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Sportliche Betätigung und unser Darm-Mikrobiom

13. Juli 2019  

Wie wichtig Sport für unsere Gesundheit ist, ist jedem von uns bewusst – doch dass sich Bewegung auch positiv auf unser Mikrobiom auswirkt und vor allem wie, steht nun schon seit einiger Zeit im Fokus der Wissenschaft.

Wie neue Berichte zeigen, beeinflussen auch Sport und Bewegung unsere Darmflora. Forscher konnten in einigen Studien beweisen, dass Sport die Anzahl Butyrat-produzierender Bakterien und somit das bakterielle Stoffwechselprodukt Butyrat steigert, was im weiteren Verlauf in Zusammenhang mit erhöhter kardiorespiratorischer Fitness gebracht werden konnte. Butyrat ist eine kurzkettige Fettsäure, die aus bakterieller Fermentation von Nahrungsballaststoffen gewonnen wird. Sie erhöht die Vermehrung von Darmschleimhautzellen und dadurch die Barrierefunktion der Darmwand. Des Weiteren hilft sie bei der Regulierung des Immunsystems, sowie der Genexpression (Umsetzung der genetischen Information in zelluläre Strukturen und Funktionen).

Obwohl mehrere Studien inzwischen gezeigt haben, dass Bewegung die Zusammensetzung, die Funktionsfähigkeit und die Metaboliten der Darm-Mikrobiota verändert, sind die Auswirkungen unterschiedlicher Trainingsfrequenzen, -modi und -intensitäten unbekannt. Die Beurteilung der Auswirkungen von Bewegung auf die Darmmikrobiota in verschiedenen Populationen und deren Synergie mit verschiedenen Diäten stellt ebenfalls einen Schwerpunkt der zukünftigen Forschung dar.

Doch was sind nun die genaueren Mechanismen, die eine Veränderung unseres Darmmikrobioms mit sich ziehen?

Auch im Darm gibt es lymphatisches Gewebe, das circa 70% aller Immunzellen im Körper beherbergt. Mehrere Studien konnten beweisen, dass Bewegung die Genexpression (Umsetzung der genetischen Information in zelluläre Strukturen und Funktionen) intraepithelialer Lymphoczyten (Immunzellen in der Darmschleimhaut), sowie auch die Herabregulierung entzündlicher Zytokine (Regulationsproteine für das Wachstum und die Differenzierung von Körperzellen), die vermehrte Produktion nicht entzündlicher Zytokine und antioxidativer Enzyme verändert.

Sport reduziert den Blutfluss im Darm um mehr als die Hälfte, was zu einer signifikanten Darmischämie (Minderdurchblutung) führt, die bei hoher Bewegungsintensität innerhalb von 10 Minuten auftritt. Diese wird aber, sobald man sich wieder in Ruhephase befindet, sofort aufgehoben. Bewegung stellt daher einen Stressfaktor für den Darm dar, der positive Anpassungen stimuliert und die langfristige Belastbarkeit der Darmbarriere verbessert.

Auch eine veränderte Darmmotilität oder -aktivität des Darmnervensystems ist ein weiterer Mechanismus, durch den körperliche Betätigung das Darmmikrobiom beeinflussen kann. Bewegung verkürzt die Transitzeit im Dickdarm und beschleunigt nachweislich die Gasbewegung durch den Magen-Darm-Trakt. Veränderungen des gastrointestinalen Transits haben somit tiefgreifende Auswirkungen auf den pH-Wert des Darms, die Schleimsekretion, die Biofilmbildung und die Verfügbarkeit von Nährstoffen für das Mikrobiom.

Ein weiterer Mechanismus ist, dass Bewegungstraining den Kreislauf von Gallensäuren verändert. Gallensäuren sind starke Regulatoren des Darmmikrobioms und ein Fehlen dieser Moleküle ist mit signifikanten Veränderungen in der Zusammensetzung der Flora verbunden, was zu einem Ungleichgewicht der Bakterien im Darm führen kann (Darmdysbiose).

Schließlich verändert Sport den Stoffwechselfluss (die Geschwindigkeit des Umsatzes von Molekülen über Stoffwechselwege) erheblich und erfordert eine Kontraktion der Skelettmuskulatur, wodurch die Freisetzung von Myokinen (hormonähnliche Botenstoffe, die von der Muskulatur der Säugetiere bei Bewegung und Kontraktion ausgeschüttet werden), Metaboliten und neuroendokrinen Hormonen stimuliert wird, die über eine gemeinsame Schnittstelle mit dem Immunsystem direkt oder indirekt mit dem Darm interagieren können.

Belastungsbedingte Veränderungen des Mikrobioms haben nicht nur Auswirkungen auf den Darm, sondern auch auf den ganzen Körper (zBsp. Schutz vor Darmkrebs, entzündlichen Darmerkrankungen, Fettleibigkeit, Stoffwechselerkrankungen und gesteigerte geistige und kognitive Gesundheit). Körperliche Aktivität schützt vor vielen chronischen Erkrankungen und ist eine attraktive und kostengünstige Möglichkeit, um die Lebensqualität zu verbessern.

Vorgeschlagenes Modell für die Art und Weise, wie Bewegung die Darmmikrobiota und das Darmepithel verändert, mit möglichen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit. Bewegung bringt ebenso Vorteile für die Physiologie des gesamten Körpers mit sich und schützt vor Darmkrebs, entzündlichen Darmerkrankungen (IBD), Depressionen und Angstzuständen.

Insgesamt deuten zunehmende Daten darauf hin, dass sich regelmäßiges Training positiv auf das Darmmikrobiom auswirkt. Dieser Forschungsbereich wird sich in den kommenden Jahren zweifellos aufregend weiterentwickeln und es gibt viele Fragen, die noch zu beantworten sind.

Also, wie wäre es, bei dem schönen Sommerwetter auf Radtour oder ein wenig spazieren zu gehen, um dein Mikrobiom positiv zu unterstützen? ? Hast du es denn eigentlich schon testen lassen?

Vergiss des Weiteren natürlich nicht, bei den heißen Temperaturen ausreichend zu trinken und dich gut mit Sonnenschutz einzucremen.

Alles Liebe und einen schönen Tag,
Ina ?


Die Publikation: Exercise and the Gut Microbiome: A Review of the Evidence, Potential Mechanisms, and Implications of Human Health. Mailing LJ, et al. Exercise and Sport Science Reviews 47(2)75-85, April 2019. (https://journals.lww.com/acsm-essr/fulltext/2019/04000/Exercise_and_the_Gut_Microbiome__A_Review_of_the.4.aspx?fbclid=IwAR0Q3CTLWukI-pRgi2Owjax9SOWH3dXbeyXrj7aRcu1_XxCRVVP2oNGUGBE#pdf-link)

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