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Vegane Ernährung in der TCM – ein Erfahrungsbericht von Ernährungswissenschaftlerin Cornelia Führer

17. Februar 2021  

Wer sich mit Alternativmedizin auseinandersetzt, kommt an der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) nicht vorbei. Ein weiterer Trend setzt den Fokus auf eine gesunde & nachhaltige Ernährungsweise – immer mehr Menschen ernähren sich pflanzenbasiert oder rein vegan. Die Ernährungswissenschaftlerin Cornelia Führer vereint diese beiden Ansichten in ihrer Arbeit als Ernährungsberaterin und zeigt auf, dass diese Kombination unter anderem Vorteile für die Darmgesundheit haben kann. Im heutigen Gast-Artikel beschreibt Cornelia ihre Erfahrungen mit der veganen Ernährung und zeigt auf, welche Hürden es dabei geben kann – insbesondere im Bezug mit der TCM. 

Ich bin studierte Ernährungswissenschafterin und diplomierte Ernährungsberaterin nach der Traditionellen Chinesischen Medizin. Nach gesammelten Beratungserfahrungen in einer Fitnesskette und in ärztlicher Praxis, bin ich nun seit einigen Jahren selbstständig als Ernährungsberaterin tätig und betreue meine KundInnen fast ausschließlich online. 

Vor ein paar Jahren kam der Schwerpunkt der veganen Ernährung in meiner Beratungspraxis hinzu – eine sehr ungewöhnliche Kombination mit der Traditionellen Chinesischen Medizin. Als ganzheitliche Medizin haben in der TCM alle Lebensmittel ihren  Platz, sie werden nach ihrer Wirkung im Körper eingesetzt und dienen u.a. Therapiezwecken. Ganze Lebensmittelgruppen auszuschließen, bedarf daher einer besonderen Beachtung – ernährungswissenschaftlich natürlich im Sinne der Nährstoffversorgung, laut TCM hingegen in Hinblick auf die Wirkungen, die sie im Körper haben.

Ich habe mich selbst aus ernährungswissenschaftlichem Interesse der veganen Ernährung zugewandt. Die Meinung „wenn man vegan isst, muss man so viel mehr essen und nimmt trotzdem ab“ war zu diesem Zeitpunkt ausgesprochen populär. Als Ernährungsberaterin, wo Abnehmen immer ein großes Thema ist, kommt man nicht darum herum, diesen Aspekt näher zu betrachten. Also habe ich einen Selbstversuch gestartet und alle tierischen Produkte aus meinem Speiseplan gestrichen. Milchprodukte taten mir schon im Sinne der TCM nicht gut, Fleisch aß ich ohnehin fast nie. 

Ich habe mich also aus ernährungswissenschaftlichem Interesse der veganen Ernährung zugewandt, bin am Ende aber auch aus ethischen & ökologischen Gründen geblieben.  

Für mich persönlich eine der besten Entscheidungen, die ich je getroffen habe – ich fühle mich wesentlich mehr im Reinen mit meiner Lebensmittelauswahl, mein Körper fühlt sich einfach „sauberer“ an, ich fühle mich nicht mehr so träge und die Verdauung funktioniert (fast) einwandfrei. Das hat mir auch die Mikrobiomanalyse von MyBioma bestätigt – mein Mikrobiom ist super fit & die Stoffwechselwege des Körpers laufen 1A!

Sich vegan zu ernähren bedeutet aber nicht automatisch, einen gesunden Lebensstil zu pflegen.

Fast alle Fast Food-Restaurants bieten mittlerweile vegane Varianten an, es gibt vegane Schokolade, Pizza und Fertigprodukte en masse. Die Zeiten, des „nur Gemüse und Bohnen Essens“ sind längst vorbei.

Gesundheitsförderlich (und auch von den Ernährungsgesellschaften empfohlen) ist hingegen eine pflanzenbasierte Ernährung, auf der Basis von Hülsenfrüchten, Vollkorngetreide, Obst, Gemüse und guten Fetten. Dies gilt für Omnivore, VegetarierInnen oder VeganerInnen gleichermaßen. Beachtet man diesen Grundsatz, gestaltet den Speiseplan entsprechend vollwertig und mit naturbelassenen Lebensmitteln, ist der Weg zur schlanken Linie mit jeder Ernährungsform denkbar. Ob ich nun 1-2x pro Woche Fleisch oder Fisch in meinen Ernährungsplan einbauen möchte oder mich stattdessen für die pflanzliche Alternative entscheide, bleibt persönliche Vorliebe, solange eine medizinische Vorgeschichte oder aktuelle Situation dies nicht ausschließt.

Wer sich für eine vegane Ernährungsweise entscheidet, dem sei angeraten, sich (besser früher als später) mit dem Thema Supplemente auseinander zu setzen (Stichwort Vitamin B12).

Das bedeutet nicht, dass diese Ernährungsweise unnatürlich oder schwer durchführbar sei, aber sie erfordert eine entsprechende Planung und ein gewisses Basiswissen rund um kritische Nährstoffe. Da wir Vitamin B12 ansonsten quasi nur über tierische Produkte aufnehmen, ist eine externe Zufuhr sehr wichtig.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin werden tierische Produkte (v.a. Fleisch) zum Aufbau der Lebensenergie Qi genutzt – sie sollen nähren, wärmen und sind für den Blutaufbau wichtig. In meiner Beratungspraxis sehe ich daher, besonders bei VeganerInnen, immer wieder Qi-(also Energie) Mängel, Verdauungsbeschwerden, Durchfälle, anhaltende Kältegefühle oder einen Blutmangel (aus Sicht der TCM). Wer sich viel von Rohkost ernährt, täglich 2 Matcha Latte trinkt und viel Sojajoghurt konsumiert, darf sich über andauernde Kälte, Müdigkeit und Durchfall nicht wundern. Natürlich spielt hier der eigene Konstitutionstyp & auch der Jahresrhythmus (Sommer- vs. Winterernährung) eine entscheidende Rolle. DIE eine richtige Ernährungsweise gibt es nicht – „deine Ernährung ist so individuell wie du“, wie ich gerne sage.

Was grundsätzlich als „gesunde“ Ernährungsweise angesehen wird, kann im Individualfall also vielleicht gar nicht so förderlich sein und dem Körper mehr schaden als gut tun.

Hier liegt auch einer der Fokuspunkte in meiner Beratungspraxis. Durch eine entsprechende Anamnese finde ich meist schnell heraus, wo die „Knackpunkte“ liegen und kann meinen KlientInnen individuelle Empfehlungen geben, wie sie ihre Ernährung entsprechend ihres Typs oder Beschwerdebilds verbessern können. Allgemeine Ernährungsempfehlungen sind für die breite Masse gedacht und geben einen wichtigen Richtwert vor, sie können aber nie eine individuelle Beratung und persönliche Empfehlungen ersetzen. Ich unterstütze meine KlientInnen daher durch gezielte Lebensmittelauswahl, typgerechte Zubereitungsmethoden und passende Gewürze/Tees, um das Beste aus ihrer Ernährung für sich selbst herauszuholen. Auch ernährungswissenschaftliche Empfehlungen (Nährstoffe, Supplemente) gehören hier selbstverständlich dazu. Da die eigene Ernährung meist auch emotionale Komponenten und eine Lebensstilmodifikation beinhaltet, darf natürlich auch die Unterstützung auf zwischenmenschlicher Ebene nicht fehlen. Ich sehe den Menschen immer als Einheit, Körper & Geist gehören zusammen – daher stehe ich auch sehr für die Sichtweise der TCM, die den Menschen als Ganzes und als einen Teil des großen Ganzen betrachtet.

Daher ist auch Darmgesundheit ein für mich sehr wichtiger Baustein, der in einer ganzheitlichen Betrachtung nicht fehlen darf. Auch, wenn die Frage nach dem täglichen WC-Besuch nicht die beliebteste in den Beratungsgesprächen ist und oft für Verlegenheit sorgt, versuche ich zu erklären, wie wichtig dieser Faktor für unsere Gesundheit ist. „Naja, eh normal“ ist eben keine für mich zufriedenstellende Antwort (und ja, ich hake nach), Blähungen müssen nicht zum Alltag gehören und das Horten von Klopapier in Krisenzeiten steht m.E. eher für eine potenziell unausgeglichene Darmgesundheit als für vorausschauendes Denken ;-).

Was wir aus unserem Körper ausscheiden, ist Teil der Diagnostik in der TCM.

Der Stuhlgang ist einer von vielen Puzzleteilen, welche auf verschiedene Ungleichgewichte im Körper schlieen können (auch Menstruation, Harn, Schweiß, Verschleimungen, Ausfluss etc. gehören dazu). Unser Mikrobiom als fast eigenständiges „Organ“ lebt mit uns in einer besonderen Symbiose und darf daher, bei einer ganzheitlichen Betrachtung, keinesfalls außen vor gelassen werden.

Während einige Menschen schüsselweise Rohkost knabbern können, reagieren andere mit starken Bauchschmerzen und Durchfällen darauf. Wer sein Leben lang Hülsenfrüchte auf dem Teller gemieden hat, darf sich nicht wundern, dass, nicht nur bei einer Umstellung auf pflanzenbasierte Ernährung, die ersten Böhnchen wirklich Tönchen verursachen und es vielleicht zu Beginn ein bisschen zwickt und zwackt. Wichtig ist aber, zu verstehen, dass dies nicht automatisch bedeutet, dass „Bohnen nichts für mich sind“, sondern dass unser Verdauungssystem eine Umstellungszeit benötigt. Außerdem gibt es auch hier Tipps und Kräuter/Gewürze, die helfen können, die Verdaulichkeit zu verbessern.

Die besten Lebensmittel und Nährstoffe bringen uns herzlich wenig, wenn unser Verdauungssystem nicht die Kapazitäten hat, das Beste aus ihnen herauszuholen. Es ist daher besonders wichtig, die individuelle Ausgangssituation, die Verträglichkeit und auch die persönlichen Vorlieben zu betrachten, um eine möglichst vollwertige, aber auch genussvolle persönliche Ernährungsweise zu kreieren. 

So kannst du Cornelia erreichen

Auf dem Blog meiner Website www.eatwhatfeelsgood.net teile ich laufend leckere, vegane Rezepte, die sowohl dem Körper als auch der Seele gut tun. Gleiches gilt für meinen Instagramkanal (@eat.what.feels.good), auf dem es laufend Tipps und Tricks rund um die vegane Ernährung, die Traditionelle Chinesische Medizin und das gute Gelingen einer Ernährungsumstellung gibt.

Wer persönliche Unterstützung in Ernährungsfragen (sei dies Umstellung auf vegan, Darmgesundheit, Abnehmen u.v.m.) sucht, kontaktiert mich am besten direkt unter info@eatwhatfeelsgood.net. Ich biete kostenlose Erstgespräche an, in denen man sich zunächst persönlich kennen lernen und die eigene Situation besprechen kann, bevor man sich für eine Betreuungsvariante entscheidet.

Sehr beliebt ist auch meine „Vegane Sprechstunde“ – da werden ein aktuelles Blutbild, der persönliche Versorgungszustand und der eigene Speiseplan im Detail durchbesprochen, damit einer optimalen pflanzlichen Versorgung nichts im Wege steht.

Vielen Dank Cornelia für deinen wertvollen Input!

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