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Liegt das Geheimnis des gesunden Alterns im Darm?

24. April 2020  

Mit dem zunehmenden Alter der Bevölkerung in den Industrienationen weltweit wächst der Bedarf an Lösungen im Gesundheitswesen, um die Belastung durch altersbedingte Krankheiten zu verringern. Die Prävention und Behandlung chronischer Entzündungen stellt eine besonders vielversprechende Strategie dar, wenn man bedenkt, dass Entzündungen bei fast jeder altersbedingten Krankheit beobachtet werden.

Jüngste Hinweise deuten darauf hin, dass das Darm-Mikrobiom eine Schlüsselrolle bei altersbedingten Entzündungen spielen könnte.

Beim Menschen ist der Alterungsprozess ein kontinuierlicher und fortschreitender Prozess, der zu einer verminderten physiologischen Funktion in allen Organsystemen führt (1). Diese physiologischen Abnahmen führen zu einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen und Krankheiten (2, 3). Obwohl die Ursachen altersbedingter Krankheiten vielfältig sind, gibt es signifikante Hinweise auf den Zusammenhang mit chronischen Entzündungen (4).

Zudem gibt es immer mehr Annahmen, dass das Darm-Mikrobiom eine wesentliche Rolle bei diesen altersbedingten Entzündungen spielen könnte. Neueste Studien deuten nämlich darauf hin, dass ein fortgeschrittenes Alter mit Veränderungen in der Zusammensetzung des Darm-Mikrobioms verbunden ist, welche durch einen Verlust der Diversität gekennzeichnet ist (5).

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Ein kurzer Einblick in die Entwicklung des Darm-Mikrobioms

Die mikrobielle Besiedlung des menschlichen Darms beginnt bei der Geburt und unmittelbar danach. Einige Studien, lassen jedoch vermuten, dass der Prozess der Besiedlung des Säuglings mit Mikroorganismen bereits im Mutterleib beginnt (10-17). In jedem Fall ist es anerkannt, dass die grundlegende Mikrobiom-Zusammensetzung während des Säuglingsalters, insbesondere während der ersten drei Jahre, weiterhin stark schwankt, bis sie sich schließlich einer stabilen Struktur anpasst, die dem Darm-Mikrobiom im Erwachsenenalter ähnelt (10-18). Die Zusammensetzung der Bakterien wird durch verschiedene Komponenten beeinflusst, wie der Ernährung des Säuglings, Antibiotika-Einnahmen, die Ernährung der Mutter, dessen Darm-Mikrobiom und der Umgebung (11, 12, 15-17, 19). Es wurde außerdem berichtet, dass vaginal entbundene Säuglinge eine höhere Kolonisation von Laktobazillen, Bacteroides und Prevotella aufweisen, die meist von mütterlichen vaginalen und fäkalen Mikrobiom während der Geburt erworben werden. Kaiserschnitt geborene Säuglinge hingegen weisen eine verzögerte oder geringere Aufnahme von Bacteroides, Bifidobakterien und Laktobazillen auf. (10, 12, 15-17, 19-20)

Mikrobiom & Alterungsprozesse

Die Zusammensetzung des Darm-Mikrobioms von Erwachsenen ist stabiler als bei Kindern. Mit der Zeit entwickelt sich ein Darm-Mikrobiom, das sich durch Einflüsse wie Stress oder Antibiotika verursachte Veränderungen selbständig wieder ausgleichen kann. Dennoch ist das Darm-Mikrobiom im gewissen Maß beeinflussbar, etwa über die Ernährung und den Lebensstil.

Die Häufigkeit von Erkrankungen, die mit dem Darm-Mikrobiom assoziiert werden, nehmen tendenziell mit steigendem Alter zu (21, 22). Auch wenn unklar bleibt, ob die Veränderungen des Darm-Mikrobioms Ursache oder Folge des Alterungsprozesses sind, zeigt sich, dass ältere Menschen im Vergleich zu gesunden Erwachsenen ein anderes Darm-Mikrobiom-Profil aufweisen. Dieser Unterschied könnte auf verschiedene Gründe zurückzuführen sein, wie z.B. einer veränderten Lebensweise und Ernährungsgewohnheiten, geringere Mobilität oder Medikamenteneinnahme (18, 22-27).

Im Allgemeinen wird festgestellt, dass die Diversität des Darm-Mikrobioms und die Anzahl von Bakterien wie Bacteroides, Bifidobakterien und Laktobazillen reduziert ist (18). Wohingegen die meisten Bakterien, welche mit zunehmendem Alter erhöht sind, dafür bekannt sind, Entzündungen zu stimulieren (29). Es ist zwar nach wie vor unbekannt, ob dieses Ungleichgewicht der Bakterien eine Ursache oder eine Folge von Alterung und Entzündungen ist, allerdings wird ein Gleichgewicht des Darm-Mikrobioms mit einem gesunden Alterungsprozess in Verbindung gebracht. Daher könnte die Erhaltung oder Wiederherstellung dieses Gleichgewichts für die gesunde Langlebigkeit des Menschen förderlich sein. (21, 26, 28).

Angesichts der Tatsache, dass das Darm-Mikrobiom einen starken Einfluss auf zahlreiche Aspekte der Gesundheit hat und die Abnahme der Diversität mit verschiedenen Entzündungszuständen assoziiert wird, erscheint es plausibel, die eigene Gesundheit auch aus der Perspektive des Darm-Mikrobioms zu betrachten.

Wie es um deine Mikrobiom-Diversität steht und wie du diese verbessern kannst, kannst du ganz leicht mit myBioma herausfinden: Jetzt testen!

Vorbeugung altersbedingter Gesundheitszustände durch das Darm-Mikrobiom

Ein guter Ausgangspunkt, um unser Darm-Mikrobiom präventiv zu unterstützen und Entzündungsprozessen entgegen zu wirken, ist die Sicherstellung einer gesunden Ernährung mit Vollkorn, Gemüse, Hülsenfrüchten, Obst, Nüssen und Samen. Einer der Schlüsselfaktoren, die unser Darm-Mikrobiom beeinflussen, ist und bleibt die Ernährung. Wir wissen, dass die richtige „Fütterung“ unserer Darm-Bakterien mit verschiedenen Ballaststoffen nicht nur die mikrobielle Vielfalt erhöhen, sondern auch die Produktion von entzündungshemmenden kurzkettigen Fettsäuren (SCFAs) (30) steigern und die Anzahl der Bakterien, die entzündungsfördernde Substanzen produzieren können, verringern kann. SCFAs helfen den Darmzellen nachweislich Entzündungen im Darm zu verhindern (31).

“Durch ein besseres Verständnis der Zusammenhänge zwischen Ernährung, Mikrobiom und Gesundheit können wir verstehen, wie ältere Menschen ihr Mikrobiom erhalten können, und ihnen auch direkt helfen, indem wir prä- und probiotische Strategien anwenden. Dies würde uns helfen, besser zu altern und Gesundheit und Lebensqualität im Alter ohne Medikamente oder Operationen zu erhalten”. – Marina Ezcurra, Ph.D.

Wir sind gespannt auf weitere Forschungen auf diesem Gebiet, da wir hier das Potenzial sehen, enorme Durchbrüche zur Verbesserung der Gesundheit und Lebensqualität älterer Menschen zu erzielen.

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References

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