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Die Auswirkungen von COVID-19 auf das Darm-Mikrobiom

Obwohl es sich bei COVID-19 primär um eine Atemwegserkrankung handelt, gibt es immer mehr Hinweise darauf, dass das Darm-Mikrobiom an dieser Erkrankung beteiligt ist. Je nachdem welches Bakterium vorhanden ist, kann das Darm-Mikrobiom den Krankheitsverlauf verbessern oder verschlechtern. Sinnvoll erscheint der Einfluss unseres Darms auch daher, weil dieser ca. 80% unseres Immunsystems beherbergt. 

Das Immunsystem ist ein Abwehrsystem, das viele biologische Strukturen und Prozesse innerhalb eines Organismus umfasst und vor Krankheiten schützt. Um richtig zu funktionieren, muss ein Immunsystem eine Vielzahl von Krankheitserregern erkennen und diese von dem eigenen gesunden Gewebe des Organismus unterscheiden. Lies mehr darüber, wie dein Darm-Mikrobiom dein Immunsystem stärkt. 

Oft sind Darmbeschwerden das einzige Symptom 

Inzwischen ist bekannt, dass das Corona-Virus nicht nur die Atemwege befällt, sondern auch andere Organe betroffen sind, wie z.B. das Darm-Mikrobiom. Wissenschaftler aus Kanada analysierten 36 Studien und stellten dabei fest, dass 18% der Erkrankten unter Verdauungsproblemen wie Appetitverlust, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen litten. Bei 16% der Corona-Patienten, stellten Darmbeschwerden die einzigen Symptome dar.

Rund 80% der Immunzellen befinden sich im Darm

Veränderungen der Darmflora bei schweren Corona Verläufen

Es ist bereits bekannt, dass eine zu starke Reaktion des Immunsystems auf das Corona-Virus den Krankheitsverlauf beeinflusst. Wenn das Immunsystem zu stark gegen den Erreger vorgeht, dann treten stärkere Nebenwirkungen und häufiger Komplikationen auf. Wie wir bereits wissen, spielt das Darm-Mikrobiom bei der Regulierung des Immunsystems eine wichtige Rolle. Rund 80% der Immunzellen befinden sich im Darm. Eine gesundes Darm-Mikrobiom bringt das Immunsystem ins Gleichgewicht, verhindert zu starke Abwehrreaktionen und wirkt sich gleichzeitig positiv auf ein geschwächtes Immunsystem aus. 

Zusammenhänge von Mikrobiom, Schweregrad und Verlauf

Wissenschaftler der Chinesischen Universität Hongkong haben Zusammenhänge zwischen einem gestörten Mikrobiom (Dysbiose), dem Schweregrad und dem Verlauf einer Corona-Infektion nachweisen können. Dazu wurden Stuhlproben von 87 infizierten Patienten analysiert, sowie von 13 Personen, die sich gerade von der Corona-Infektion erholten. Verglichen wurden diese mit 78 Stuhlproben, die man bereits vor der Corona-Pandemie von gesunden Probanden gewonnen hatte. Die Auswertung zeigte deutliche Unterschiede zwischen infizierten und gesunden Menschen.

Wenn das Darm-Mikrobiom aus der Balance gerät (Dysbiose)

In der Studie waren schwere Krankheitsverläufe mit einem Mangel an bestimmten Bakterien verbunden. Besonders Faecalbacterium prausnitzii und Bifidobacterium bifidum waren mangelhaft vertreten. Selbst nach Ausklingen der Infektion, waren diese Bakterien noch in zu geringer Zahl vorhanden. Gleichzeitig konnte ein Zusammenhang zwischen einer Störungen des Darm-Mikrobioms und der Höhe unterschiedlicher Entzündungsparametern festgestellt werden.

Es wird vermutet, dass ein Ungleichgewicht des Darm-Mikrobioms (Dysbiose) für das Ausmaß der Krankheit verantwortlich sein könnte, da es dadurch zu einer Fehlregulation des Immunsystems kommen kann. 

Die Basis eines gesunden Darm-Mikrobioms und Immunsystems bildet die richtige Ernährung und Lebensstil

Weitere Forschungen sind notwendig

In diesem Bereich sind noch viele Fragen offen, fest steht allerdings, dass ein Darm-Mikrobiom, das aus der Balance geraten ist, für viele Beschwerden verantwortlich ist und unsere gesamte Gesundheit und Wohlbefinden beeinflusst. Wir empfehlen das Darm-Mikrobiom regelmäßig zu kontrollieren und bewusst mit der Ernährung und Lebensstil für ein starkes Darm-Mikrobiom und Immunsystem zu sorgen.

References:

Lui, K., Wilson, M.P. & Low, G. Abdominal imaging findings in patients with SARS-CoV-2 infection: a scoping review. Abdom Radiol (2020) 

Yun Kit Yeoh et al; Gut microbiota composition reflects disease severity and dysfunctional immune responses in patients with CORONA; Gut BMJ Journals (2021)

Wie „Omas“ Küche zu deiner Immunabwehr beiträgt!

J eder weiß, wie wichtig es ist, gerade in dieser herausfordernden Zeit das Immunsystem zu stärken. Die meisten von uns kennen die Empfehlungen der superteuren Superfoods oder Nahrungsergänzungsmittel.

Jedoch ist es notwendig Acaibeeren oder Moringa zu konsumieren, um das Immunsystem zu stärken? NEIN! Nicht nur wir, auch unsere Großeltern können erleichtert aufatmen, denn auch Omis Hausmannskost stärkt dein Immunsystem!;-)

Wieso Omas Küche deine Immunabwehr stärken kann…

Die meisten von uns assoziieren Sauerkraut sofort mit Großmutters Küche. Die Geschichte des Sauerkrauts liegt weit zurück, denn schon im 17. Jhd. wusste man Sauerkraut sehr zu schätzen. Damals erkrankten viele Menschen an Skorbut, eine Krankheit, die durch Mangel an Vitamin C resultierte.

Um dem entgegen zu wirken führte Captain James Cook Sauerkraut als Grundnahrungsmittel für seine Matrosen ein und konnte somit Skorbut vollständig von seinen Schiffen verbannen. (1)

Aus frischem Weißkohl entsteht durch Milchsäuregärung Sauerkraut. Hierbei wird der Zucker im Kohl durch Bakterien in Milchsäure umgewandelt. 🙂

Heute stellen wir euch ein typisch österreichisches Rezept mit der Vitamin C Bombe Sauerkraut vor. Vor allem jetzt wo Corona ein Thema ist, ist es ganz wichtig, auf den Darm zu achten. Wir durften Anfang November die Weight Watchers ganz persönlich kennen lernen und haben eines ihrer wunderbaren Rezepte nachgekocht.

Es handelt sich um das niederösterreichische Gericht Krautfleisch. Das Besondere an diesem Rezept ist nicht nur, dass es durch die Rezepturveränderung von der deftigen zur leichteren Variante abgeändert wurde, sondern auch, dass es herrlich schmeckt und zusätzlich das Immunsystem stärkt.

Hier geht´s ans Gulaschfleisch schneiden 😀

Das enthaltene Sauerkraut liefert besonders viel Vitamin C. Durch Erhitzen des Sauerkrauts, enthält es im gekochten Zustand sogar mehr Vitamin C als im rohen Zustand. (2)

Außerdem zählt Sauerkraut zu dem probiotischen Lebensmittel, da bei der Fermentation des Weis- oder Spitzkohls Milchsäurebakterien zugeführt werden. (3)

Diese Probiotika sind besonders gesund für deinen Darm. Zusätzlich punktet das Krautfleisch, da das Eisen des Fleisches durch die hohe Menge an Vitamin C vom Sauerkraut besser vom Körper aufgenommen werden kann.

Ein kleiner Tipp: um die Flatulenzen auf Grund des Sauerkrauts zu mindern, hilft es Kümmel hinzuzufügen. Die im Kümmel enthaltenen Cuminaldehyde unterstützen die Bildung von Verdauungssäften, was sich positiv auf deine Verdauungsprozesse auswirkt und diese somit verbessern kann. (4)

Krautfleisch mit Petersilerdäpfeln und Skyr. Yumm 🙂

Zutaten

Für 4 Portionen

Zubereitungszeit ca. 30 min.

  • 400g mageres Schweinsgulasch (von der Schulter)
  • 2 mittlere Zwiebeln
  • 1 EL Pflanzenöl
  • 500g Sauerkraut
  • 3 EL Paprikapulver (edelsüß)
  • 1 TL Kümmel
  • 2 Lorbeerblätter
  • 2 TL Majoran
  • ½ l Gemüsesuppe
  • Öl, Salz, Pfeffer
  • Petersilie
  • Skyr
  • Beilage: gekochte Erdäpfel

Zubereitung

Zwiebeln schälen, würfeln und in 1 EL Öl anbraten. Fleisch zugeben und mitrösten. Gewürze untermischen. Mit Suppe aufgießen und 10 Minuten köcheln. Sauerkraut zugegeben und das Krautfleisch ca. 20 Minuten köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit Skyr, Petersilie und Chili verfeinern. Als Beilage eignen sich Petersilerdäpfel. (4)

Mahlzeit 🙂

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Quellen:
(1) Carpenter, K. J.: The History of Scurvy and Vitamin C (Die Geschichte von Skorbut und Vitamin C). Cambridge University Press, Cambridge 1986;


(2) Gerhard G. Habermehl, Peter E. Hammann, Hans C. Krebs und W. Ternes: Naturstoffchemie: Eine Einführung. Springer Verlag Berlin, 3. vollst. überarb. u. erw. Auflage 2008, ISBN 978-3-540-73732-2, S. 666.

(3) Health benefits of fermented foods: microbiota and beyond. Maria L Marco 1, Dustin Heeney 1, Sylvie Binda 2, Christopher J Cifelli 3, Paul D Cotter 4, Benoit Foligné 5, Michael Gänzle 6, Remco Kort 7, Gonca Pasin 8, Anne Pihlanto 9, Eddy J Smid 10, Robert Hutkins 11


(4) Singh RP, et al. Cuminum cyminum – A Popular Spice: An Updated Review. Pharmacogn J. 9(3):292-301 (2017).

(4) Rezept: Quelle: österreichische Küche leicht gemacht. Weight Watchers Österreich. https://www.weightwatchers.at/shop/b%C3%BCcher-und-ratgeber/kochb%C3%BCcher.html

So stärkst du dein Immunsystem im Lockdown 2.0

In diesen intensiven Zeiten ist es das Wichtigste, gesund zu bleiben. Da wir so vieles in unserem Leben nicht kontrollieren können, hilft es, uns auf Dinge zu konzentrieren, die in unserer Macht stehen. Auf Covid-19 bezogen bedeutet das, sich an alle “äußeren” Richtlinien zu halten, um sich selbst und andere zu schützen: Dazu gehören regelmäßiges Händewaschen, das Vermeiden von Berührungen im Gesicht, die Verringerung des sozialen Kontakts und das Tragen einer Maske.

Das Immunsystem von innen heraus stärken

Um den Körper vor Krankheiten zu schützen, kannst du selbst eine Menge tun, um eine Abwehr von innen aufzubauen und so an der Stärkung des Immunsystems arbeiten. Es gibt ein Organ im Körper, das wesentlich an der Funktion des Immunsystems beteiligt ist: Das Darm-Mikrobiom (1). Die Billionen von Mikroorganismen, die in deinem Darm leben, wurden in Studien damit in Verbindung gebracht, wie gut das Immunsystem in der Lage ist, Infektionen abzuwehren und die Gesundheit zu erhalten (2). Deshalb ist es gerade Zeiten wie diesen wichtig, auf ein ausgewogenes Darm-Mikrobiom zu achten. Lese hier mehr über das Mikrobiom & Immunsystem.

Die richtige Nahrung für ein gesundes Mikrobiom

Die Nahrung, die du isst, hat einen großen Einfluss auf die Vielfalt und das Gleichgewicht deines Mikrobioms. Der Verzehr eines breiten Spektrums pflanzlicher Lebensmittel und das Vermeiden verarbeiteter Lebensmittel, tragen dazu bei, die Vielfalt deines Mikrobioms zu erhöhen (3). Versuche viel Wasser, Obst, Gemüse, Nüsse, Samen und Vollkorngetreide, gesunde Fette wie z.B. hochwertiges Olivenöl und mageres Fleisch oder mageren Fisch zu verzehren. Vermeide Giftstoffe wie Alkohol, Salz, Süßigkeiten und zuckerhaltige Getränke, sowie künstliche Süßstoffe oder andere Zusatzstoffe (4,5). Zusätzlich hilft es, Probiotika wie Naturjoghurt, Rohkäse, sowie fermentierte Lebensmittel wie Kimchi und Sauerkraut einzubeziehen (6).

Der richtige Lebensstil trotz Lockdown

Sorge in Zeiten, wie diesen, für ausreichend Bewegung und frische Luft. Ob du nun zu Hause bei geöffnetem Fenster trainierst oder in der Nachbarschaft spazieren gehst (bitte halte unbedingt 1m Abstand zu anderen Menschen ein), versuche dich täglich 30 Minuten moderat zu bewegen. Darüber hinaus ist genügend Schlaf für die Gesundheit, sowohl deines Mikrobioms als auch deines Immunsystems unerlässlich. Für Erwachsene liegt die empfohlene Menge zwischen 7 und 9 Stunden. Nicht vergessen: Deine psychische Gesundheit! Stelle sicher, dass du den sozialen Kontakt mit Freunden und Familie über Video-Chats und Telefonanrufe aufrecht erhältst.  

Dies sind nur einige wenige Möglichkeiten, wie du deine Gesundheit positiv beeinflussen kannst. Versuche diese Zeit als Gelegenheit für positive Veränderungen zu nutzen, die dein Immunsystem stärken und dafür sorgen, dass du fit & glücklich durch diese Jahreszeit kommst!

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References

(1) Belkaid Y, Hand TW. Role of the Microbiota in Immunity and Inflammation. Cell. 157:121-141 (2014).

(2) Corrêa-Oliveira R, Fachi JL, Vieira A, Sato FT, Vinolo MAR.
Regulation of immune cell function by short-chain fatty acids.
Clin Transl Immunologyl. 5: e73 (2016).

(3) Rios-Covian D., Ruas-Madiedo P, Margolles A. Gueimonde M, de los Reyes-Gavilan C G, Salazar N. Intestinal short chain fatty acids and their link with diet and human health. Frontiers in microbiology, 7:185 (2016).

(4) Savin Z, et al. Smoking and the intestinal microbiome. Arch Microbiol. 200(5):677-684 (2018).

(5) Capurso G, Lahner E, The interaction between smoking, alcohol and the gut microbiome. Best Pract Res Clin Gastroenterol. 31(5):579-588 (2017).

(6) Tillisch K, et al. Consumption of Fermented Milk Product With Probiotic Modulates Brain Activity. Gastroenterology. 144(7):10.1053/j.gastro.2013.02.043 (2013).

Wie dein Darm-Mikrobiom dein Immunsystem stärkt

Wusstest du, dass du dein Immunsystem mit deinem Darm unterstützen kannst?

Die Aufrechterhaltung eines optimal funktionierenden Immunsystems ist derzeit für viele Menschen von großer Bedeutung. Alle sprechen immer davon das Immunsystem zu stärken, aber was ist eigentlich das Immunsystem?

Das Immunsystem ist ein Abwehrsystem, das viele biologische Strukturen und Prozesse innerhalb eines Organismus umfasst und vor Krankheiten schützt. Um richtig zu funktionieren, muss ein Immunsystem eine Vielzahl von Krankheitserregern erkennen und diese von dem eigenen gesunden Gewebe des Organismus unterscheiden. Wenn es doch zu einer Infektion kommt, verstärkt das Immunsystem nicht nur seine Abwehr, sondern hilft dem Körper auch, sich zu erholen, indem es eine dauerhafte Erinnerung an den Erreger hinterlässt.

Im Laufe der Zeit bietet diese ständige Erinnerung und Identifizierung von Krankheitserregern einen größeren Schutz und führt zu weniger Infektionen (1). Manchmal jedoch scheitert es: Ein Erreger dringt erfolgreich ein und macht uns krank.

“The states of health or disease are the expressions of the success or failure experienced by the organism in its efforts to respond adaptively to environmental challenges.” – Rene Dubos, 1965

Was hat die Darmgesundheit mit der Immunität zu tun?

Wenn die meisten Menschen an das Immunsystem denken, sind ihre ersten Gedanken normalerweise entzündete Lymphknoten. Mittlerweile ist das Augenmerk jedoch auf unser Magen-Darm-System gerichtet, von dem wir heute wissen, dass es eine wichtige Rolle bei der Immunität spielt. Obwohl sich unser Magen-Darm-Trakt tief im Körper befindet, ist er ein potenzieller Eintrittsort für Krankheitserreger (2). Unser Dickdarm beherbergt die größte Sammlung von Mikroorganismen, die in und auf uns leben, auch bekannt als das Darm-Mikrobiom. Die meisten unserer Bakterien sind dafür bekannt, dass sie uns bei der Verdauung von Nahrung helfen. Sie spielen allerdings auch eine wichtige Rolle für unser Immunsystem (2).

Unsere Darm-Bakterien können mit potentiellen Krankheitserregern interagieren und eine Barriere durch einen Prozess namens Kolonisationsresistenz schaffen (3,4,5,6). Schädliche Bakterien werden so daran gehindert, sich im Darm anzusiedeln. Diese dünne Barriere hält die Bakterien sicher in ihrer bevorzugten Umgebung – dem Darm – und hält sie davon ab, andere Bereiche zu erforschen, wie z.B. unsere Blutbahn. Wenn die Darmschleimhaut geschädigt ist, können unsere Bakterien entweichen und an Orten landen, zu denen sie nicht gehören, z.B. in anderen Organen. Da sie sich in diesen Bereichen ansammeln, können die von ihnen ausgeschiedenen Giftstoffe und Stoffwechselprodukte zu Entzündungsreaktionen führen, die das Gewebe schädigen. Dies ist einer der vielen Gründe, warum eine gesunde Darmschleimhaut so wichtig ist.

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Einige unserer ansässigen Bakterien sind in der Lage, kurzkettige Fettsäuren (SCFAs), wie z.B. Butyrat, Propionat und Acetat zu produzieren (7). Diese Substanzen helfen den Darmzellen nachweislich, eine Immunabwehr gegen eindringende Krankheitserreger aufzubauen und Entzündungen im Darm zu verhindern (8). Sie können auch die systemische oder Ganzkörper-Immunität während einer Immunantwort stärken, indem sie die Barrierefunktion des Darms verbessern und Immunzellen zur Bekämpfung eindringender Krankheitserreger rekrutieren (9). Insgesamt wird davon ausgegangen, dass die SCFAs aufgrund ihrer Fähigkeit, Entzündungen zu reduzieren und unsere Immunität zu verbessern, für unser Immunsystem von großem Nutzen sind.

Wie wirkt sich ein unausgeglichener Darm auf die Immunität aus?

Ein Ungleichgewicht der Darm-Bakterien kann eine schlechte Immunität zur Folge haben. Das liegt daran, dass nicht alle Darm-Bakterien in der Lage sind, die bereits erwähnten, wertvollen SCFAs zu produzieren, die dem Körper helfen, Krankheitserreger abzuwehren. Um gut zu funktionieren, braucht unser Darm-Mikrobiom Gleichgewicht und Harmonie.

Was kannst du konkret tun?

Wir können unseren Bakterien bei der Produktion von Butyrat, Propionat und Acetat helfen, indem wir eine Auswahl an geeigneten Präbiotika (7) konsumieren, das heißt Nahrungsmittel, die das Wachstum nützlicher Darm-Bakterien fördern. Wenn wir beispielsweise das Darm-Mikrobiom mit einer Reihe von Präbiotika wie Ballaststoffen und resistenter Stärke versorgen, unterstützen wir die nützlichen Bakterien bei der Produktion hilfreicher Substanzen, die wiederum unsere Immunität verbessern.  

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Mit der myBioma Mikrobiom-Analyse die Gesundheit verbessern

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References
1) Simon AK, Hollander GA, McMichael A.
Evolution of the immune system in humans from infancy to old age.
Proc. R. Soc. B, 282 (2015).. Doi: 20143085

2) Belkaid Y, Hand TW.
Role of the Microbiota in Immunity and Inflammation. Cell. 157:121-141 (2014).

3) Lawley TD, Walker AW.
Intestinal colonization resistance. .
Immunology 138:1-11 (2013).. Doi: 13:790-801

4) Kamada N, Seo S, Chen GY. Nunez G.
Role of the gut microbiota in immunity and inflammatory disease.
Nat Rev Immun (2013). Doi: 13:321-335

5) Buffie CG, Pamer EG.
Microbiota-mediated colonization resistance against intestinal pathogens.
Nat Rev Immun (2013). Doi: 13:790-801

6) Sassone Corsi, Martina & Raffatellu, Manuela..
No Vacancy: How Beneficial Microbes Cooperate with Immunity To Provide Colonization Resistance to Pathogens.
Journal of immunology, (Baltimore, Md. : 1950), 194 (2015). Doi: 10.4049/jimmunol.1403169.

(7) Rios-Covian D., Ruas-Madiedo P, Margolles A. Gueimonde M, de los Reyes-Gavilan C G, Salazar N.
Intestinal short chain fatty acids and their link with diet and human health.
Frontiers in microbiology, 7:185 (2016).

(8) Corrêa-Oliveira R, Fachi JL, Vieira A, Sato FT, Vinolo MAR.
Regulation of immune cell function by short-chain fatty acids.
Clin Transl Immunologyl. 5: e73 (2016).

(9) Kim CH, Park J, Kim M. .
Gut microbiota-derived short-chain fatty acids, T cells, and Inflammation.
Immune Network 14(6), 277-288 (2014).

Immunsystem, psychische Gesundheit …

… und unser Mikrobiom.

Connecting the dots: Was diese drei vermeintlich unterschiedlichen Bereiche miteinander zu tun haben.

Unser Verständnis, wie die Psyche mit dem Immunsystem, sowie mit unserem Mikrobiom verbunden ist, war lange Zeit begrenzt. Doch nun haben Forscher in Norwegen sich darangemacht, dies genauer zu untersuchen. Es wird vermutet, dass Zytokine (Signalmoleküle des Immunsystems) eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung und dem Fortschreiten von psychischen Erkrankungen spielen.

Schon lange vermutete man, dass unser Immunsystem, welches eng mit dem Mikrobiom zusammenarbeitet, mit unserer psychischen Gesundheit interagiert. Jedoch ist bisher wenig über die biologischen Mechanismen bekannt.

Dies führte dazu, diese Thematik zuvor eher alternativen Therapeuten zu überlassen, was sich aber aufgrund der neuesten Ergebnisse nun langsam zu ändern scheint. Es finden immer mehr Ärzte Interesse daran. Nach Aussagen der Forscher werden diese Veränderungen auch von der Patientenschaft positiv wahrgenommen.

Je mehr wir über die Auswirkungen von Entzündungen auf das Gehirn erfahren, desto deutlicher wird auch deren Einfluss auf unser Verhalten. Entzündungen betreffen vor allem spezifische Neuronalkreisläufe, sowie Übertragungssysteme. Bestimmte Entzündungsmarker können beispielsweise bei depressiven Patienten vermehrt nachgewiesen werden. So beeinflusst das entzündliche Zytokin Interferon (IFN) -α Gehirnkreisläufe, die mit Motivation und motorischer Aktivität verbunden sind. Ebenso wirkt es sich auf Gehirnregionen aus, die mit Erregung, Angst und Alarmbereitschaft assoziiert sind. (2)

Zellen des Immunsystems kommunizieren über Signalmoleküle, welche als Zytokine bezeichnet werden.

Die Signalmoleküle, über die sich die Zellen des Nervensystems miteinander austauschen, nennt man Neurotransmitter.

Über die sogenannte Mikroglia, die einen Teil des Zwischengewebes im zentralen Nervensystem darstellt, kommunizieren diese beiden Systeme miteinander.

Die Mikroglia ist Teil des Immunsystems im Gehirn und reguliert Entzündungsprozesse in ihm. (3)

Daher weiß man nun auch, dass die Signalmoleküle des Nervensystems auch auf das Immunsystem übertragen werden können und umgekehrt.

Bisher gab es auf diesem Gebiet, wie bereits erwähnt, eher wenig seriöse Forschung. Es ist jedoch bekannt, dass Meditation, sowie emotionale Balance sich positiv auf das Immunsystem auswirken. Weitere Forschung auf diesem Gebiet ist aber erforderlich.

Ein ähnliches Projekt zeigte auf, dass Patienten mit mentalen Erkrankungen anfälliger für verschiedene Entzündungen im Körper und für Störungen des Immunsystems sind. Auch dies deutet darauf hin, dass eine Interaktion zwischen beiden Systemen besteht.

Darstellung verschiedener Kommunikationswege zwischen unserem Gehirn und unserem Mikrobiom. (4)

Umgekehrt fand man heraus, dass Menschen, die Vernachlässigung oder Kindesmissbrauch ausgesetzt waren, anfälliger für verschiedene Erkrankungen des Immunsystems sind.

Dies leitet zum Ansatz, ob man psychischen Erkrankungen eventuell durch Behandlung des Immunsystems vorbeugen könne.

Die Universitäten in Stavanger, Bergen und Utrecht, sowie die Norwegian University of Science and Technology sind an der Forschung in diesem Bereich beteiligt. Konkrete Ergebnisse können jedoch erst in einigen Jahren erwartet werden.

Nicht zu vernachlässigen in diesen Kreisläufen ist natürlich auch unser Mikrobiom, das entscheidenden Einfluss auf die Effektivität unseres Immunsystems hat. Deswegen ist es umso wichtiger, dass wir uns gut um unsere Mitbewohner im Bauch kümmern, um so auch unsere physische/psychische Gesundheit zu unterstützen.

Unser Körper ist eine Ansammlung an Systemen, die durch ihre Zusammenarbeit dafür sorgen, uns gesund zu halten. Unser Mikrobiom kann man hierbei als Kommunikationsmittel zwischen Körper und Außenwelt betrachten – hast du es denn schon testen lassen?

Publikationen:

(1) Immune System and Mental Health are connected, Steinar Brandslet, Norwegian University of Science and Technology, veröffentlicht am 15.08.2019, https://norwegianscitechnews.com/2019/08/immune-system-and-mental-health-are-connected/

(2) https://www.psychiatrictimes.com/special-reports/five-things-know-about-inflammation-and-depression

(3) https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Microglia_and_neurons.jpg

(4) Rogers, G. B., et al. (2016). “From gut dysbiosis to altered brain function and mental illness: mechanisms and pathways.” Molecular Psychiatry 21: 738. https://www.nature.com/articles/mp201650

10 Rätsel gelöst: Leaky Gut & die Darmflora

Der undichte Darm oder auch Leaky Gut Syndrom, sorgt für viel Gesprächsstoff und Diskussionen. Hierbei dreht sich alles um die Darmwand – also jene Schutzschicht, die Nahrung und Körperinneres trennt. Wird die Darmwand “löchrig”, könnten gefährliche Stoffe in das Innere des Körpers eindringen. Die Folgen können vielseitig sein – von Bauchschmerzen über Durchfall bis hin zur ständiger Müdigkeit. Der Begriff “Leaky Gut” wird allerdings umgangssprachlich verwendet und es existiert noch keine einheitliche Definition, was genau bei der Störung passiert. Zentral in den Diskussionen sind Fragestellungen wie zum Beispiel: Wie wird die Darmwand beschädigt? Was für eine Rolle spielt dabei die Darmflora? Wir klären die vielen Fragen in 10 Schritten und zeigen dir, ob und wie der Darm “undicht” wird.

1. Die Mauer im Darm

Damit wir überhaupt von einem “undichten” Darm sprechen können, müssen wir zuerst einen Blick auf den gesunden Darm werfen, der eine stabile Darmbarriere besitzt. Aber was bedeutet das eigentlich?

Dein Darm verläuft wie ein Rohr vom Mund bis zu Anus durch deinen Körper und ist durch diese beiden Öffnungen ständig in Kontakt mit der Außenwelt. Mit der Nahrung können alle möglichen Stoffe in unseren Organismus gelangen. Deswegen ist es sehr wichtig, dass unser Darm eine Grenze zwischen der Außenwelt und dem Körperinneren mit dem Blutkreislauf zieht. Wenn wir also von “Barriere” sprechen, meinen wir diese Grenze, die von der Innenseite des Darms gebildet wird. Sie ist in ständiger Berührung mit dem Nahrungsbrei (weiter oben) und dem Stuhl (weiter unten Richtung Ausgang 😉 ). Für einen gesunden Körper ist es essenziell, dass er gezielt Nährstoffe aufnehmen und Schadstoffe ausschließen kann. Es braucht also eine “dichte Mauer”, durch die nichts durchdringen kann, mit “Toren und Wächtern”, die die Nahrungslieferung kontrolliert hinein lassen. Diese “Mauer” wird aus der Darmschleimhaut aufgebaut – deren Struktur wir uns jetzt anschauen. (1)

Darm, Schleimhaut. Mikrobiom
Die Darmschleimhaut ist die innerste Schicht des Darms – sie ist für deine Gesundheit unglaublich wichtig.

2. Die Darmschleimhaut

Genau genommen handelt es sich bei der Darmschleimhaut um die innerste Schicht der Darmzellen und ihren Produkte. Diese Darmzellen stellen unzählige Stoffe her, die der Abwehr von Krankheitserregern dienen. Außerdem bilden sie den Schleim, der schützend über ihnen liegt. Am wichtigsten ist natürlich, dass die Darmzellen Nährstoffe aus der Nahrung aufnehmen und sie an den Körperkreislauf weitergeben. Die Darmschleimhaut hat also alle Hände voll zu tun – sie versorgt uns mit Nährstoffen und schützt vor Eindringlingen. (1, 2)

3. Tore & Wächter

Ein interessantes Detail: Die oben beschriebenen “Tore der Mauer” sind Gänge zwischen den Darmzellen, durch die Stoffe, wie Zuckermoleküle, die Darmwand überwinden können. Diese Tore sind aber nur für ganz bestimmte Nährstoffe durchgängig. Überall in der Darmschleimhaut arbeiten Immunzellen, die wie Wächter aufpassen, dass Eindringlinge nicht in den Körperkreislauf eintreten. Gelangen Schadstoffe oder Krankheitserreger zu den Immunzellen, reagieren diese mit einer Entzündung, um den Eindringling auszumerzen. Dadurch hat der Darm ein riesiges Immunsystem. (1, 2)

Gemüse, Darmflora, Schleimhaut, Gesundheit, Leaky Gut
Eine gesunde Ernährung mit ausreichend Ballaststoffen trägt zu einer stabilen Darmbarriere bei.

4. Was die Darmflora macht

Und wo befinden sich jetzt die Darmbakterien? Die sitzen auf der Schleimhaut, genauer gesagt auf dem Schleim. Dabei sind die Bakterien in ständigem Kontakt mit der Nahrung und dem Schleim – man könnte sagen, sie fungieren als Vermittler. Wir brauchen unsere Bakterien unbedingt, denn sie helfen uns Nahrung zu verdauen und machen viele Nährstoffe erst für uns verfügbar. Einen großen Teil unserer Nahrung könnten wir ohne sie gar nicht aufnehmen! Allerdings arbeiten die Bakterien nicht uns zu Liebe, sondern weil für sie dabei viele “Leckerbissen” (vor allem Ballaststoffe) rausspringen. Ab und zu bauen sie auch unseren Darmschleim ab – was unsere Zellen natürlich nicht mögen. Meistens ist das aber nicht weiter schlimm, denn unsere Darmzellen produzieren ständig neuen Schleim und regenerieren sich somit. (1)

5. Was ist Leaky Gut?

Jetzt wissen wir, wie eine gesunde Darmbarriere aussieht und können einen Blick auf ihre Störung werfen. Was ist gemeint mit einem undichten Darm – entstehen wirklich Löcher? Nein, so schlimm ist es nicht! In Wirklichkeit lockern sich die Verbindungen zwischen den Darmzellen. Dabei fallen keine Zellen heraus, aber man kann sich vorstellen, dass die sonst so feste “Mauer” der Darmwand winzige Spalten entwickelt. Dadurch können vermehrt Stoffe aus der Außenwelt (Nahrung und Stuhl) in tiefere Schichten des Darms und möglicherweise in den Kreislauf vordringen. Das hat für den Darm selbst Folgen, und vermutlich auch für den restlichen Körper. (1, 3)

6. Die Bösewichte

Viele Faktoren könnten die Darmschleimhaut schädigen und höchstwahrscheinlich haben wir noch keine vollständige Liste. Trotzdem gibt es bereits sehr spannende Einblicke aus wissenschaftlichen Studien. So können schwere Durchfallerkrankungen die Darmbarriere (zumindest kurzfristig) schädigen. Zum Beispiel kann das Bakterium enteropathogenes E. coli die Darmzellen dazu bringen, weniger Bauteile für die Zellverbindungen der Darmwand herzustellen, was die Darmbarriere schwächt. (Bitte keine Panik, fast alle E. coli Subtypen sind harmlos und leben als Teil des normalen Mikrobioms in uns!) (4)

In einer anderen Studie wurde etwas besonders Interessantes entdeckt: Manche Darmbakterien tendieren zu viel des wichtigen Darmschleims abzubauen, wenn sie zu wenig andere Nahrungsquellen bekommen. Die Bakterien ernähren sich vor allem von Ballaststoffen aus der Nahrung, wenn es aber davon zu wenig gibt, bauen sie mehr Schleim ab. Ist der Schleim weg, dringen die Bakterien bis zu den Darmzellen vor und lösen dort eine Entzündungsreaktion aus. Diese Entzündung ist meist nur schwach, könnte dafür aber länger bestehen und möglicherweise zu chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, wie Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa, beitragen. Das ist aber wahrscheinlich nur einer von vielen Faktoren, die diese Krankheiten begünstigen. (1)

7. Hyperaktives Immunsystem

Wie wir gesehen haben, spielt das Immunsystem im Darm eine überaus wichtige Rolle. Manchmal gerät das Immunsystem aber in einen extrem sensiblen Zustand und reagiert auf ungefährliche Stoffe. Sind die Immunzellen im Darm ständig aktiv, kann das eine schwache Entzündung zur Folge haben – was die Darmbarriere schwächt. Diese Überreaktion des Immunsystems kann genetisch bedingt sein, aber auch durch unseren heutigen Lebensstil entstehen. Lebensmittelzusatzstoffe, wie Emulgatoren, und toxische Stoffe, wie Alkohol, stehen im Verdacht die Darmbarriere zu schwächen, unter anderem dadurch, dass sie das Immunsystem reizen. Ein weiterer Faktor, der das Immunsystem überaktiviert und immer unterschätzt wird, ist Stress. Daher ist es besonders wichtig, sich regelmäßig eine Auszeit zu gönnen und den Körper zu entspannen. (1, 5, 6, 7)

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Wer viel buntes Gemüse isst, hält seine Darmbarriere fit.

8. Wie erkennt man ein Leaky Gut Syndrom?

Wie bemerkt man, ob man wirklich ein Leaky Gut Syndrom hat? Die Beschwerden können vielseitig sein und reichen von Durchfall, Bauchschmerzen und Blähbauch, bis zu Müdigkeit, Mattigkeit und Stimmungsveränderungen. Das alles kann bei Reizdarm-Syndrom und vielen anderen Erkrankungen auftreten, weswegen es wichtig ist, dass dich ein Arzt untersucht. Es gibt bereits einige Testverfahren, bei denen die Darmdurchlässigkeit geprüft wird, wie etwa der Lactulose-Mannitol-Test. Bei uns kannst du dein Mikrobiom testen und herausfinden, ob es dazu neigt die Darmbarriere zu beeinträchtigen. Hier erfährst du mehr!

9. Leaky Gut – und was jetzt?

Eine gestörte Darmbarriere wieder zu “reparieren”, kann schwierig sein und braucht vor allem Geduld. Leider gibt es kaum Daten, die Ratschläge und Behandlungen belegen. Probiotika, also lebende Bakterien in Milchprodukten oder zum Einnehmen, scheinen zumindest bei Leaky Gut auf Grund einer Durchfallinfektion, zu helfen. Allerdings kann man sich anhand der Ursachen, einige Schritte und Tricks überlegen. Eine Ernährung, die ein gesundes Mikrobiom fördert, ist reich an Ballaststoffen aus Gemüse, Vollkornprodukten und Obst. Außerdem sollte man Lebensmittelzusatzstoffen und Fertigprodukten nicht vertrauen und sie vom Ernährungsplan streichen. Hier findest du Tipps zur richtigen Ernährung deines Mikrobioms. (8)

10. Was jeder wirklich braucht

Abgesehen von der Ernährung spielen auch viele andere Faktoren des Lebensstils eine große Rolle bei der gestörten Darmbarriere. Im Zentrum steht Stress – egal ob körperlich oder geistig. Gerade wenn man Verdauungsprobleme hat, fühlt man sich seinen Beschwerden ausgesetzt und hilflos. Auch das Gefühl den Darm “wieder in den Griff” bekommen zu müssen, kann die Situation noch erschweren. Deswegen ist es wichtig, auf Ausgeglichenheit und Erholungsphasen zu achten! Wer sanft zu seinem Körper ist und sich weniger Druck macht, gibt auch seinem Darm eine Pause und die Chance sich zu erholen.

Stress, Leaky Gut, Mikrobiom
Frische Luft und Natur sorgen für Entspannung und Balance.

(1) Martens EC, Neumann M, Desai MS. Interactions of commensal and pathogenic microorganisms with the intestinal mucosal barrier. Nat Rev Microbiol. 2018.

(2) Peterson LW, Artis D. Intestinal epithelial cells: regulators of barrier function and immune homeostasis. Nat Rev Immunol. 2014;14(3):141-53.

(3) Resta-lenert S, Barrett KE. Live probiotics protect intestinal epithelial cells from the effects of infection with enteroinvasive Escherichia coli (EIEC). Gut. 2003;52(7):988-97.

(4) Clayburgh DR, Shen L, Turner JR. A porous defense: the leaky epithelial barrier in intestinal disease. Lab Invest. 2004;84(3):282-91.

(5) Lerner A, Matthias T. Changes in intestinal tight junction permeability associated with industrial food additives explain the rising incidence of autoimmune disease. Autoimmun Rev. 2015;14(6):479-89.

(6) Chassaing B, Van de wiele T, De bodt J, Marzorati M, Gewirtz AT. Dietary emulsifiers directly alter human microbiota composition and gene expression ex vivo potentiating intestinal inflammation. Gut. 2017;66(8):1414-1427.

(7) Elamin E, Masclee A, Troost F, et al. Ethanol impairs intestinal barrier function in humans through mitogen activated protein kinase signaling: a combined in vivo and in vitro approach. PLoS ONE. 2014;9(9):e107421.

(8) Zmora N, Suez J, Elinav E. You are what you eat: diet, health and the gut microbiota. Nat Rev Gastroenterol Hepatol. 2018;

Kleine Helfer, große Folgen

Auf uns und in uns wimmelt es nur so von Bakterien! Doch was bewirken diese kleinsten Mitbewohner in unserem Körper?

Die Mikrobiota – das ist die Gesamtheit aller im Körperlebenden Bakterien, Viren, Pilze und Archaeen (Urbakterien) – spielen einewesentliche Rolle in den verschiedensten Bereichen für uns. Angefangen, bei der Unterstützung der Verdauung, dem Trainieren des Immunsystems, bis hin zur Regulierung des Geschmackssinns und der Beeinflussung unserer Stimmung – hier und in noch viel mehr Bereichen drehen die Bakterien am Rad.

Aber eins nach dem anderen, jetzt wollen wir uns das mal inRuhe anschauen. Bevor es losgeht, sollten wir aber unbedingt noch den zentralen Begriff „Mikrobiom“ definieren!

Jede Zelle, egal ob menschlich, pflanzlich oder bakteriell trägt eine spezifische DNA. Die DNA ist im Kern jeder Zelle eines Lebewesens zu finden und kann bis zu zwei Meter lang sein, würde man sie der Länge nach auflegen. In den meisten Mikroorganismen ist die DNA nicht im Zellkern, sondern liegt „einfach so“ frei. Diese DNA beinhaltet alle Informationen zur Entwicklung und Funktion jeder Zelle. Sie ist also eine Art Bauplan und einzigartig für jeden Menschen und Mikroorganismus.

Alle Funktionen, die ein Bakterium erfüllen muss, also zum Beispiel Zuckermoleküle abbauen, sind hier in dieser DNA in Form von Genen gespeichert. Ein Bakterium kann unglaublich viele Gene tragen. (Es muss ja auch unglaublich viele Dinge erledigen!) Die Gesamtheit aller Gene der im Körper lebenden Bakterien, Pilze und Viren sind das Mikrobiom. Also ist das „Mikrobiom“ eine riesige Sammlung von Genen aller Mikroorganismen.(1)

Wie also beeinflusst uns dieses Mikrobiom?

Darm

Das prominenteste Beispiel ist der Darm! Genauer gesagt eigentlich der ganze Verdauungstrakt, also von Mund bis Anus. Überall von oben bis unten, sind wir dort mit Mikroorganismen besiedelt. Aber der Aufbau dieser Flora, also wo welche Bakterien sitzen und was sie dort bewirken, variiert stark abhängig davon wo im Verdauungstrakt wir uns befinden. Die meisten Bakterien hausen im Dickdarm (auch Kolon genannt) und hier spielen sie vermutlich auch die größte Rolle. Dort zersetzten die Bakterien Stoffe, vor allem Ballaststoffe, die wir nicht weiter verdauen können und machen sie so für uns verfügbar. Ohne die Hilfe der Bakterien, wären wir komplett abgemagert! Außerdem stellen manche Bakterien für uns notwendige Vitamine her, wie zumBeispiel Vitamin B7. Zusätzlich „pflegen“ einige Bakterien unsere Darmschleimhaut indem sie Stoffe herstellen, die unsere Darmzellen brauchen um gesund zu bleiben.(2)

Immunsystem

Ganz besonders spannend wird es, wenn es um das Immunsystem geht. Man könnte meinen, das Immunsystem wäre dankbar, wenn es nicht so viele Bakterien im Darm gäbe, immerhin sind das alles „Fremdlinge“. Aber nein! Diese Bakterien helfen das Immunsystem zu trainieren! Bereits beim Säugling, lernt das Immunsystem, dass nicht alles was von außen kommt, schädlich ist. DerKörper lernt zwischen schädlichen und „normalen“ unschädlichen Mikroorganismen zu unterscheiden. Erstere lernt er zu bekämpfen und zweitere zu tolerieren – das ist unglaublich wichtig! Außerdem nehmen die „guten“ Bakterien den Platz im Darm für sich ein und lassen so weniger Raum für schädliche Keime übrig. Würden wir dieses Training mit fremden Zellen und Stoffen nicht erhalten, würde unser Immunsystem permanent überreagieren, also Allergien und Autoimmunerkrankungen entwickeln, und könnte echte Krankheitserreger nicht ausreichend bekämpfen.(3)

Körpergewicht

Eine neuere Erkenntnis zeigt den Einfluss der Mikroorganismen auf das Körpergewicht einer Person. Übergewichtige Menschen haben ein deutlich anders aufgebautes Mikrobiom als Normalgewichtige. Besonderen Einfluss macht die „Diversität“ des Mikrobioms aus – ein Begriff der uns noch öfter begegnen wird. Das bedeutet je mehr verschiedene Bakterien sich in deinem Darm befinden, desto besser. Denn diese Diversität bedeutet, dass das Mikrobiom besonders viel kann und gleichzeitig gibt es weniger Platz für schädliche Mikroorganismen. Schädliche Bakterien können nämlich mit ihren Stoffwechselprodukten zum Beispiel unseren Blutzuckerspiegel beeinflussen und so das Hungergefühl und den Aufbau von Fettgewebe mitsteuern. Die Devise lautet also, ein möglichst diverses Mikrobiom zu haben! Wie das geht, erfährst du im nächsten Blog-Beitrag und in vielen unserer Rezepte.(4)

Stimmung

Noch überraschender ist diese Erkenntnis: Das Mikrobiom wirkt sich auch auf unsere Stimmung und unser Gemüt aus! Wie genau das funktioniert, ist noch nicht abschließend geklärt, aber Folgendes weiß man bereits. Menschen mit psychischen Erkrankungen, wie Angststörungen oder Depressionen, haben ein verändertes Mikrobiom und das scheint entscheidend an der Entstehung der Krankheit beteiligt zu sein. Außerdem weiß man, dass die Bakterien im Darm Botenstoffe produzieren, die sich auf die Zellen der Darmschleimhaut auswirken. Es gibt eine Übersetzung von diesem „Gesagten“ der Bakterien bis ans Gehirn. Übrigens gibt es mehr Nerven, die vom Bauch zum Gehirn laufen als umgekehrt – das heißt der Darm sagt dem Gehirn, wie es ihm geht. Es gibt weniger Nerven vom Gehirn, die dem Darm sagen, was er tun soll. Dein Bauch arbeitet also ziemlich selbstständig und teilt sich dauernd dem Gehirn mit. Das Bauchgefühl schlägt sich also tatsächlich auf die Stimmung aus!(5)

Fun Facts

Und zum Abschluss noch ein paar Fun Facts! Die Bakterien auf unserer Haut spielen eine große Rolle bei der Bildung unseres ganz persönlichen Geruchs, denn sie verarbeiten Stoffe, die auf unserer Haut oder in unseren Poren liegen und bilden so neue Duftstoffe. Dieser persönliche Geruch, den wir oft gar nicht bewusst wahrnehmen, ist entscheidend wenn es darum geht ob man eine andere Person sympathisch findet oder eben nicht. Die Bakterien entscheiden also mit, ob man jemanden riechen kann! (6)

Die Bakterien auf der Zunge beeinflussen auch was wir schmecken. Sie spalten nämlich Nahrungsbestandteile und dabei werden neue Geschmacksstoffe frei, die man dann erst bemerkt. Da jeder eine andere Zusammensetzung an Bakterien im Mund hat, schmeckt dasselbe für jeden ein wenig anders. Bei der Beschreibung eines Weins, erzählt also jeder welche Bakterien in seinem Mund sitzen und nicht was wirklich für jeden im Wein ist!(7)


(1) Qin J, Li R, Raes J, et al. A human gut microbial gene catalogueestablished by metagenomics sequencing. Nature. 2010; 464(7285):59-65.

(2) Wang J, Jia H. Metagenome-wideassociation studies: fine-mining the microbiome. Nat Rev Microbiol.2016;14(8):508-22.

(3) Belkaid Y, Hand TW. Role of themicrobiota in immunity and inflammation. Cell. 2014;157(1):121-41.

(4) Lechatelier E, Nielsen T, Qin J, et al. Richness of human gut microbiome correlates with metabolic markers. Nature.2013;500(7464):541-6.

(5) Martin CR, Osadchiy V, Kalani A,Mayer EA. The Brain-Gut-Microbiome Axis. Cell Mol Gastroenterol Hepatol.2018;6(2):133-148.

(6) Grice EA, Segre JA. The skinmicrobiome. Nat RevMicrobiol. 2011;9(4):244-53.

(7) Zaura E, et al. Front Cell Infect Microbiol.2014;4:85. Published 2014 Jun 26. doi:10.3389/fcimb.2014.00085