Kostenloser Versand innerhalb der EU

First slide

Vegane Ernährung und Darmgesundheit – Interview mit Christian Wenzel

25. Februar 2021  

Vegane Ernährung und Darmgesundheit. Vielen Studien haben bereits bewiesen, dass ein hoher Anteil pflanzlicher Lebensmittel zu einer erhöhten Darmgesundheit beitragen kann. Wir wollten es genau wissen und haben einen Experten nach seiner Erfahrung gefragt. 

Lieber Christian, vielen Dank, dass du dir Zeit für uns nimmst, um uns ein paar Fragen zum Thema veganer Ernährung im besonderen Bezug auf die Darmgesundheit zu beantworten. Vielleicht stellst du dich zu Beginn kurz vor, damit unsere LeserInnen wissen, mit wem sie es zu tun haben. Wer bist du, was machst du in deinem Leben und wie bist du zu dem Namen “Mr. Broccoli” gekommen?

Gerne: Ich bin zertifizierter Health Educator für gesunde vegane Ernährung. Mein Fokus liegt auf der Steigerung sportlicher Leistung und darauf, wie du ohne Diät jung und schlank aussiehst – und bleibst! Dabei richte ich mich an alle, die sich optimieren und stetig verbessern möchten, sowie auf der Suche nach mehr Gesundheit sind. Dafür habe ich den Vegan Athletes Blog, den Vegan Podcast und unsere Programme ins Leben gerufen. Hier bietet sich das passende Umfeld, die “veganen Athleten”, welche die selben Ziele haben, um diese gemeinsam zu erreichen

Wie ich zu dem Namen Mr. Broccoli kam? Nachdem ich über 10 Jahre auf dem Standard Low Carb Sixpack Fitnesstrend gelebt habe und mich fast nur von Magerquark ernährt habe, bin ich Anfang 30 auf vegane Ernährung umgestiegen. Als Ausgleich zu meiner Sucht nach Magerquark bin ich auf Karotten umgestiegen, da mir in der veganen Kost das “Kauen” gefehlt hatte. Nachdem ich leider danach gelb wie Homer Simpson wurde – von den vielen Möhren – bin ich auf Broccoli umgestiegen. Seither esse ich jeden Tag ca. 1kg Broccoli (roh) :). Da ich immer noch nicht grün geworden bin, bin ich bisher dabei geblieben. Der Name mr.broccoli war dann nur logische Konsequenz und hat mir ein Freund verpasst, nachdem ich selbst im Restaurant meinen eigenen Broccoli zum Essen rausgeholt habe.

Wie und warum hast du dich für die vegane Ernährung entschieden?

Für die vegane Ernährung habe ich mich entschieden, weil ich seit meiner Jugend Neurodermitis hatte. Ich hatte eine Milcheiweiß-Allergie und wusste somit, dass die Ursache in der Milch lag. Anfang 30 habe ich dann Milch weggelassen. Ein guter Freund meinte damals außerdem zu mir, wenn ich noch Fleisch essen möchte, soll ich unbedingt auf Bio-Qualität achten. Als ich dann im Biomarkt an der Fleischtheke stand, bin ich fast rückwärts umgefallen, weil ich zum ersten Mal gesehen habe, was Biofleisch kostet. Seitdem habe ich entschieden kein Fleisch mehr zu essen. Wurst und Käse habe ich sowieso die letzten Jahre nie gegessen. Nachdem ich die Milchprodukte bereits weggelassen hatte, blieb nicht mehr viel übrig. Ein guter Freund von mir hat dann noch gesagt: “Wenn du einen geilen Six-Pack haben möchtest, gut aussehen möchtest und richtig fit sein willst, dann musst du vegan sein!” – und damit war meine vegane Karriere geboren.

“Wenn du einen geilen Six-Pack haben möchtest, gut aussehen möchtest und richtig fit sein willst, dann musst du vegan sein!”

Viele Menschen denken bei veganer Ernährung an Verzicht und können sich nicht vorstellen, was sie dann überhaupt noch essen können. Wie sieht ein typischer “What Christian eats in a day” aus?

What Christian eats in a day? Das sieht super cool aus: Heute z.B. gibt es direkt nach dem Aufstehen einen halben Liter Zitronenwasser, dann folgt ein Sellerie-, Weizengras- oder anderer grüner Saft nach Wahl. Danach mache ich Sport und achte darauf viel zu trinken, manchmal einen Matcha-oder Grüntee oder einfach Wasser. Dazu nehme ich meine Nahrungsergänzungsmittel, wie z.B. Vitamin B, Vitamin D, Spirulina und Chlorella. Erst zum Mittag beginne ich tatsächlich zu essen. Da gibt es entweder eine Gemüsepfanne oder gedünstetes Gemüse und z.B. Erdnusssoße oder einen grünen Smoothie mit Spinat, Kokosmilch, Zimt, Ananas, Wildheidelbeeren, getoppt mit Hanfsamen für die optimale Proteinversorgung. Manchmal mache ich mir auch zusätzlich ein bisschen Proteinpulver in den Smoothie, aber eher seltener. Obendrauf gibt es dann noch Kakao und ein paar leckere Nüsse, am liebsten Walnüsse – die weiche ich meistens bereits zuvor ein und lasse sie trocknen, um sie zu aktivieren und Antinährstoffe abzubauen. Das Ganze wird dann gedippt mit Brokkoli. Je nachdem für was ich mich zum Mittag entschieden habe, gibt es die andere Option zum Abend. Ich bin da relativ unkonventionell und esse oft die gleichen Dinge. Ich liebe aber auch selbstgemachten Quark oder Joghurt aus Cashewkernen oder Sojamilch. Gerne füge ich etwas Kakao und Stevia hinzu und rasple Karotten rein.

Vegan und sportliche Leistung, passt das zusammen? Wie sind deine Erfahrungen, auch in Bezug auf Fettabbau und Muskelaufbau?

Absolut, damit habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht, vor allem was den Fettabbau betrifft. Das funktioniert mit veganer Ernährung hervorragend. Besonders bei der Umstellung auf vegane Ernährung kommt ein Gewichtsverlust häufig vor. Wenn du dich gesünder und mit viel Rohkost ernährst, kannst du also sehr gut abnehmen. Hinzufügen solltest du viele proteinreiche Lebensmittel, wie Hülsenfrüchte oder gekeimte Proteinshakes. 

Für einen Muskelaufbau solltest du natürlich mehr essen, den Proteinanteil erhöhen und auch supplementieren z.B. mit Proteinshakes oder hochwertigen Aminosäuren. Es ist wirklich wichtig, dass du auf ausreichend Kalorien achtest, denn viele neigen gerade bei Beginn einer veganen Ernährung dazu, zu wenig zu essen – das liegt daran, dass das Volumen oft größer ist und du dadurch auch schneller satt bist. Dadurch nehmen viele an Gewicht ab – ohne, dass sie es wollen. Ich empfehle dir 1-2 Wochen Kalorien zu tracken und leicht im Kalorienüberschuss zu sein – dann kannst du super gut Muskeln aufbauen!

Hast du Veränderungen in deiner Darmgesundheit bemerkt, seitdem du dich vegan ernährst? Wie ist dein Bauchgefühl mit veganer Ernährung?

Veränderungen habe ich definitiv gemerkt, ich hatte allerdings auch keine Beschwerden bei der Umstellung. Es wird ja gesagt, dass Ballaststoffe sehr gut sind und wir in der Regel zu wenig davon essen. Bei einer veganen Ernährung mit hohem Rohkostanteil hingegen, ist es oft so, dass der Ballaststoffanteil schnell zu hoch ist. Wenn dass der Fall ist, neige auch ich zu Blähungen. Da sollte man aufpassen! Wenn die Balance aber stimmt, ist meine Darmgesundheit mit einer veganen Ernährung top. Generell geht es meinem Darm hervorragend, wenn ich vermehrt grünes Gemüse esse und den Obstanteil verringere. Verstopfungen hatte ich noch nie, seitdem ich mich vegan ernähre. Mein Tipp sind auf jeden Fall unverarbeitete, roh-vegane Lebensmittel und Produkte, die eine möglichst kurze Zutatenliste haben – das ist für mich der darmfreundlichste Ansatz.  

Was hat sich noch alles verändert, seitdem du dich vegan ernährst?

Mein Umfeld hat sich verändert, also die Menschen, mit denen ich mich umgebe. Auch mein Beruf hat sich verändert, weil ich einfach viel mehr mit vegan lebenden und nachhaltig orientierten Menschen zusammenarbeite und diese auch automatisch in mein Leben ziehe, weil es meine Leidenschaft ist. Auch mein Aussehen hat sich verändert, ich sehe jugendlicher aus. Meine Neurodermitis ist weg und ich habe im Zusammenhang mit gutem Sport, wie Freeletics meine Figur und meine Gesundheit optimiert. 

Was ist dein ultimativer Tipp für ein gutes Bauchgefühl ? 

Mein ultimativer Tipp für ein gutes Bauchgefühl ist, wie ich bereits gesagt habe, unverarbeitete rohe pflanzliche Lebensmittel zu sich zu nehmen – in allen Farben und Variationen, saisonal gewachsen – zusammen mit grünen Säften und Sprossen.

Du hast die myBioma Mikrobiom-Analyse ja bereits getestet. Viele Menschen lassen regelmäßig ihr Blut kontrollieren, vergessen aber, dass das Mikrobiom eine wesentliche Rolle für unsere Gesundheit und Wohlbefinden spielt. Lässt du deine Darmgesundheit regelmäßig checken und warum?

Ja ich lasse meinen Darm regelmäßig checken, einfach weil ich wissen will, was da los ist. Auch wenn es mir gerade gut geht, kann es ja sein, dass vielleicht schon ein Ungleichgewicht herrscht und ich davon noch nichts bemerkt habe. Das möchte ich natürlich wissen. Und ich möchte wissen, falls irgendetwas im Ungleichgewicht ist, wenn ich mich nicht wohl fühle, wenn ich Probleme habe oder vielleicht krank bin, woran das liegen kann. Da ein Großteil unserer Gesundheit vom Darm ausgeht und dort die meisten Mikroben leben, die unsere Gesundheit beeinflussen, ist es für mich essenziell wichtig meinen Darm untersuchen zu lassen.

Mit der myBioma Mikrobiom-Analyse kannst du dein eigenes Darm-Mikrobiom bequem von zu Hause testen lassen. Basierend auf deinem Ergebnis erhältst du Ernährungsvorschläge, um deine Darmgesundheit zu verbessern. Du hast die Wahl zwischen veganen und allgemeinen Ernährungsvorschlägen.

Vegane Ernährung und Darm-Gesundheit: Was ist deine Meinung dazu?

Meine Meinung: Ja, vegane Ernährung und Darmgesundheit passen sehr gut zusammen. Ich glaube nicht, dass wir vom Darm her dazu gemacht sind Fleisch und Milchprodukte zu essen. Da haben wir einfach einen anderen Darm, als Fleischfresser. Durch viele wissenschaftliche Studien wurde bereits bewiesen, dass eine pflanzliche vegane Ernährung sich positiv auf die Darmgesundheit und allgemeine Gesundheit auswirkt. Von daher ein hervorragendes Paar! Passt nicht wie die Faust auf’s Auge, sondern wie die Katze zum Hund. 

Danke lieber Christian für dieses spannende Interview. Wenn du mehr über Christian erfahren möchtest schaue gerne auf seinem Instagram Profil: @mr.broccoli.vegan vorbei oder auf der Vegan-Athletes Homepage. 

Author

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.