für die Funktion unseres Gehirns und unserer Zellen.

Vom Aussehen her sollte der Stuhl glatt sein, zeigen sich Unebenheiten, weißt dies auf Flüssigkeitsmangel hin.

Diese Bristol Stool Scale ist eine Tabelle zur Übersicht von Form und Beschaffenheit des menschlichen Stuhls. Sie ist ein diagnostisches Hilfsmittel, um die Dauer der Darmpassage beurteilen zu können, was wiederum Rückschlüsse auf bestimmte Erkrankungen zulässt.

Nach der Skala werden sieben verschiedene Stuhltypen unterschieden, wobei die Passagezeit von Typ 1 (bis zu 100 Stunden) bis zu Typ 7 (ca. 10 Stunden) abnimmt.  Die Typen 1 und 2 weisen auf eine Verstopfung hin, die Typen 5 bis 7 auf Durchfall. Die Typen 3 und 4 gelten als „Idealstuhl“, der leicht auszuscheiden ist und auf keine Erkrankungen hinweist. (4)

Auch sollte er sinken und nicht im Wasser „schweben“. Ist letzteres der Fall, ist wahrscheinlich zu viel Gas darin gefangen oder der Verdauungsprozess war von Anfang an beeinträchtigt (nicht richtig gekaut, zu wenig Salzsäure im Magen, …).

Sollte der Stuhl oben schwimmen, könnte es sein, dass Fette nicht richtig absorbiert werden beziehungsweise etwas mit der Leber nicht stimmt.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass eine ausreichende Kenntnis über unsere Verdauung und unseren Stuhlgang unerlässlich ist, da diese zentraler Teil unserer Gesundheit ist und beeinflusst, wie wir uns mental fühlen, wie wir aussehen und vieles mehr.

Wie im Abschnitt über Blähungen erwähnt, ist auch unser Mikrobiom ein wichtiger Mitarbeiter am Fließband und ein Ungleichgewicht der Bakterien (Dysbiose) kann erhebliche Verdauungsprobleme mit sich bringen.

Weißt du denn, wie es um dein eigenes Mikrobiom steht? Teste es hier und wir unterstützen dich dabei, dein persönlicher Darmmikrobiomexperte zu werden.

Verwendete Literatur/Sources:

  1. “Alles Scheiße!? Wenn der Darm zum Problem wird” von Dr.med. Adrian Schulte, Taschenbuch, Knaur MensSana TB
    12.01.2018, 224 S., ISBN: 978-3-426-87777-7https://www.droemer-knaur.de/buch/9375436/alles-scheisse-wenn-der-darm-zum-problem-wird
  2. “The answer to your health is in your poop” – TedTalk by Melissa Ramos, https://www.youtube.com/watch?v=vL_uTdfmqEk&list=PLCtNGgCVe561RaAlebr-ZUIrz6gIInidZ&index=3&t=5s
  3. https://www.chirurgie-portal.de/innere-medizin/internistische-erkrankungen/blaehungen/blaehungen.html
  4. https://haemorrhoidenratgeber.blogspot.com/2010/09/die-bristol-stuhlformen-skala.html

Immunsystem, psychische Gesundheit …

… und unser Mikrobiom.

Connecting the dots: Was diese drei vermeintlich unterschiedlichen Bereiche miteinander zu tun haben.

Unser Verständnis, wie die Psyche mit dem Immunsystem, sowie mit unserem Mikrobiom verbunden ist, war lange Zeit begrenzt. Doch nun haben Forscher in Norwegen sich darangemacht, dies genauer zu untersuchen. Es wird vermutet, dass Zytokine (Signalmoleküle des Immunsystems) eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung und dem Fortschreiten von psychischen Erkrankungen spielen.

Schon lange vermutete man, dass unser Immunsystem, welches eng mit dem Mikrobiom zusammenarbeitet, mit unserer psychischen Gesundheit interagiert. Jedoch ist bisher wenig über die biologischen Mechanismen bekannt.

Dies führte dazu, diese Thematik zuvor eher alternativen Therapeuten zu überlassen, was sich aber aufgrund der neuesten Ergebnisse nun langsam zu ändern scheint. Es finden immer mehr Ärzte Interesse daran. Nach Aussagen der Forscher werden diese Veränderungen auch von der Patientenschaft positiv wahrgenommen.

Je mehr wir über die Auswirkungen von Entzündungen auf das Gehirn erfahren, desto deutlicher wird auch deren Einfluss auf unser Verhalten. Entzündungen betreffen vor allem spezifische Neuronalkreisläufe, sowie Übertragungssysteme. Bestimmte Entzündungsmarker können beispielsweise bei depressiven Patienten vermehrt nachgewiesen werden. So beeinflusst das entzündliche Zytokin Interferon (IFN) -α Gehirnkreisläufe, die mit Motivation und motorischer Aktivität verbunden sind. Ebenso wirkt es sich auf Gehirnregionen aus, die mit Erregung, Angst und Alarmbereitschaft assoziiert sind. (2)

Zellen des Immunsystems kommunizieren über Signalmoleküle, welche als Zytokine bezeichnet werden.

Die Signalmoleküle, über die sich die Zellen des Nervensystems miteinander austauschen, nennt man Neurotransmitter.

Über die sogenannte Mikroglia, die einen Teil des Zwischengewebes im zentralen Nervensystem darstellt, kommunizieren diese beiden Systeme miteinander.

Die Mikroglia ist Teil des Immunsystems im Gehirn und reguliert Entzündungsprozesse in ihm. (3)

Daher weiß man nun auch, dass die Signalmoleküle des Nervensystems auch auf das Immunsystem übertragen werden können und umgekehrt.

Bisher gab es auf diesem Gebiet, wie bereits erwähnt, eher wenig seriöse Forschung. Es ist jedoch bekannt, dass Meditation, sowie emotionale Balance sich positiv auf das Immunsystem auswirken. Weitere Forschung auf diesem Gebiet ist aber erforderlich.

Ein ähnliches Projekt zeigte auf, dass Patienten mit mentalen Erkrankungen anfälliger für verschiedene Entzündungen im Körper und für Störungen des Immunsystems sind. Auch dies deutet darauf hin, dass eine Interaktion zwischen beiden Systemen besteht.

Darstellung verschiedener Kommunikationswege zwischen unserem Gehirn und unserem Mikrobiom. (4)

Umgekehrt fand man heraus, dass Menschen, die Vernachlässigung oder Kindesmissbrauch ausgesetzt waren, anfälliger für verschiedene Erkrankungen des Immunsystems sind.

Dies leitet zum Ansatz, ob man psychischen Erkrankungen eventuell durch Behandlung des Immunsystems vorbeugen könne.

Die Universitäten in Stavanger, Bergen und Utrecht, sowie die Norwegian University of Science and Technology sind an der Forschung in diesem Bereich beteiligt. Konkrete Ergebnisse können jedoch erst in einigen Jahren erwartet werden.

Nicht zu vernachlässigen in diesen Kreisläufen ist natürlich auch unser Mikrobiom, das entscheidenden Einfluss auf die Effektivität unseres Immunsystems hat. Deswegen ist es umso wichtiger, dass wir uns gut um unsere Mitbewohner im Bauch kümmern, um so auch unsere physische/psychische Gesundheit zu unterstützen.

Unser Körper ist eine Ansammlung an Systemen, die durch ihre Zusammenarbeit dafür sorgen, uns gesund zu halten. Unser Mikrobiom kann man hierbei als Kommunikationsmittel zwischen Körper und Außenwelt betrachten – hast du es denn schon testen lassen?

Publikationen:

(1) Immune System and Mental Health are connected, Steinar Brandslet, Norwegian University of Science and Technology, veröffentlicht am 15.08.2019, https://norwegianscitechnews.com/2019/08/immune-system-and-mental-health-are-connected/

(2) https://www.psychiatrictimes.com/special-reports/five-things-know-about-inflammation-and-depression

(3) https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Microglia_and_neurons.jpg

(4) Rogers, G. B., et al. (2016). “From gut dysbiosis to altered brain function and mental illness: mechanisms and pathways.” Molecular Psychiatry 21: 738. https://www.nature.com/articles/mp201650

Sind dein Mikrobiom und dein Gehirn durstig?

… wie Flüssigkeitsmangel unseren Darm und unser Mikrobiom beeinflusst, sowie Form und Aktivität des Gehirns verändert.

Schon ein geringer Wassermangel von 700ml löst im Körper Alarmbereitschaft aus. Da wir zu einem großen Teil aus Wasser bestehen, kann dies schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Ohne dieses Wasser würden viele biologische Prozesse nicht ordnungsgemäß funktionieren. Wir könnten weder sehen, hören, riechen, fühlen, schmecken, noch denken oder uns bewegen. Auf den Punkt gebracht: Unsere Zellen wären ohne diese Flüssigkeit nicht überlebensfähig.

Ohne Wasser wären wir nicht überlebensfähig, da es für viele wichtige Prozesse in unserem Körper unerlässlich ist. (4)

Wassermangel im Körper kann sich durch vieles ersichtlich machen. Dazu zählen Müdigkeit und Erschöpfung, ein erhöhter Cholesterinspiegel und Bluthochdruck, Nieren- und Blasenprobleme, Gewichtszunahme, Gelenkschmerzen, sowie Verdauungsprobleme.

Hierbei kann es vor allem zu Verstopfungen oder einem Mangel an wichtigen Mineralien kommen, was unser Mikrobiom ziemlich in Mitleidenschaft ziehen kann.

Auch führt Flüssigkeitsmangel im Darm zu einem erhöhten Entzündungsrisiko, da eine gute „Befeuchtung“ der Darmschleimhaut unerlässlich ist, um deren Schutzbarriere aufrechtzuerhalten. Dies kann so weit gehen, dass es die Zusammensetzung der Darmflora beeinflusst, sowie deren Interaktion mit dem Immunsystem.

Das fMRT-Bild (funktionelle Magnetresonanztomographie) des Gehirns eines Probanden zeigt erweiterte Hirnkammern (Ventrikel) und verdichtete Schaltkerne (zBsp. Thalamus). (5)

Ebenso konnten Forscher zeigen, dass Dehydrierung (Flüssigkeitsmangel) das Gehirn erheblich beeinträchtigen kann. Seine Form, sowie dessen Funktion in Punkto Aufgabenerfüllung sind hierbei maßgeblich betroffen.

Bei Flüssigkeitsmangel können Teile des Gehirns anschwellen (!), was neuronale Signale stört und dazu führt, dass es schwieriger wird, bestimmte Aufgaben zu bewältigen.

In einem Experiment konnte verdeutlicht werden, dass Probanden, die nach dem Sport unter Flüssigkeitsmangel litten, zu wiederholende Aufgaben häufiger verpatzten und dass deren Gehirne auffällige Veränderungen aufwiesen.

In Kombination mit Hitze und Anstrengung stellt Wassermangel eine noch größere Herausforderung für unseren Körper dar.

Ziel der Forscher ist es, beispielsweise herauszufinden, wie die gewonnen Erkenntnisse für eine erhöhte Arbeitssicherheit bei anstrengenden Tätigkeiten in heißen Umgebungen sorgen, sowie zur Unfallvermeidung beitragen können. Auch im Leistungssport spielt diese Fragestellung eine wichtige Rolle.

Um die Vorgänge im Gehirn genauer zu erklären, ist es wichtig zu erwähnen, dass sich bestimmte Strukturen, die Gehirnkammern (Ventrikel), bei Dehydrierung ausdehnen (!). Konsumierten die Probanden während des Trainings jedoch Wasser, schrumpften diese flüssigkeitsgefüllten Räume in der Mitte des Gehirns jedoch wieder.

Ebenso waren neuronale Schaltkreise vom Flüssigkeitsmangel betroffen.

Anzumerken ist hier aber auch, dass eine Überhydration ebenso nicht zielführend ist und gesundheitsschädliche Folgen mit sich bringen kann.

Es ist wichtig, ausreichend zu trinken, um beispielsweise Verstopfungen vorzubeugen. (6)

Zusammenfassend, achte also darauf, dass du, vor allem während der heißen Sommertage, genügend trinkst, um so dein Mikrobiom, deine Verdauung, dein Gehirn und im Allgemeinen deinen ganzen Körper funktionsfähig zu halten und leistungsfähig zu bleiben.

Weißt du denn schon, wie es um die Vielfalt und das Gleichgewicht deines Mikrobioms, welches durch Flüssigkeitsmangel verschoben werden kann, steht? Teste es hier und wir helfen dir, dies herauszufinden.  

Publikationen und Sources:

(1) Georgia Institute of Technology”Dehydration Alters Human Brain Shape, Activity and Slackens Task Performance.” http://neurosciencenews.com/dehydration-brain-shape-activity-performance-9723/ (accessed August 21, 2018).

(2) Useros, Noemi Redondo et al. “HYDRAGUT study: Influence of HYDRAtion status on the GUT microbiota and their impact on the immune system.” (2015).

(3) https://www.praxisvita.de/wassermangel-wenn-der-koerper-zur-wueste-wird-13199.html

(4) https://www.alimentarium.org/de/wissen/bedarf-wasser

(5) https://neurosciencenews.com/dehydration-brain-shape-activity-performance-9723/

(6) https://www.carstens-stiftung.de/artikel/top-10-darmgesundheit.html