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So beeinflusst dein Mikrobiom deinen Hormonhaushalt

25. Juni 2020  

Wenn du einen gesunden Hormonhaushalt haben möchtest, brauchst du ein gesundes Mikrobiom.

Jeden Tag durchlaufen wir einen Wandel von Hormonen in unserem Körper. Am Morgen hilft uns ein steigender Cortisolspiegel aus dem Bett und am Abend wiegt uns Melatonin in den Schlaf. Während des Tages signalisiert uns Leptin, wann es Zeit ist etwas zu Essen und während wir essen, gibt Ghrelin an, wann wir genug haben. Und wie so oft, hat auch unser Mikrobiom bei der Regulation und Produktion dieser Hormone ein ordentliches Wörtchen mitzureden.

Mikrobiom & Hormone

Studien stellten fest, dass unser Darm-Mikrobiom möglicherweise sogar einer der wichtigsten Akteure im endokrinen System ist. (1) Das endokrine System ist die Ansammlung von Organen, welche für die Hormone verantwortlich sind. In diesem System kannst du dir dein Mikrobiom, wie ein Dirigent im Zentrum des Orchesters vorstellen. Es gibt den Ton an und produziert nicht nur Hormone, sondern entscheidet auch, wie viel von jedem Hormon gebildet und freigesetzt werden soll. Gerät das Mikrobiom allerdings aus dem Gleichgewicht, kann sich das auf den gesamten Hormonhaushalt auswirken.

Die verschiedenen Rollen des Darm-Mikrobioms innerhalb des endokrinen Systems umfassen:

  • Synthese und Sekretion der meisten Hormone
  • Regulierung der Expression dieser Hormone
  • Hemmung der Produktion bestimmter Hormone in anderen Organen des Körpers
  • Steigerung der Produktion von Hormonen im gesamten Körper

Dabei beeinflusst das Mikrobiom nahezu jedes Hormon, schauen wir uns 4 davon genauer an:

  • Thyreoidea-stimulierendes Hormon (TSH)
  • Östrogen
  • Melatonin
  • Cortisol, ein Stresshormon

Mikrobiom & Schilddrüse

Es ist bereits bekannt, dass ein hohe Diversität mit einem gesundem Mikrobiom assoziiert wird. Die Diversität beschreibt dabei die Verschiedenheit der Bakterien des Mikrobioms. Eine geringe Diversität, also eine geringe Anzahl von unterschiedlichen Bakterien, wird hingegen mit Krankheiten in Verbindung gebracht. So konnte eine geringe mikrobielle Diversität z.B. mit einem hohen Spiegel des schilddrüsenstimulierenden Hormons (TSH) in Verbindung gebracht werden. (2) Zu viel TSH kann dazu führen, dass der Körper höhere Spiegel der Schilddrüsenhormone T3 und T4 produziert, was wiederum zu einer Schilddrüsenüberfunktion führen kann. Eine Schilddrüsenüberfunktion kann zu Reizbarkeit, Angstzuständen, unregelmäßigem Herzschlag und raschem Gewichtsverlust führen.

Ein unausgeglichenes Darm-Mikrobiom ist auch mit einer Hypothyreose (3) verbunden – also wenn die Schilddrüse zu wenig TSH produziert. Häufige Symptome einer Hypothyreose sind Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit, trockene Haut, Verstopfung und ein schlechtes Gedächtnis. (4)

Die Schilddrüsenhormonproduktion und der Darm sind miteinander verbunden – das macht die Darmgesundheit zu einer obersten Priorität für jeden, der sich mit Schilddrüsenproblemen befasst. Wenn du genaueres darüber erfahren möchtest, lies dir unbedingt unseren ausführlichen Artikel durch: Mikrobiom und chronische Schilddrüsenentzündung

Mikrobiom & Östrogen

Das Hormon Östrogen verbinden wir oft eher mit Frauen als mit Männern. Allerdings brauchen diese es ebenfalls und das in der genau richtigen Menge. Für die reibungslose Regulation des zirkulierenden Östrogens im Körper ist das Mikrobiom mitverantwortlich. Die Bakterien produzieren ein Enzym, die Beta-Glucuronidase, das wiederum Östrogen in seine aktiven Formen umwandelt. (5) Ein unausgewogenes Mikrobiom, auch bekannt als Dysbiose reduziert die Menge des im Körper vorhandenen Östrogens. Die östrogenregulierende Funktion bestimmter Bakterien im Mikrobiom wird übrigens als “Estrobolome” bezeichnet und besteht aus bakteriellen Genen, die in der Lage sind, Östrogene zu metabolisieren. Das ist sehr wichtig, weil Östrogen ein starker Förderer des Gewebewachstums im ganzen Körper ist. (6). Ein zu viel davon kann allerdings Probleme, wie Gewichtszunahme bis hin zu Krebs verursachen. Es ist also entscheidend, dass sich unser Mikrobiom im Gleichgewicht befindet.

Mikrobiom & Melatonin

Melatonin verbinden viele mit einem guten Schlaf. Kein Wunder, denn es hilft uns dabei müde zu werden und fördert unser Einschlafen und Durchschlafen. Damit unser Körper genug Melatonin bilden kann, braucht er wiederum das so genannte „Glückshormon“ Serotonin, erstaunlicherweise wird dieses ebenfalls zu 90% von unserem Bakterien im Darm gebildet. (7) In mehreren Studien konnte belegt werden, dass unzureichender Schlaf negative Auswirkungen auf das Darm-Mikrobiom haben kann. Es hat sich gezeigt, dass unregelmäßiger Schlaf, z.B. verursacht durch Schichtarbeit, Entzündungen im Körper verstärkt und das Risiko von Fettleibigkeit, metabolischem Syndrom und Typ-II-Diabetes erhöht. (8)

Melatonin hilft dem Körper, gesunde Schlaf- und Wachzyklen aufrechtzuerhalten und kann ein Gefühl der Ruhe fördern. Die Einhaltung eines regelmäßigen Aufwach- und Schlafenszeitplans ist also sehr wichtig für ein gesundes Mikrobiom und ein hormonelles Gleichgewicht.

Mikrobiom & Stress

Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin sind Hormone, die den Körper in zu hoher Menge in hohe Alarmbereitschaft versetzen. In gewissen Gefahrensituationen, wo eine starke Aufmerksamkeit gefordert ist, können diese Hormone natürlich überlebenswichtig sein. Bleiben diese allerdings lange Zeit auf einem hohen Level, kann dies die Zusammensetzung des Mikrobioms negativ beeinflussen.

Die Wirkung von chronischem Stress auf den Darm ist bidirektional. Das Hormon, das den Stimulus für Cortisol, das Corticotropin-Releasing-Hormon (CRH), freisetzt, kann Löcher in die Darmschleimhaut stechen, was zu einer erhöhten intestinalen Permeabilität, auch bekannt als Leaky-Gut-Syndrom führen kann. (9)

So bringst du deine Hormone wieder ins Gleichgewicht

Wenn du einen gesunden Hormonhaushalt haben möchtest, brauchst du ein gesundes Mikrobiom.

Wenn du den Verdacht hast, dass deine Hormone aus dem Gleichgewicht geraten sind, solltest du dich mit der Gesundheit deines Mikrobioms auseinandersetzen. Wichtig wäre es das Mikrobiom genau unter die Lupe zu nehmen, um zu erfahren welche Bakterien zu viel und welche zu wenig vorhanden sind. Wenn du diese Schlüsselfaktoren erst einmal identifiziert hast, können gezielte Maßnahmen mit der Ernährung und Lebensstil eingeleitet werden. Mit den richtigen Nahrungsmitteln, können die richtigen Bakterien gefüttert und vermehrt werden, sodass sie wieder für dich arbeiten. Erfahre hier mehr über dein eigenes Mikrobiom.

References:

(1) Clarke, G et al. “Minireview: Gut microbiota: the neglected endocrine organ.” Mol Endocrinol. 2014 Aug;28(8):1221-38.
(2) Zhou L, et al. “Gut microbe analysis between hyperthyroid and healthy individuals.” Curr Microbiol. 2014 Nov;69(5):675-80. doi: 10.1007/s00284 014-0640-6. Epub 2014 Jun 27
(3) Zhao F, et al. “Alterations of the Gut Microbiota in Hashimoto’s Thyroiditis Patients.” Thyroid. 2018 Feb;28(2):175-186. doi: 10.1089/thy.2017.0395. Epub 2018 Feb 1.
(4) www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3267517/
(5) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28778332
(6) Kwa M, et al. “The Intestinal Microbiome and Estrogen Receptor-Positive Female Breast Cancer.” J Natl Cancer Inst. 2016 Apr 22;108(8). doi: 10.1093/jnci/djw029. Print 2016 Aug.
(7) Yano, J et al. “Indigenous bacteria from the gut microbiota regulate host serotonin biosynthesis.” Cell. 2015 Apr 9; 161(2): 264–276.8
(8) Paulose JK, et al. “Human Gut Bacteria Are Sensitive to Melatonin and Express Endogenous Circadian Rhythmicity.” PLoS One. 2016 Jan
(9) Brozozowski B, et al. “Mechanisms by which Stress Affects the Experimental and Clinical Inflammatory Bowel Disease (IBD): Role of Brain-Gut Axis.” Curr Neuropharmacol. 2016;14(8):892-900.

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